Erfolgreiche Titelverteidigung


Liebe Mitglieder,

bei den derzeit in der finnischen Hauptstadt Helsinki stattfindenden Jugendeuropameisterschaften konnte die Deutsche Staffel über 4x100m Freistil der Damen ihren Titel aus dem Jahre 2009 verteidigen. Mit dabei war wie schon vor Jahresfrist Juliane Reinhold, die als Startschwimmerin in 00:57,29 einen erheblichen Anteil an der Goldmedaille hatte. In der Zeit von 03:46,04 war das deutsche Quartett nur unwesentlich langsamer als in Prag vor einem Jahr. 


Juliane, die am Bundesstützpunkt bei Oliver Trieb trainiert,
hat bei den Titelkämpfen ein wahres Mammutprogramm zu bewältigen. Neben den
Staffeleinsätzen hat sie noch mehrere Einzelrennen mit Vor-, Zwischen und
Endläufen zu absolvieren, was sie bisher mit Bravur meistert.

 

Über 400m Lagen, ihre bisher einzige Finalteilnahme, konnte
sie ihre starke Zeit von den Deutschen Meisterschaften in Berlin nicht
wiederholen und wurde in der Zeit von 04:48,77 fünfte. Für das heutige Finale
über 100m Schmetterling hat sie sich in der Zeit von 01:01,62 als vierte
Qualifiziert.

 

 

 

Herzlichen Glückwunsch!

 

 

Mit sportlichen Grüßen

Der Vorstand


Staffel-Gold für Juliane Reinhold26 Stunden nach dem fünften Platz über 400 m Lagen freute sich Juliane Reinhold gestern bei den Junioren-Europameisterschaften in Helsinki über Edelmetall – und dies ist aus Gold. Die 16-jährige Schwimmerin von der SSG Leipzig konnte ihren im Vorjahr in Prag errungenen Staffeltitel erfolgreich verteidigen. Die Schülerin verwies gemeinsam mit Teresa Behrens (Hohenbrunn), Silke Lippok (Pforzheim) und Alexandra Wenk (München) die Mädchen aus Großbritannien und Frankreich auf die Plätze. In 3:46,04 Minuten verpasste das Gold-Quartett den JEM-Rekord von Prag um acht Zehntel – damals waren aber noch Hightech-Anzüge erlaubt.
Dass es ein spannendes Staffel-Rennen wird, hatte bereits das Einzelrennen erahnen lassen, wo die fünf Top-Nationen je zwei Schwimmerinnen im Finale hatten. Juliane Reinhold hatte die schwere Aufgabe der Startschwimmerin übernommen und führte das DSV-Quartett in 57,27 Sekunden zunächst auf Rang fünf. Doch die überragende Silke Lippok brachte Deutschland nach 300 Metern an die Spitze. Am Ende betrug der Vorsprung auf die Engländerinnen gut eine halbe Sekunde.
Zuvor hatte es die ersten beiden Einzeltitel für Deutschland gegeben. Silke Lippok wiederholte ihren Vorjahressieg über 100 m Freistil, in 55,31 s hatte sie mehr als eine Sekunde Vorsprung auf zwei Französinnen, die sich Silber und Bronze sicherten. Die Vorjahres-Vierte Juliane Reinhold konnte nicht in den Medaillenkampf eingreifen, denn ihr Fokus lag auf den 400 m Lagen, die sich mit den 100 m Freistil überschnitten. Über 200 m Brust holte Christian von Lehn (Wuppertal) den Titel, der Chemnitzer Eric Wald wurde Vierter.
fsLVZ2010-07-16

Drei SSG-Schwimmer bei Junioren-EM in Helsinki im FinaleBis zur 250-Meter-Marke lag sie auf Medaillenkurs. Dann wurden die Arme schwer. Dann wurde zugleich mal wieder deutlich, warum die 400 Meter Lagen als vielleicht härteste Schwimm-Disziplin gelten. Juliane Reinhold kämpfte bis zum Schluss. Am Ende sprang für die Leipziger SSG-Schwimmerin zum Auftakt der Junioren-Europameisterschaften in Helsinki in 4:48,77 Minuten ein fünfter Platz heraus, zwei Sekunden fehlten zu Edelmetall.
Fast genau vor zwei Wochen hatte die 16-Jährige in Berlin in dieser Disziplin sensationell ihren ersten deutschen Meistertitel bei den Frauen errungen. „Es war aber klar, dass sie nicht alle Tage eine 4:43 schwimmen kann", meinte Trainer Oliver Trieb, der das gestrige Finale gemeinsam mit den Eltern von Juliane Reinhold live im Internet verfolgte. Ein wenig ärgerte sich der Trainer, dass die 400 m Lagen erneut mit den 100 m Freistil kollidierten. Denn diesen Vorlauf absolvierte die Sport-Mittelschülerin gestern „zwischendurch" auch noch.
90 Minuten nach dem Lagen-Finale gab es dann die ersehnte erste Medaille für Deutschland und Sachsen: Lina Rathsack vom SC Riesa, die wie Juliane Reinhold im August an den Olympischen Jugendspielen in Singapur teilnehmen wird, holte in 32,37 Sekunden Silber über 50 m Brust. In die heutige 4×100-m-Freistilstaffel geht die gebürtige Görlitzerin gemeinsam mit Jule Reinhold als Titelverteidigerin.
Karl-Richard Hennebach (SSG) schaffte über 50 m Schmetterling ebenfalls den Finaleinzug und belegte mit 25,19 Sekunden den siebten Rang. "Über den Platz bin ich happy, leider habe ich etwas den Anschlag vergeigt. Eine 24er Zeit schien möglich", sagte der 18-Jährige. Bis zum Finale war es ein weiter Weg für den Leutzscher. Auf dieser Strecke hatte er bei der Jugend-DM vor sechs Wochen in Berlin die Helsinki-Norm verpasst, erst später hatte er sein Ticket über 50 m Rücken lösen können. Gestern musste er die 50 Meter gleich vier Mal schmettern, dazwischen lag noch der Vorlauf über 100 m Rücken. Seine erste Schmetterling-Zeit reichte zwar klar für den Sprung unter die Top 20, doch da von jedem Land nur zwei Athleten eine Runde weiterziehen dürfen, musste der Leipziger einen Extra-Ausscheid mit einem zeitgleichen Deutschen absolvieren. Dieses Duell gewann er mit einer winzigen Hundertstel Vorsprung, sowohl beim Ausschwimmen als auch im Semifinale erzielte Karl mit 25,05 Sekunden Bestzeit.
Der Leipziger Sportgymnasiast Serghei Golban (SSG), der in Helsinki für Moldawien antritt, war der Pechvogel des Tages. Er stand bis zum Vorabend nicht in den Startlisten, wurde aber noch nachgemeldet. Über 50 m Schmetterling kam es zur Schrecksekunde: Als der Leipziger in der Luft war, ertönte ein Signal der Startanlage, welches Golban fälschlicherweise als Fehlstart wertete. Er stoppte sein Rennen und schied aus. Mit seiner Bestzeit hätte er am Abend Platz vier belegt. Jedoch plagt ihn eine Erkältung, so dass er über 100 m Rücken sein Leistungsvermögen nicht ausschöpfte.
Der vierte SSG-Mann Tobias Horn legte gestern all seine Kraft in die 4×100 m Freistil. Dafür ließ er es sogar über 400 m Freistil locker angehen, doch in der Staffel war er voll da: Mit 51,71 Sekunden führte er das deutsche Quartett auf Platz sieben in den Endlauf. Und er sicherte sich mit dieser Bestzeit selbst einen Final-Platz. Als Schluss-Schwimmer konnte der Schützling von Eva Herbst den zweiten Platz nicht halten. Mit 52,04 s sicherte er dem DSV-Quartett Rang fünf, am Ende fehlten nur 35 Hundertstel zu Bronze, da Russland wegen Frühstarts rausflog. Der herausragende Athlet war gestern der 17-jährige Franzose Jannick Agnel, der über 100 und 400 m Freistil mit 49,08 Sekunden sowie 3:46,26 Minuten glänzte. Mit diesen Zeiten wird er demnächst sogar Weltmeister Paul Biedermann das Leben schwer machen.
Frank SchoberLVZ2010-07-15

Sundschwimmen – Leipziger mehrfach auf dem PodestNatürlich begann auch die 46. Auflage des Sundschwimmens mit einem Fehlstart. Sind die 1000 Teilnehmer in Altefähr auf Rügen erst einmal zu Wasser gelassen, gibt es kein Halten mehr. Doch die Organisatoren der DLRG-Ortsgruppe Stralsund haben aus der Vergangenheit gelernt – und legten einen organisierten Frühstart hin. Denn als sie ihr Schild („Noch fünf Minuten bis zum Start") nach oben hielten, hallte ihnen ein tausendfaches Gelächter entgegen. Denn die Massen waren längst unruhiger als eine Herde Rennpferde. Und so zählte der Starter von 10 rückwärts und schickte die Schwimmer in den Sund, der zwischen Rügen und dem Festland 2,3 Kilometer misst.
Wer nicht erneut Anfang Januar seine Meldegebühr bezahlt hatte, war am Sonnabend nur Zuschauer. Das Sundschwimmen ist und bleibt das größte und beliebteste deutsche Langstreckenschwimmen.
Einmal mehr war der Wettbewerb ziemlich fest in sächsischer Hand. Denn 13 Schwimmer der Top 20 kommen aus dem Freistaat, 8 der besten 20 Langstrecken-Asse sind Leipziger. Die beste Platzierung in der Totalwertung schaffte Feuerwehr-Weltmeister Uwe Bodusch (8.) vom Postschwimmverein, der bis zur Hälfte sogar in Führung lag. Fünf Post-Schwimmer kletterten in ihrer Altersklasse aufs Treppchen. Und sie ernteten frenetischen Jubel. Denn als sie gerade zur Siegerehrung auf die Bühne gerufen wurden, fiel das 1:0 der DFB-Fußballer gegen Argentinien.
Das Comeback des Jahres legte der zweite Feuerwehr-Weltmeister Jörg Färber hin, der ein halbes Jahr nach einem schweren Ski-Unfall Dritter seiner Altersklasse wurde. Bruder Ralph sorgte 20 Jahre nach seiner Leistungssport-Karriere als Brustschwimmer für den einzigen Leipziger Altersklassensieg. Platz zwei in seiner (neuen) Altersklasse 50 errang mit Holger Maiwald (alle Post SV) der Vorsitzende des Leipziger Schwimmsportverbandes. Er hatte 1990 die Totalwertung gewonnen. Ebenso stark wie der Post SV waren die Schwimmer des Behindertensportverbandes vertreten, die den Wettkampf bei herrlichem Wetter und 23 Grad Wassertemperatur zum Teil zur Vorbereitung auf die WM im August in Eindhoven nutzten. Frank Schober
Leipziger Platzierungen, AK 14-25: 5. Robert Dörries, 6. Eric Michel, 8. Martin Schulz, AK 26-37: 2. Uwe Bodusch, 3. Jörg Färber, 5. Thomas Hämmer, 6. Jarno Wittig, 8. Jörg Dreßler, AK 38-49: 1. Ralph Färber, 3. Stefan Fuchs, 4. Heiko Rudolph, AK 50: 2. Holger Maiwald, 4. Mathias Ohms (Delitzsch).
Frank SchoberLVZ2010-07-08

Typen, Trubel, Temperamente:Wenn das kein Grund zum Feiern ist: 36 Medaillen, davon 18 goldene, holten die 15 besten Leipziger Schwimmer bei den verschiedenen Deutschen Meisterschaften der vergangenen Wochen. Schon einen Tag nach den Triumphen von Berlin luden die Startgemeinschaft SSG und der Förderverein Vesch zum Empfang der Medaillengewinner. Landessportbund-Vize Christian Dahms verblüffte mit einer ganz besonderen Laudatio: „Die Schwimmer haben den Nibelungen-Schatz gehoben", sagte er in Anspielung an das viele gewonnene Gold. Und er baute die Namen der Medaillengewinner geschickt in seine Interpretation der Sage ein. Der 32-jährige Stefan Herbst, der bei der EM in Budapest dabei ist und sogar bis London 2012 weitermachen will, war ebenso erwähnt wie die Junioren-EM-Starter Juliane Reinhold, Serghei Golban, Tobias Horn und Karl-Richard Hennebach, für die es kommende Woche in Helsinki ernst wird. Sie alle kommen von verschiedenen Heimatvereinen, der Zusammenschluss zur SSG hat sich erneut als Erfolgsrezept herausgestellt. „Ich bin hochzufrieden. In Leipzig wird eine wunderbare Nachwuchsarbeit geleistet. Was die Schwimmer vorgemacht haben, gemeinsam an den Start zu gehen, imponiert mir wahnsinnig. Es gibt einige in unserer Stadt, die sich daran ein Beispiel nehmen können", sagte Heiko Rosenthal. „Diese Entwicklung ist ein Signal an uns, künftig zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen", versprach der Sportbürgermeister. Wolfram Sperling, Präsident des Sächsischen Schwimm-Verbandes, meinte: „Als wir 2008 ein tiefes Tal durchlaufen sind, haben wir uns gesagt: ,Jetzt greifen wir erst richtig an’" Nun besteht die Chance, dass Leipziger Schwimmer bei den Spielen in London eine gute Rolle spielen.fsLVZ2010-07-07


Liebe Mitglieder,

auch in diesem Jahr hat es unser Verein wieder geschafft Nachwuchssportler für die Sportschule zu entwickeln.Folgende drei Sportler werden ab dem neuen
Schuljahr die fünfte
Klasse am Sportgymnasium Leipzig besuchen und von Sabine Kraus am
Talentestützpunkt Leipzig trainiert:

 

Michelle
Zehmisch      Jahrgang 2000

Marvin
Lanzke             Jahrgang
2000

Ryan
Lukes Höppner   Jahrgang 1999

 

In
Reserve für eine eventuelle Einschulung im Trainingsjahr 2011/2012 steht
Michelle Schumann, die bis dahin weiter bei uns im Verein trainieren
wird.

Herzlichen
Glückwunsch und viel Erfolg an unsere Nachwuchssportler.

Ein
besonderer Dank geht auch an die Trainer Rolf Dube, Mario Rudolph und
Andrea
Köhler, bei denen die Sportler zuletzt trainiert und vorbereitet wurden.

Mit sportlichen Grüßen

Der Vorstand



Liebe Mitglieder,

mit zwei Medaillen und mehreren A- bzw. B-Final Teilnahmen kehrten unsere Teilnehmer von den Deutschen Meisterschaften 2010 in Berlin zurück.Am letzten
Tag gab es dann auch die ersehnte Staffelmedaille bei den Frauen. Nach
zwei
vierten Plätzen über 4x100m Freistil und 4x200m Freistil schwamm das
Quartett
der SSG Leipzig über 4x100m Lagen in der Zeit von 04:16,10 zur
Silbermedaille.
Mit dabei waren auf der Bruststrecke Anna Marie Macht (01:14,19), sowie
auf der
Schmetterlingsstrecke Juliane Reinhold (01:01,21).
 

Die
Ergebnisse unserer Sportler im Überblick:

Juliane
Reinhold           400m Lagen   04:43,68
        Gold

 200m Lagen   02:16,54         4.
Platz

 200m Freistil
 02:01,71
        5. Platz

 100m Freistil  00:58,08
       
25.
Platz

 

Anna-Marie
Macht        100m Brust     01:14,76
        17. Platz

200m Lagen    02:23,67
        19. Platz

400m Lagen    05:07,61         23.
Platz

 

Marie
Pietruschka         200m Brust    02:44,42
        17. Platz

 100m Brust    01:16,21
       
31.
Platz

 

Lisa
Atlas                     50m Freistil     00:27,83         54. Platz

Herzlichen Glückwunsch und
schöne Ferien!

 

Mit sportlichen Grüßen

Der Vorstand



Liebe Mitglieder,

beste Bedingungen beim 46. Internationalen Sundschwimmen am vergangenen Wochenende in Strahlsund.Über 1000 Teilnehmer starteten bei 23 Grad
Wassertemperatur auf die 2315m lange Strecke über den Strelasund. Mit
dabei
auch elf Sportler vom Postschwimmverein Leipzig e.V., die durchweg
zufrieden
mit ihren Leistungen waren.

In der Laufenden Wertung erreichten unsere Sportler
folgende
Platzierungen:

Platz  
Teilnehmer
             
Schwimmzeit

8
        
Uwe Bodusch
          00:27:02

14      
Jörg Färber
            00:28:35

17      
Dr. Stefan Fuchs
     00:28:39

19      
Heiko Rudolf
           00:28:44

24      
Henry Zacharias
      00:29:31

27      
Holger Maiwald
       00:29:46

37      Jarno Wittig
            00:30:50

46      
Jörg Dreßler
           00:31:59

60      
Frank Schober
        00:32:44

62      
Dirk Bartholomäus
   00:32:51

176
   
Dirk
Philipp
            
00:37:23

 

In den Altersklassenwertungen konnten sich Holger
Maiwald
und Uwe Bodusch über Silber, sowie Stefan Fuchs und Jörg Fäber
(Wettkampfcomeback nach sieben Monaten Verletzungspause) über die
Bronzemedaille freuen.



Herzlichen Glückwunsch!

 

 

Mit sportlichen Grüßen

Der Vorstand

Mit Rücken-Gold ins EM-Team Stefan Herbst in Budapest dabei / Leipziger Frauen-Staffel jubelt über SilberBerlin. Doppel-Weltmeister Paul Biedermann verlässt die Titelkämpfe in Berlin nach zähem Beginn als dreifacher deutscher Meister und Weltjahresbester über 200 m Freistil. Freundin Britta Steffen sagte wegen einer schweren Bronchitis endgültig ihre EM-Teilnahme in Budapest ab. Am Abschluss-Tag hatten die Leipziger mehrfach Grund zum Jubeln: Stefan Herbst qualifizierte sich als Meister über 100 m Rücken für die EM. Insgesamt holten die SSG-Schwimmer der Messestadt zweimal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze.
Vergleiche mit dem Fußball haben derzeit Hochkonjunktur. Also sagte Sportdirektor Lutz Buschkow gestern nach dem EM-Aus für Britta Steffen: „Joachim Löw hat seine Zielstellung auch nicht geändert, als Michael Ballack ausfiel. Und wir kämpfen auch ohne Britta nach wie vor in Budapest um elf Medaillen und 20 Finalplätze."
Ob der Deutsche Schwimm-Verband damit seine führende Position in Europa behaupten kann, ist jedoch fraglich. Im Gegensatz zum Löw-Kader erscheint die Personaldecke momentan recht dünn. Jedoch zeigte Rekord-„Torjäger" Paul Biedermann, dass erneut mit ihm zu rechnen ist – in diesem Jahr wie alle anderen in Badehose statt Turbo-Anzug.
Dieser fehlte Stefan Herbst deutlich auf den Kraulstrecken, auf denen er die Europameisterschafts-Staffeln verpasste. Doch der 32-Jährige hatte noch ein heißes Eisen im Feuer: Die 100 m Rücken, die er bereits im Vorlauf dominiert hatte. Gestern gewann der Kapitän der SSG auch das Finale, in dem er kämpfen musste wie noch nie. Es war sein sechstes Rennen, die fünf zuvor hatten an den Kräften gezehrt.
„Ich bin schon bei der 50-Meter-Marke Bestzeit angegangen. Deshalb war nach 75 Metern Pumpe. Ich habe die letzten beiden Leinen 15 und fünf Meter vor dem Ziel herbeigesehnt. Doch die kamen und kamen einfach nicht", sagte der dreifache Olympiateilnehmer, der nun als Rückenschwimmer der Lagenstaffel seine dritte Langbahn-EM erleben wird. Die Entscheidung gegen die 200 m Freistil war richtig.
In Budapest könnte er auch über 50 m Rücken antreten. Auf den Sprint hatte er in Berlin verzichtet: „Das hätte wegen der harten EM-Norm keinen Sinn gehabt, obwohl ich wahrscheinlich auch hier Deutscher Meister geworden wäre."
Mutter und Trainerin Eva Herbst hatte schon länger damit geliebäugelt, dass Stefan auf die Rückenstrecken ausweichen muss, um in der Nationalmannschaft zu bleiben: „Auf der Kurzbahn hat er es ja schon häufig bewiesen. Und in diesem Jahr war die Chance groß, weil einige Rückenschwimmer aufgehört haben."
Auf seine Vorgänger traf der Leipziger unmittelbar nach seinem Einzelsieg in der Lagenstaffel. Herbst hielt Helge Meeuw (Magdeburg) und Steffen Driesen (Dormagen) in Schach, doch das SSG-Quartett hatte mit Rang vier am Ende erneut Pech.
Umso größer war danach der Jubel bei den Frauen, weil Schluss-Schwimmerin Carolin Sperling den von Lisa Graf, Anna-Marie Macht und Juliane Reinhold erkämpften Bronzeplatz verteidigte. Da der SV Halle disqualifiziert wurde, gab es sogar noch Silber für das SSG-Quartett. Somit freuen sich die Leipziger nach der DM-Woche über zwei Titel sowie insgesamt sechs Medaillen. Im Vorjahr gab es vier, Gold war nicht darunter. Gleich vier Mal Edelmetall holte die 17-jährige Lisa Graf, die sich vor allem bei ihrer Silbermedaille über 200 m Rücken gewaltig steigerte und die Europameisterschaft nur um eine Sekunde verpasste.
Frank SchoberLVZ2010-07-05

Silberne Gräfin, hölzerne Staffeln – Leipziger Schwimmerin Lisa Graf DM-Zweite / Freistil-Quartetts auf Rang vierBerlin. Schwimm-Weltmeister Paul Biedermann will endlich loslegen. „Die vielen Vorlauf-Tage nerven mich", sagte der Freistilspezialist, der es bislang bei den deutschen Meisterschaften ruhig angehen ließ. Doch am Wochenende will er über 200 und 400 m Freistil an die Spitze der Weltrangliste stürmen und auch die 100 m gewinnen.

Da bislang nur wenige Finals stattfanden, wurde der Überraschungssieg der Leipzigerin Juliane Reinhold über 400 m Lagen umso stärker wahrgenommen, erstmals stand die 16-Jährige im Fokus der Medien. „Ich habe alle Fragen locker beantwortet, konnte letzte Nacht super schlafen", so die Schülerin, die gestern als Fünfte über 200 m Freistil die Europameisterschafts-Staffel für Budapest knapp verpasste. „Das war nie mein Ziel, ich freue mich auf die Junioren-EM in Helsinki und die Jugendspiele in Singapur."

Die zweite Einzelmedaille für die SSG Leipzig errang gestern Lisa Graf, die über 50 m Rücken ihren zweiten Vorlauf-Platz verteidigte und in 29,13 Sekunden persönliche Bestzeit schwamm. „Das war so krass", sagte sie unter Freudentränen: „Das ganze Rennen lief einfach super." Zur EM-Norm fehlten knapp vier Zehntel, Reserven sieht die Sportgymnasiastin beim Start: „Da fehlt mir vor allem die Sprungkraft. Ich arbeite schon eine Weile daran, das ist eine langfristige Angelegenheit", so die 17-Jährige, die sich nach der knapp verfehlten Junioren-EM 2008 Stück für Stück an die Spitze herankämpft.

Für Stefan Herbst ging gestern eine Ära zu Ende. Seit 1998 stand er bis auf eine krankheitsbedingte Absage in jedem DM-Finale über 200 m Freistil, vor dem -Aufstieg von Paul Biedermann war der Leipziger häufig Meister. Doch gestern meldete der 32-Jährige nach einem sechsten Rang im Vorlauf seine Final-Teilnahme ab. Damit steht fest: Herbst versucht sein (EM-)Glück am Sonntag (15 Uhr) über 100 m Rücken, wo er im Vorlauf Schnellster war. Beide Finals finden innerhalb von fünf Minuten statt, ein Doppelstart ist ausgeschlossen.
Obwohl er mit sich im Reinen war, kam er doch kopfschüttelnd aus dem Ausschwimmbecken: „Das gibt es eigentlich nicht, auf der Hauptstrecke abzumelden. Es war keine leichte Entscheidung." Doch mit 1:50,37 Minuten war er für den eigenen Geschmack zu langsam, fünf Kontrahenten schwammen deutlich unter 1:50. „Ich war etwas erschrocken, dass ich nach der ersten Bahn klar vorn lag. Doch da hätte ich weiter Druck machen müssen", sagte Herbst. Seine Zeit wollte er nicht allein auf das Anzug-Verbot schieben: „Ich kann auch in Hose schneller schwimmen, das habe ich im Mai mit 1:45 auf der Kurzbahn gezeigt."

Eine weitere Chance auf ein EM-Ticket bietet sich heute über 100 m Freistil. „Ich muss mutig angehen, das habe ich in der Staffel schon probiert, da bin ich volles Risiko geschwommen." Immerhin errang das SSG-Quartett ohne den erkrankten Riccardo Prietzsch Platz vier, zu Bronze fehlte nur eine Sekunde. Herbst (49,74) wirkte auf den letzten 30 Metern fest. Da wird es heute wohl auf weniger Risiko hinauslaufen.Die Holzmedaille gab es auch für das 4×100-m-Freistil-Quartett der Frauen. Den SSG-Staffeln fehlt in diesem Jahr ein Quäntchen Glück.Frank SchoberLVZ2010-07-03