SSG-Ass Marek Ulrich schwimmt unter die besten Zehn Europas

Leipzigs Schwimmer sind in diesem Jahr breit auf internationaler Bühne gefordert. Den Auftakt macht derzeit Marek Ulrich bei den Schwimm-Europameisterschaften in Budapest. Am Montag startete er mit einer Top Ten Platzierung in die Wettbewerbe.

Über die 50m Rücken belegte der mehrfache Deutsche Meister den neunten Platz. Damit ist er zwar unter Europas besten Zehn, doch es hätte sogar noch mehr drin sein können. Mit seiner Zeit von 25,03 Sekunden verpasste das SSG-Ass die Plätze in den morgigen Finals um nur eine Hundertstelsekunde.

„Das ist schon ein bisschen Pech“, erklärte Ulrich, der im Vorlauf noch fünf Hundertstel schneller war, zum knappen Ausgang seines Halbfinals, in dem der Russe Kliment Kolesnikov mal ebenso nebenbei einen Weltrekord aufstellte.
Weiter geht es für den Nationalschwimmer, der in Budapest bereits 2017 bei der WM im selben Becken internationale Erfahrung sammeln konnte, am Mittwoch mit den 100m Rücken. Über diese Strecke war er im April nur haarscharf über der Olympianorm geblieben.

Die Hoffnung auf die Sommerspiele ist bei Ulrich noch nicht ganz begraben. Am Dienstag will der Deutsche Olympische Sportbund die ersten Tokio-Tickets an die Schwimmer bestätigen. Als Absicherung für die deutsche Lagenstaffel wäre der Leipziger Rückenschwimmer ein Kandidat, bei dem der Verband ein Auge zudrücken könnte. Das liegt aber nicht mehr in seinen Händen. Stattdessen will Ulrich über seine Paradestrecke 100m Rücken übermorgen in Budapest mal auf der glücklichen Seite des Kampfes um die Hundertstel sein. „Das ist auf jeden Fall mein Ziel“, meint er.

Bildnachweis: SSG Leipzig

(mehr …)

(mehr …)

(mehr …)

Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. So geht es auch den Spitzenschwimmern der SSG Leipzig, die gerade erst die anstrengende Qualifikationsphase für die Höhepunkte des Schwimmkalenders hinter sich gebracht haben und sich nun schon wieder fleißig fit machen für die internationalen Bühnen. Um ihnen hier etwas zusätzliche Motivation mit auf den Weg zu geben, wurde am Wochenende dann doch mal kurz inne gehalten. Unter strahlendem Sonnenschein und mit leuchtenden Blumen hat die SSG Leipzig am Samstag ihre „Internationalen“ geehrt.

„Dass unsere Besten nach so einer harten Wettkampfphase eine solche Aufmerksamkeit erfahren, zeigt natürlich die Wertschätzung für die Sportler“, freut sich Coach Frank Embacher über die Ehrung seiner Athleten. Marek Ulrich, der die Messestadt in wenigen Wochen bei den Europameisterschaften in Budapest vertreten wird, pflichtet bei: „Es zeigt, dass wir auch in dieser schwierigen Zeit zusammenhalten und dass hinter dem Erfolg von uns Sportlern ein tolles Team an Trainern und Funktionären steht.“

Dicke Blumensträuße gab es auch für Youngster Timo Sorgius, der im Juli bei den Junioren-Europameisterschaften in Rom auf den Block steigt, und natürlich für Rekordschwimmer David Thomasberger. Der 25-Jährige erfüllte sich nicht nur mit dem Ticket für die Olympischen Spiele einen Traum, sondern ließ mit der Zeit von 1:55,04 Minuten über die 200m Schmetterling auch einen Knoten platzen. „Es ist schön, endlich diese 1:56er Marke durchbrochen zu haben“, erklärt er. „Schon als der Rekord noch von Michael Groß gehalten wurde, war es mein Ziel den zu knacken.“ Dass die ersehnte Bestmarke, die sich zwischenzeitlich der gebürtige Leipziger Ramon Klenz geschnappt hatte, nun im Besitz von Thomasberger ist, heißt noch lange nicht, dass er sich auf seinen Lorbeeren ausruhen möchte: „Ich blicke optimistisch in Richtung Tokio und hoffe, mich dort noch ein paar Zehntel zu verbessern.“ Dann könnte sogar eine 1:54er Zeit winken – und damit hätte er auch gute Chancen auf einen Finalplatz bei Olympia.

Im Flieger nach Tokio wird mit Marie Pietruschka auch ein zweites Mitglied der SSG-Familie sitzen. Auch die in Neckarsulm trainierende, aber weiterhin für Leipzig startende Nationalschwimmerin wurde natürlich gebührend gefeiert. Für sie organisierte die SSG-Crew extra eine Blumenübergabe in der neuen Trainingsheimat. Bei der Ehrung durch den SSG-Vorstand per Videoschalte soll auch die eine oder andere Träne der Rührung geflossen sein.

Man sieht: Leipzigs Schwimmfamily steht zusammen, egal wie viele Kilometer gerade dazwischen liegen. Das werden wir auch in den kommenden Wochen und Monaten unter Beweis stellen, wenn die SSG-Asse in Budapest, Rom und natürlich Tokio die internationalen Bühnen des Schwimmsports erobern.

Der Landessportbund Sachsen (LSB) kritisiert die „Bundes-Notbremse“. Die neue Corona-Regelung beinhaltet deutschlandweit einheitliche Beschränkungen, sobald die Sieben-Tages-Inzidenz an drei Tagen hintereinander über 100 liegt – ein harter Schlag für den organisierten Sport und besonders für sächsische Vereine ein großer Rückschritt.

Konkret soll bei einer Überschreitung des kritischen Inzidenzwertes nur noch kontaktloser Individualsport alleine, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes erlaubt bleiben. Ausnahmen gibt es lediglich für Berufs- und Leistungssportler. Kinder und Jugendliche dürfen bis zum Alter von 14 Jahren mit ausreichend Abstand draußen Sport machen – allerdings nur in Gruppen von bis zu fünf Personen. Die sächsische Corona-Schutz-Verordnung erlaubte bisher kontaktlosen Gruppensport im Freien und auf Außensportstätten mit maximal 20 Teilnehmenden im Alter von bis zu 18 Jahren.

„Diese Änderungen des Infektionsschutzgesetzes sind eine Bankrotterklärung für den Breitensport“, kritisiert LSB-Generalsekretär Christian Dahms. „Gerade für Sachsen bedeuten die bundesweiten Regelungen einen deutlichen Rückschritt. Besonders ärgerlich ist das, weil es keine wissenschaftlich belegten Gründe gibt, kontaktlosen Sport im Freien zu verbieten. Entgegen der Ratschläge der Aerosolforschung wird hier wegen eines minimalen Corona-Ansteckungsrisikos die Gesamtgesundheit unserer Sporttreibenden aufs Spiel gesetzt! Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter der mangelnden Bewegung und vermissen die gemeinsame Freizeit im Sportverein. Auch ältere Menschen und den Rehasport treffen die Regelungen weiterhin hart.“

Sowohl bundesweit als auch in Sachsen sind seit Beginn der Corona-Pandemie zahlreiche Infektionsschutz-Richtlinien und Hygienekonzepte für den Sport entstanden. „Unsere Vereine und Verbände haben sich von Anfang an diszipliniert und engagiert gezeigt“, erklärt Dahms. „Im Sport gehören Regeln dazu, und so können gerade im organisierten Trainingsbetrieb Hygienemaßnahmen und Kontaktverfolgung sehr gut sichergestellt werden. Es kann nicht sein, dass der Sport immer noch als Teil des Problems und nicht als Teil der Lösung gesehen wird! Den Unmut unserer Ehrenamtlichen und Sporttreibenden teilen auch wir als Landessportbund – hier wird mit undurchsichtigen Regelungen gerade jahrelanges Engagement zermürbt und für die Zukunft nachhaltig geschwächt.“ 

Die „Bundes-Notbremse“ soll bis zum 30. Junigelten. Der Landessportbund fordert ein erneutes Überdenken der Maßnahmen und eine zeitnahe Rückkehr zum organisierten Sporttreiben.

Information
Landessportbund Sachsen e.V.

(mehr …)

Nach dem letzten Tag des Qualifikationsmeetings in Berlin stehen die Starter für die anstehenden internationalen Großevents fest. Leipzig darf diesen mit gleich vier Schwimmern den Stempel aufdrücken! Zwei Athleten für Tokio, eine Qualifikation für die EM in Budapest und eine für die Junioren-EM in Rom – eine Wahnsinns-Bilanz für die Sportstadt an der Elster!

Trainer Frank Embacher kann sich nach dem Wochenende wohl nur schlecht das Lächeln verkneifen: „Mit zwei festen Startplätzen in Tokio und jeweils einem bei einer EM und JEM können wir sehr zufrieden sein. Zudem gab es einige gute Bestzeiten, zum Beispiel die von Yannis, die uns im Hinblick auf die Universiade im nächsten Jahr optimistisch stimmen. Ich freue mich auch über die sehr gute Entwicklung unseres Jungspunds Timo Sorgius, der sich von Wettkampf zu Wettkampf immer weiter steigern konnte“, fasst Embacher die ereignisreichen letzten Wochen zusammen. 

Yannis Willim feierte zum Abschluss des Qualifikationsmeetings in Berlin am Sonntag eine erneute Bestzeit über seine Paradestrecke. In 2:12,22 Minuten schwamm er die 200m Brust nochmal gut eine Zehntel schneller als am vergangenen Wochenende. Damit blieb er nur sieben Zehntel über der EM-Norm und gerade einmal zwei Zehntel über der Qualifikationszeit für die Universiade im nächsten Jahr in Chengdu. Da diese auf 2022 verschoben wurde, sollte sich im nächsten Jahr aber noch die Chance für die Normierung bieten. Auf einen Stempel im Reisepass dürfen sich aber schonmal vier andere SSG-Schwimmer freuen!

Nach David Thomasbergers Deutschem Rekord (1:55,04), den er bereits vor zwei Wochen in Heidelberg schwamm, steht er nun über die 200m Schmetterling als Olympia-Starter für Tokio fest. Die in Neckarsulm trainierende SSG-Schwimmerin Marie Pietruschka qualifizierte sich für Staffeleinsätze über die 4x100m und 4x200m Freistil. Mit starken Bestzeiten über beide Strecken platzierte sie sich als Dritte (54,73) und Vierte (1:58,33) für beide Staffeln und kann nun ganz entspannt ihre Koffer für Japan packen. Für Marek Ulrich geht die Reise nach dem derzeitigen Stand zur Schwimm-EM nach Budapest und der Youngster Timo Sorgius schwamm in Berlin über die 100m (50,06) und 200m Freistil (1:49,00) zu sehr guten Bestzeiten und deutlich unter die Normen für die Junioren-Europameisterschaften. Besonders beeindruckend sind seine Leistungen auch insofern, dass er damit sogar schneller war, als Weltmeister Paul Biedermann in diesem Alter!

Wie es aussieht, werden wir also noch einiges zu berichten haben in den kommenden Wochen. Nun heißt es in den nächsten Tagen die Akkus schnell wieder zu aufzufüllen, um international dann vielleicht nochmal die ein oder andere Zehntel abzuknapsen. Wir drücken die Daumen.

Endlich unter 55 Sekunden – und das sogar deutlich: Nachdem Marie Pietruschka in den vergangenen Wochen mehrfach an diese Marke heran geschwommen war, machte die SSG-Athleten heute beim Olympia-Qualifikationswettkampf in Berlin ernst: In 54,73 Sekunden stellte die 25-Jährige eine starke neue Bestzeit auf und empfahl sich damit auch für den erhofften zweiten Staffeleinsatz bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Mit ihrer Leistung aus Berlin nimmt Pietruschka in der Bestenliste für die 4x100m Freistilstaffel den dritten Platz ein, wird also voraussichtlich in Tokio auch dieses deutsche Quartett unterstützen. Bereits am Freitag hatte die in Neckarsulm trainierende Leipzigerin über die 200m Freistil ihr Ticket für die lange Kraulstaffel bei Olympia gebucht.  

Auch die vier weitere SSG-Asse waren am Samstag über die 100m Freistil im Einsatz. Mit einer erneuten Bestzeit unter der Norm für die Junioren-EM sorgte Timo Sorgius hier in 50,01 Sekunden für ein Achtungszeichen. Wir dürfen gespannt sein, ob die 50er-Barriere bei den Nachwuchs-Europameisterschaften im Juli in Rom fällt. Knapp dahinter schlug Marek Ulrich in 50,10 Sekunden an. Ihn werden wir voraussichtlich bei der Schwimm-EM im Mai in Budapest sehen. Der bereits über die 200m Schmetterling für die Olympischen Spiele qualifizierte David Thomasberger sprintete die 100m Kraul in neuer Bestzeit von 50,39 Sekunden und Lia Neubert schlug bei den Damen in 56,46 Sekunden an.

Damit neigt sich die Kräfte zehrende Qualifikationsphase für die internationalen Schwimm-Höhepunkte dem Ende entgehen. Am abschließenden Wettkampftag geht Marie Pietruschka morgen über die 200m Lagen an den Start und Lia Neubert springt im Kraulsprint über die 50m ins Becken. Spannend wird es zudem über die 200m Brust der Herren. In der vergangenen Woche lieferte Yannis Willim hier in 2:12,36 Minuten eine neue Bestzeit ab. Vielleicht kann er da im schnellen Berliner Becken noch ein paar Zehntel abknabbern.

(mehr …)