2022 – LVZ Artikel vom 05.09.2022 – Schwimmer glänzen in Rom
Die Schwimm-Asse der SSG Leipzig sind mittlerweile feste Akteure auf der internationalen Bühne – nicht nur bei den Erwachsenen, wie zum Beispiel bei den Olympischen Spielen 2021 mit drei SSGlern in Tokio – sondern auch beim Nachwuchs! In den zurückliegenden Tagen stellte dies Sascha Macht unter Beweis.
Der 16-Jährige feierte beim European Youth Olympic Festival im slowakischen Banskà Bystrica sein internationales Debüt und präsentierte sich dabei stark. Über die 200m Lagen schwamm er in 2:06,23 Minuten mit Bestzeit auf Rang vier, nur etwa eine Sekunde hinter den Medaillenrängen. Ebenfalls Rang vier gab es mit dem deutschen Lagenteam, für das Sascha im Vorlauf die Schmetterlingstrecke absolvierte.
„Vor drei Wochen noch haben wir gebangt, ob er überhaupt an den Start gehen kann“, erinnert sich Saschas Vater Matthias Macht, Sportvorstand der SSG Leipzig. Nach einer verschleppten Infektion war die Form des Youngsters in Gefahr, doch in der Slowakei zeigte Sascha, dass er gegen die kontinentale Konkurrenz vorn mithalten kann. Klar, gern hätte es so knapp hinter den Podestplätzen auch Edelmetall sein können. „Das ist der gesunde Ehrgeiz eines Sportlers“, konstatiert Vater Matthias. Doch als Einstand im Nationalteam konnten sich die Auftritte des Leipziger Talents mehr als sehen lassen.
Die Leipziger Blicke schwenken nun von der Slowakei nach Italien. In Rom beginnen in zehn Tagen die Schwimm-Europameisterschaften, bei denen Timo Sorgius die SSG Leipzig vertreten wird. Ursprünglich sollte auch Marek Ulrich zur EM fliegen. Der Olympiaschwimmer musste seinen Start aufgrund des Trainingsverlusts durch eine Coronainfektion aber kurzfristig absagen. Seine Blicke gehen nun auf die kommende Saison, in der gleich zwei Weltmeisterschaften anstehen. Es bieten sich also auch dann wieder Gelegenheiten, Leipzig einen Platz im Kreis der internationalen Schwimmelite zu verschaffen.
Bildnachweis: SSG Leipzig

„Mit dem Sportgymnasium hat bei mir damals alles angefangen“, erinnert sich der Deutsche Rekordhalter und Olympia-Schwimmer David Thomasberger. Er wird etwas sentimental, als er in die Augen der zu ihm aufschauenden Viertklässler blickt. „Früher hab ich staunend zu Olympioniken hochgeschaut und heute stehe ich hier und darf selbst das Vorbild sein – schon verrückt“, schmunzelt Thomasberger und übergibt Daniel, einem der zukünftigen Sportgymnasiasten einen Geschenkbeutel.
Mit großen Augen nimmt dieser die mit Goodies gefüllte blaue Tasche entgegen und strahlt übers ganze Gesicht. Es sind die kleinen Gesten, die auch David Thomasberger vor 16 Jahren zum Leistungssport geführt haben. Ein Foto mit Weltrekordhalter Paul Biedermann beim Sommerfest im Freibad hält er bis heute in Ehren. Neben Jubelbildern nach großen sportlichen Erfolgen, sind es solche Szenen, die dem Sport erst seine Farbe geben. Deshalb haben sich die drei Olympia-Schwimmer Marie Pietruschka, Marek Ulrich und David Thomasberger eine Begegnung mit der nächsten Schwimm-Generation nicht entgehen lassen. Es waren zehn Nachwuchs-Talente, die sich zum Abschluss der Saison zusammen mit ihren Eltern im Sportbad an der Elster versammelten, um von ihren Trainern feierlich an die Sportschule entlassen zu werden. Gespannt lauschten sie dem Moderator, der die zukünftigen Schwimm-Asse nacheinander nach vorn rief. Dort wurden sie mit kleinen Präsenten von den Olympioniken in Empfang genommen.
Die drei wollten etwas zurückgeben an eine Generation von Schwimmern, die die Schwimmhalle lange Zeit lediglich von außen zu Gesicht bekommen durften und trotzdem den Weg auf die sportlichste Schulbank Leipzigs wagen. Es sind heitere und Hoffnung spendende Szenen einer neuen Generation von Sportlern, die nun endlich wieder live mit ihren Vorbildern auf Tuchfühlung gehen können. Und wer weiß, vielleicht stehen sie schon bald wieder neben den „Großen“. Nur dass sie dann keine Autogrammkarte in der Hand halten, sondern eine Wettkampfbrille.
Bildnachweis: SSG Leipzig

Ein weiteres Ass der SSG Leipzig wird in diesem Jahr sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft feiern! Dem am Freitag bekannt gegebenen deutschen Aufgebot für die Schwimm-Europameisterschaften im kommenden Monat in Rom gehört neben dem mehrfachen Nationalschwimmer Marek Ulrich erstmals auch der 18-jährige Timo Sorgius an.
Im Juni hatte sich Sorgius mit starken Auftritten bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin für die Europameisterschaften und damit sein Debüt in der Nationalmannschaft der Erwachsenen empfohlen. Unter anderem verteidigte er seinen Titel über die 200m Freistil und gewann Silber über die 100m Freistil.
An der Form für die EM hatte Sorgius gemeinsam mit seinem SSG-Teamkollegen Marek Ulrich und dem Rest der Nationalmannschaft in den zurückliegenden Wochen beim Vorbereitungscamp in Darmstadt geschraubt. Ulrich war bereits im April nach der ersten EM-Qualifikationsphase ins Aufgebot für die kontinentalen Titelkämpfe berufen worden. Mit David Thomasberger sollte eigentlich noch ein weiterer SSG-Schwimmer bei der EM in Rom auf den Block steigen. Eine Coronainfektion lässt dies aber nun nicht zu.
Ulrich und Sorgius sind nicht die einzigen Schwimmer, die Leipzig in dieser Saison auf internationaler Bühne vertreten. Den Auftakt hatte zu Beginn des Monats Louis Schubert gemacht, der bei den Junioren-Europameisterschaften in Rumänien über die 200m Schmetterling ins Finale einzog und auf dem Weg dahin in 1:59,76 Minuten erstmals die magische Zwei-Minuten-Marke durchbrechen konnte. Zudem gehört Sascha Macht zum deutschen Team für das am Sonntag beginnende European Youth Olympic Festival.
Timo Sorgius und Marek Ulrich bleiben nun weniger als drei Wochen bevor es ernst wird: Die Schwimm-Wettbewerbe der Europameisterschaften finden vom 11. bis 17. August statt.
Bildnachweis: „SSG Leipzig“

Nach einem Vorstoß des Deutschen Städtetages mit der Forderung, man könne im Angesicht der derzeitigen Energiekrise das Beheizen und Betreiben von Bädern und Schwimmhallen nicht mehr bewältigen, regt sich nun umfassende Kritik unter anderem von den Sportverbänden und der Bäderallianz. Der Sächsische Schwimm-Verband mit Unterstützung des LSB Sachsen richtet sich nun in einem Brief an den sächsischen Ministerpräsidenten, Herrn Michael Kretschmer und bittet um eine differenzierte Betrachtung der Situation. Die sofortige Schließung sämtlicher öffentlicher Bäder, besonders mit Blick auf die jüngsten Schläge der Corona-Krise und der Bäderschließungen, könne zu nicht abschätzbaren Schäden für die Gesundheit der Bürger: innen und der sächsischen Vereinslandschaft führen. Stattdessen schlägt der Sächsische Schwimm-Verband in Abstimmungen mit weiteren Landesschwimmverbänden einen Drei-Stufen-Plan vor, der einen erheblichen Beitrag für die Energieeinsparungen des Landes leisten könnte, ohne dabei direkt einen Kahlschlag vorzunehmen.
Nach zwei Jahren Pandemie und den zusätzlichen Folgen der deutschlandweiten Bäderschließungen sieht der sächsische Schwimmsport nun einer weiteren massiven Krise ins Auge. In der vergangenen Woche legte der Deutsche Städtetag ein Schreiben auf, in dem auf etwaige Einsparmaßnahmen verwiesen wird, die die Kommunen im Hinblick auf die unlängst explodierenden Energiepreise unmittelbar vornehmen können. Dabei wurde unter anderem empfohlen, Freibäder nicht mehr zu beheizen und sämtliche öffentliche Hallenbäder und Saunen ohne jegliche Differenzierung zu schließen. Unter Bezugnahme auf die Positionen der Deutschen Bäderallianz, des LSB Sachsens des Landessportbunds und des Schwimmverband NRW, bittet der SSV auf eine ganzheitliche Betrachtung und warnt vor einseitigen Beschlüssen. Stattdessen verweisen der Verbandspräsident Dr. Wolfram Sperling und der Geschäftsführer Frank Müller-Steidner auf die Bedeutung der sächsischen Bäderlandschaft für die körperliche und soziale Gesundheit ihrer Bürger: innen. In anderen Positionspapieren, wie dem des Landesverbandes NRW wird zudem auf die lebenswichtige Bedeutung der Schwimmausbildung für Kinder und die gesundheitliche bzw. soziale Wichtigkeit des Breiten- und Rehasports verwiesen. Jeder Bereich der Gesellschaft muss ihren Beitrag leisten, um den Energieverbrauch des Landes zu senken. Auch der Schwimmsport, so heißt es in dem Schreiben des SSV, kann im Hinblick auf das mögliche Ausbleiben von Energielieferungen umfassende Vorkehrungen treffen. Dabei sei es jedoch von großer Bedeutung, den Badebetrieb auch unter Einschränkungen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Der Sächsische Schwimm-Verband schlägt deshalb in Anlehnung an den Vorschlag der Bäderallianz Deutschland vor, Energieeinsparungen je nach energiepolitischer Lage in drei Stufen vorzunehmen:
- Reduzieren der Heizleistung in Außenbecken und Freibädern (mit fossilen Brennstoffen) auf höchstens 22ºC
- In allen weiteren Schwimmbecken Reduzierung der Wassertemperatur auf höchstens 26ºC (Ausnahme Kleinkinder-/Babybecken, indikationsbezogene Rehabilitationsmaßnahmen)
- Schließung rein freizeitorientierter Schwimmbecken
Auch wenn eine komplette Schließung der Bäder nicht der erste Weg sein kann: „Dass eine Schließung ab einem gewissen Punkt nicht mehr vermeidbar ist, ist uns bewusst“, so die Vertreter des SSV. Dennoch sollte dies erst der letzte Weg sein. Es darf nicht, wie schon in der Corona-Pandemie, wieder der Fehler begangen werden, den Sport von der Politik ausklammern zu lassen.
Thomas Rohmberger
Öffentlichkeitsarbeit SSV
Bildnachweis: Thomas Rohmberger
Quellennachweis: https://www.lsv-sachsen.de

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) warnen eindringlich davor, in der sich abzeichnenden Energiekrise die Fehler aus der Corona-Pandemie zu wiederholen und Schwimmbäder und weitere Sportstätten erneut zu schließen. „Der vereinsbasierte und gemeinwohlorientierte Sport ist wesentlich mehr als eine Freizeitaktivität. Er ist unverzichtbarer Teil der sozialen Daseinsvorsorge und erfüllt wichtige soziale und gesundheitsfördernde Funktionen für die Gesellschaft. Dies muss bei allen Entscheidungen zur Gas- und Wärmeversorgung berücksichtigt werden“, sagt der DOSB-Vorstandsvorsitzende Torsten Burmester.
Das gelte insbesondere auch für den Schwimmsport, betont DSV-Präsident Marco Troll. „Schwimmen ist mehr als bloß Freizeitbeschäftigung, es ist ein Kulturgut. Schwimmen lernen rettet leben. Aber schon in den vergangenen beiden Corona-Jahren haben in Deutschland aufgrund geschlossener Schwimmhallen viele Kinder nicht mehr ordentlich schwimmen gelernt. Ein Energie-Lockdown würde diese Situation jetzt noch weiter verschärfen und einer ganzen Generation von Kindern die Chance rauben, schwimmen zu lernen und den Lebensraum Wasser ohne Gefahr für Leib und Leben zu nutzen.“
Der DSV hat sich mit dieser für den deutschen Schwimmsport existenziell wichtigen Thematik intensiv beschäftigt. Der DSV fordert gemeinsam mit dem DOSB die Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen auf, für das Schwimmen lernen geeignete Bäder bzw. Wasserflächen so lange wie möglich geöffnet zu halten. Sie stimmen der Empfehlung des Deutschen Städtetages keinesfalls zu, kurzfristig Hallenbäder (nicht Spaßbäder) zu schließen – was drastische Folgen für die Sicherheit und Lebensqualität der Bürger*innen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, in Kauf nimmt. „Rund 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer*innen“, sagt Michaela Röhrbein, DOSB-Vorstand Sportentwicklung.
In einem gemeinsamen Brief mit der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) hat sich der DSV erst kürzlich auch direkt an die Bundesnetzagentur gewandt und die Wichtigkeit des Schwimmsports für die gesamte Gesellschaft deutlich gemacht.
Laut dem Expert*innenrat der Bundesregierung zu COVID-19 muss „die Sicherung der sozialen Teilhabe durch […] sportliche und kulturelle Aktivitäten weiterhin höchste Priorität genießen“. Diese Bewertung muss auch auf die Energiekrise übertragen werden.
Finanzielle Belastung der Sportvereine durch Preissteigerungen
Die deutschen Sportvereine werden von der aktuellen Krise nach der Coronavirus-Pandemie erneut auch finanziell getroffen. Neben Entlastungen für Privatpersonen und Unternehmen bedarf es auch direkter finanzielle Hilfen für Sportvereine. Beitragserhöhungen sind keine Option, da die Vereinsmitglieder auch privat massiv von den Preissteigerungen betroffen sind. Bund und Länder dürfen die Kommunen mit den Energiepreissteigerungen nicht allein lassen.
Sportstätten langfristig unabhängig von fossilen Brennstoffen machen
Langfristig gilt es, die Sportstätten von fossilen Energien unabhängig zu machen. Mit umfassenden energetischen Beratungen (Ökochecks/Energiechecks), darauf basierenden Investitionen und zusätzlichen Förderlinien (Investitionszuschüsse/zinslose Darlehen) kann die Umrüstung auf regenerative Energieträger vorangetrieben werden. Ein Beispiel: Die Dachflächen von rund 39.000 deutschen Sport- und Tennishallen bieten ein großes Potenzial für Kommunen und Sportvereine, Sportanlagen so schnell wie möglich weitgehend mit regenerativer Solarenergie zu versorgen.
Gleichzeitig sieht sich der gemeinwohlorientierte Sport unter dem Dach des DOSB auch selbst in der Verantwortung, Energie- und Gasverbräuche zu reduzieren. In Abstimmung mit der Bäderallianz wird ein Drei-Stufen-Plan für den Betrieb der überwiegend gasbetriebenen Bäder für den Fall einer Gasnotlage, insbesondere für Schulen und Vereine, vorgeschlagen:
Stufe 1: Abschaltung der hochtemperierten Außenbecken, und ggf. zusätzlich Freibäder unbeheizt bis zum Saisonende weiter betreiben
Stufe 2: Alle freizeitaffinen Becken und Saunen (alles außer Sportbecken und Lehrschwimmbecken) außer Betrieb nehmen
Stufe 3: Wassertemperatur in den verbleibenden Sport-/Lehrschwimmbecken auf 26 Grad absenken
Der DSV-Vorstand hat sich auf seiner letzten Sitzung am 13. Juli 2022 mit den Positionspapieren von DOSB und Bäderallianz inhaltlich auseinandergesetzt und befürwortet diese ausdrücklich. Das Positionspapier der Bäderallianz ist im fachlichen Austausch mit Wolfgang Hein entstanden, der die DSV-Position in diesem Gremium vertreten hat.
>> Positionspapier Bäderallianz
Fakten zur Situation der deutschen Sportstätten:
In Deutschland existieren etwa 230.000 Sportstätten, darunter 9.340 Bäder. Insgesamt übernehmen für etwa zwei Drittel der Sportstätten Kommunen die Trägerschaft, bei dem verbleibenden Drittel sind Sportvereine die Eigentümer. Der Sanierungsstau bei den Investitionen für Sportstätten verursacht vor allem beim Thema Energie negative Folgen: Da viele Sportstätten im Zuge der „Goldenen Pläne“ gebaut wurden und seither nicht mehr großflächig saniert wurden, dominieren bei der Wärmeversorgung vor allem fossile Energieträger wie Ölheizungen, Gasheizungen oder sogar Nachtspeicheröfen. Die Verwendung von regenerativen Energiequellen zur Wärmeversorgung stellt die Ausnahme dar. Das gleiche gilt für die regenerative Energieversorgung durch Photovoltaik-Anlagen (PV). Die unzureichende Gesetzeslage zur Finanzierung und zum Betrieb von PV-Anlagen schreckt viele Sportvereine vor diesem Investment ab.
Schwimmbäder sind besonders betroffen. Mehr als 90 Prozent der Schwimmbäder werden aktuell mit Gas beheizt. Das Schwimmbad ist diejenige Sportanlage, die den höchsten Energiebedarf aufweist. Sie werden fast ausschließlich durch Kommunen oder private Betreiber betrieben. Nur wenige Sportvereine besitzen ein vereinseigenes Schwimmbad.
Quellennachweis: https://www.dsv.de/der-dsv/verband/aktuelles/lesen/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=6151&cHash=8eb26dca80792a42bfc19d0910f003b2
Hinweise:
– das 1. Training nach der Ferienzeit ist Montag, 29.08.2022!
– Kadersportler haben das Recht, in den Zeiten von Wk-Sport und Masters zu trainieren!