postsv2020, Author at Postschwimmverein Leipzig e.V.

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1:56,04 Minuten. Eigentlich keine schlechte Zeit über die 200m Schmetterling. Vor gut drei Jahren wäre das noch ein Deutscher Rekord gewesen, doch am Montag war es bei den Olympischen Spielen in Tokio für den Leipziger David Thomasberger nicht genug, um den erhofften Sprung ins Halbfinale zu schaffen. Auf Rang 17 fehlten ihm nur 0,08 Sekunden zum vor ihm liegenden 2012er Olympiasieger Chad le Clos, der sich den letzten Startplatz in der Zwischenrunde sicherte.
“Bis 150m war ich genau im Soll”, meinte der SSG-Schwimmer nach dem Vorlauf. „Und ich war extra drei Wochen im Höhentrainingslager, damit die letzte Bahn schneller wird. Statt unter 30 Sekunden kam da nun eine 31,2 heraus, das ist bitter“, so seine Bewertung des Rennens, in dem er genau eine Sekunde über dem Deutschen Rekord blieb, mit dem er im April international für Furore sorgte.

Dass diese Leistung auch in Tokio gereicht hätte, um ein Wörtchen vorn mitzureden, zeigte sich im ohne Thomasberger stattfindenden Halbfinale in der vergangenen Nacht. Hier waren nur zwei Athleten schneller als dessen Deutscher Rekord von 1:55,04 Minuten. Das Finale wäre also durchaus drin gewesen. Trotzdem zeigt der 25-Jährige Kampfgeist und blickt direkt wieder nach vorn. „Ich werde mich nicht verbuddeln, auch wenn alles anders lief, als ich mir das vorgestellt habe“, erklärt er und fügt hinzu: „Ich werde künftig härter trainieren und gestärkt daraus hervorgehen.“

Während die Olympischen Spiele für David Thomasberger beendet sind, stehen für die weiteren beiden Leipziger SSG-ler in den kommenden Tagen noch Staffeleinsätze bevor. Marie Pietruschka startet morgen über die 4x200m Freistil. Marek Ulrich dürfte am Freitag als Teil des Lagenquartetts der Herren und vielleicht auch tags zuvor in der gemischten Lagenstaffel zu sehen sein.

Bildnachweis: SSG Leipzig
SSG_2019_Thomas Berger

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Es war keine einfache Saison für Marek Ulrich. Nachdem er im Frühjahr um Haaresbreite am direkten Ticket für Olympia vorbeigeschrammt war, musste der hoch gewachsene Schwimmer von der SSG Leipzig viel Geduld aufbringen und trotz der Ungewissheit, ob er nicht vielleicht doch noch für Tokio nominiert wird, im Training weiterhin voll durchziehen. Erst Anfang Juli stand fest: Der 24-Jährige wird für Tokio nachnominiert.

Die richtige Entscheidung, wie er am Montag unter Beweis stellte. Es gelang Ulrich nicht nur, sich für das Halbfinale zu qualifizieren, sondern hier auch in 53,54 Sekunden eine bärenstarke neue persönliche Bestzeit zu schwimmen. „Es war mir wichtig zu zeigen, dass ich mehr draufhabe und zurecht hier bin“, berichtet uns der mehrfache Deutsche Meister nach seinem fulminanten Rennen. Zwei Zehntel steigerte er sich im Vergleich zum Vorlauf. „Ich bin noch besser aus der Wand gekommen und habe mich am Ende richtig gequält, um das Maximum rauszuholen.“ Ihm sei klar gewesen, dass das Finale wohl nur schwer zu erreichen sein würde. „Deswegen war ich aber im Kopf total frei und konnte alles geben, ohne mir irgendetwas aufzusparen.“

So weit weg waren die Top Acht am Ende gar nicht. Auf dem 13. Platz fehlten Ulrich letztlich nur 3,4 Zehntel fürs Finale. Ein Fingerzeig, dass der SSG-Schwimmer nah dran ist an der Weltspitze. Auch daheim wurde das Rennen des gebürtigen Dessauers aufmerksam verfolgt. „Mein Handy explodiert gerade, ich hab mehr als 400 Mitteilungen bekommen und es werden immer mehr“, freut sich Marek über das positive Feedback.
„Mein Traum war es immer, es zu Olympia zu schaffen. Das das nun in Erfüllung gegangen ist, ist eigentlich schon Wahnsinn. Ich habe das sehr genossen und versucht, mich nicht von großen Namen beeindrucken zu lassen“, erzählt er mit Rückblick auf die Gefühle, mit denen er ins Becken gegangen ist. Und: Noch sind die Olympischen Spiele für ihn nicht beendet. Dank seiner heutigen Leistung winken noch Einsätze in der 4x100m Lagenstaffel der Herren und vielleicht auch der Mixed-Staffel. Mit dem Männerquartett könnte er am Sonntag die Beckenwettbewerbe für die deutschen Schwimmer beenden. Vorausgesetzt, das Team schafft es in den Endlauf. „Es wäre natürlich geil, in ein Olympisches Finale zu kommen“, so Marek. Sollte das gelingen, wird er sich wohl tatsächlich ein neues Handy zulegen müssen.

Bildnachweis: SSG Leipzig
SSG_Marek_Ulrich

Die Olympischen Spiele sind eröffnet und bereits am ersten Tag der Becken-Wettbewerben in Tokio wurde es für die SSG-Crew ernst. Die Leipzigerin Marie Pietruschka, gab in der 4x100m Freistilstaffel ihr Olympia-Debut.
Mit einer Zeit von 3:39,33 Minuten kam das Quartett am Samstag mit dem 13. Platz nicht über den Vorlauf hinaus. Marie Pietruschka startete als dritte Schwimmerin für das Team-D und übergab nach 55,31 Sekunden auf die Schlussschwimmerin. Die Staffel um Lisa Höpink (Essen), Annika Bruhn (Neckarsulm), Marie und Hannah Küchler (Hamburg) war im Vorhinein nicht als Final-Garant gehandelt worden. Dennoch hatten sich die Damen etwas mehr erhofft.

„Ich bin eigentlich ziemlich locker und entspannt an die Sache rangegangen. Nach der sehr guten Vorbereitung kann ich allerdings nicht sagen, woran es lag“, fasst Marie nach ihrem Rennen zusammen. Das erste Mal bei Olympia hinter dem Block zu stehen, ist etwas ganz besonderes. Selbst international erfahrende Sportlerinnen wie sie können nicht sagen, dass sie so etwas kalt lässt. Nach dem Olympia-Auftakt heißt es nun das Rennen als wichtige Erfahrung zu verbuchen und sich auf die kommende Aufgabe vorzubereiten. „Abhaken und voller Fokus auf Mittwoch“, so das Fazit.

Dann geht die in Neckarsulm trainierende Schwimmerin nämlich erneut mit der Staffel ins Wasser, diesmal über die 4x200m Freistil. Hier stehen die Chancen deutlich besser für ein Finale. Das deutsche Quartett reiht sich mit den Einzel-Vorleistungen sicher unter der Top acht der Welt ein. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir Marie in Tokio noch zweimal schwimmen sehen können, ist dadurch sehr hoch.
Zudem steigt am Sonntag Marek Ulrich über die 100m Rücken ins Wasser und am Montag stehen die 200m Schmetterling mit David Thomasberger im Kalender. Es werden also noch ein paar intensive Tage in Tokio für die SSG-Asse.

Bildnachweis: SSG Leipzig

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