SSG-Asse Pietruschka und Ulrich knacken EM-Normen und empfehlen sich für Olympiastaffeln
Die Leipziger Spitzenschwimmer sind auf bestem Weg, die Messestadt in diesem Jahr gleich mehrfach international zu vertreten. Nachdem am Samstag bereits David Thomasberger eindrucksvoll mit Deutschem Rekord die Olympianorm über die 200m Schmetterling knacken konnte, ließen am Sonntag seine Vereinskollegen Marie Pietruschka und Marek Ulrich aufhorchen.
Über die 200m Freistil zauberte Marie Pietruschka wie schon tags zuvor über die 100m-Distanz eine neue Bestzeit ins Becken. In 1:58,30 Minuten gab die WM-Finalistin dabei ein dickes Empfehlungsschreiben für die 4x200m-Staffel bei Olympia ab. Zwar muss das Quartett zunächst noch die vom Verband vorgegeben Norm erfüllen und Pietruschka ist nur dann mit dabei, wenn sie auch bis Ende des Qualifikationszeitraums am 18. April unter den Top Vier über die 200m Freistil steht. Die Chancen, dass diese beiden Voraussetzungen erfüllt werden, sehen aber recht gut aus.
Zudem unterbot Pietruschka heute damit problemlos die Norm für die Schwimm-Europameisterschaften, die im Mai in Budapest über die Bühne gehen. Sollte es also mit der Olympiastaffel nix werden, könnten wir sie bei der EM in internationalen Gewässern sehen. Gleiches gilt für Marek Ulrich. Der SSG-Schwimmer stellte über die 100m Rücken in 54,27 Sekunden seine persönliche Bestzeit ein und knackte die Norm für die Europameisterschaften. Auch sein Blick dürfte aber auf Tokio gerichtet sein. Aktuell führt er das Ranking der potentiellen Rückenschwimmer für die deutsche Lagenstaffel bei Olympia an.
David Thomasberger war einen Tag nach seinem Rekorddoppelschlag in Heidelberg ebenfalls noch einmal im Einsatz. Über die 100m Schmetterling stellte er erneut seine starke Form unter Beweis und schlug in 52,84 Sekunden mit persönlicher Bestzeit auf Platz eins an.
Einen neuen Hausrekord konnte auch SSG-Neuzugang Timo Sorgius verbuchen. Über die 200m Freistil holte er gemeinsam mit Louis Dramm (1:52,25 / Dresdner Delphine) einen Leipziger Doppelsieg und kam in 1:51,35 Minuten bis auf gut eine halbe Sekunde an die Norm zur Qualifikation für die Junioren-EM heran. In den weiteren Finals gab es für Yannis Willim über die 200m Brust (2:13,58) und Lia Neubert über die 50m Freistil (26,24) jeweils Rang zwei.
Die Leipziger Wasserhelden haben am Wochenende nicht nur die heimische Schwimmfamily beeindruckt, sondern auch national und in Person von David Thomasberger sogar über die deutschen Grenzen hinaus von sich reden gemacht. Viel Zeit, um sich auf den Lorbeeren auszuruhen, bleibt aber nicht. Schon am kommenden Samstag geht die Jagd auf Tickets nach Tokio und Budapest weiter. Mit dem Wettkampf in Magdeburg steht dann die zweite Station des dreiwöchigen Qualifikationszeitraums im Kalender.
Bildnachweis: „SSG Leipzig / Alibek Käsler“

Besser hätten sich die Leipziger Schwimmer den Auftakt in die Olympiaqualifikation kaum erträumen können: Über die 200m Schmetterling knackte der Messestädter David Thomasberger (Post SV) nicht nur die Normzeit für die Spiele in Tokio. Der 25-Jährige verbesserte beim Meeting in Heidelberg auch den Deutschen Rekord – und das gleich doppelt!
Nachdem er schon im Vorlauf seine starke Form angedeutet hatte und in 1:55,51 Minuten die bisherige Bestmarke, gehalten vom einstigen Leutzscher Ramon Klenz, um 19 Hundertstel unterbot, legte Thomasberger im Finale kräftig nach. In 1:55,04 Minuten drückte er den Deutschen Rekord noch einmal deutlich nach unten. Eine echte Weltklasseleistung: Bei der Schwimm-WM 2019 hätte die Zeit im Finale zum sechsten Platz gereicht und in diesem Jahr waren weltweit gerade einmal zwei Athleten schneller als Thomasberger.
Der Leipziger hat damit zwar das Ticket nach Tokio in der Hand. Die Koffer kann er aber noch nicht ganz packen. Sollten bis zum Ende des Qualifikationszeitraums am 18. April noch zwei andere Deutsche schneller sein als er, würden diese ihn vom Olympiastartplatz verdrängen. Das muss aber erst einmal jemand schaffen: Mit seinen heutigen Leistungen hat Thomasberger im Kampf um die Tickets bärenstark vorgelegt.
Einen gelungenen Einstand in die Olympiaqualifikation legte auch Marie Pietruschka (Post SV) hin. Die Leipziger WM-Finalistin schwamm in Heidelberg über die 100m Freistil in 55,01 Sekunden auf Platz zwei eine neue persönliche Bestleistung und zeigte, dass man sie auch für die Olympiastaffel auf dem Zettel haben sollte. Ihre Vereinskollegin Lia Neubert schlug in 56,88 Sekunden als Sechste an.
Auch in den weiteren Events überzeugten die Leipziger Schützlinge von Coach Frank Embacher. Über die 400m Freistil sicherte sich Louis Dramm (Dresdner Delphine) in 3:58,25 Minuten klar den Sieg in Heidelberg und Timo Sorgius (SV Handwerk) gewann in 51,10 Sekunden die 100m Freistil, über die sein Teamkollege Marek Ulrich im Vorlauf in 50,06 Sekunden die schnellste Zeit abgeliefert hatte. Für Yannis Willim (Post SV) gab es über die 100m Brust in 1:01,79 Minuten Platz drei mit starker neuer Bestzeit.
Bildnachweis: „SSG Leipzig / thesportpicturepage“

Es war ein hartes Jahr für Schwimmer und auch die Spitzenathleten vom Leipziger Landesstützpunkt bekamen das zu spüren: Einschränkungen beim Training, kaum Wettkämpfe und auf gewohnte Höhentrainingslager musste verzichtet werden. Doch all das gilt es jetzt abzuhaken, denn ab dem kommenden Wochenende sind Top-Leistungen gefordert.
Bei Wettkämpfen in Heidelberg (3./4.4.), Magdeburg (10./11.4.) und Berlin (16.-18.4.) nehmen die Schützlinge von Coach Frank Embacher die Tickets zu den Olympischen Spielen in Tokio und zur im Mai in Budapest stattfindenden Europameisterschaft ins Visier. Dabei ist direkt Vollgas angesagt. „Wir haben die Planung etwas umgestellt und werden versuchen, schon in Heidelberg schnell zu schwimmen“, erklärt Trainer Embacher. „Eigentlich sollte das nur der Einstiegswettkampf werden, aber aufgrund der Pandemie-Lage wollen wir jeden Wettkampf voll nutzen, um Leistungen zu zeigen.“
Die Leipziger Olympia-Hoffnungen ruhen vor allem auf dem weltmeisterschaftserfahrenen SSG-Trio Marie Pietruschka, David Thomasberger und Marek Ulrich (alle Post SV). Für Thomasberger liegt die Olympianorm (1:56,30) über die 200m Schmetterling sogar über seiner persönlichen Bestzeit von 1:56,01 Minuten. „Ich bin recht optimistisch und freu mich darauf, endlich mal wieder zu racen. Seit Jahresbeginn bin ich gut durchgekommen und das letzte Heimtrainingslager lief recht gut“, meint der 25-Jährige.
Bei Ulrich und Pietruschka geht der Blick neben den Einzelnormen auch auf die deutschen Staffeln. Für Marek Ulrich heißt das, er muss unter den deutschen Schwimmern in den kommenden drei Wochen die schnellste Zeit über seine Paradestrecke 100m Rücken abliefern. Selbst wenn er dann die Einzelnorm von 53,70 Sekunden nicht erreichen sollte, würde er sich so für die deutsche Lagenstaffel empfehlen. „Ich werde in Heidelberg direkt versuchen, eine ordentliche Zeit ins Becken zu bringen“, kündigt er an. Die mittlerweile in Neckarsulm trainierende aber weiterhin für die SSG Leipzig startende Marie Pietruschka tritt in Heidelberg über die 100 und 200m Freistil sowie die 200m Lagen an. Sowohl 2018 als auch 2019 gelang es ihr, sich über die Staffeln in die Nationalmannschaft zu schwimmen. Dieses Kunststück will sie in den kommenden Wochen wiederholen.
Und die Leipziger Crew hat noch ein paar weitere Asse im Ärmel. So liebäugelt Yannis Willim (Post SV) mit der Olympianorm über die 200m Brust und sollte das nicht klappen, besteht in den kommenden Wochen auch die Möglichkeit, sich für die Europameisterschaften in Budapest zu qualifizieren. Für diese könnte auch Lia Neubert (Post SV) eine Kandidatin für die deutschen Staffeln sein, sollte der Deutsche Schwimm-Verband bei der EM nicht das Olympia-Quartett an den Start schicken. Zudem besteht für den Leipziger Neuzugang Timo Sorgius (SV Handwerk) die Chance, sich für die im Juli in Rom stattfindenden Junioren-Europameisterschaften zu empfehlen und auch Louis Dramm (Dresdner Delphine) will bei den Wettkämpfen in Heidelberg, Magdeburg und Berlin gegen die nationale Konkurrenz auf sich aufmerksam machen. Egal ob Olympia-, EM- oder JEM-Normen gejagt werden: Die Leipziger Schwimmer sind heiß darauf, sich endlich wieder im Wettkampfbecken beweisen zu dürfen.
Liebe Mitglieder,
wie Ihr aus der Presse erfahren habt, wurde am 23.03.2021 eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 18.04.2021 durch die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder vereinbart. Eine verlässliche Aussage für die Fortsetzung unseres Sportes ist nicht möglich. Zwar wurde auf der virtuellen Jahreshauptversammlung des Stadtsportbundes am 22.03.2021 den Vereinen eine gegenüber dem Vorjahr gleichbleibende finanzielle Unterstützung zugesagt, eine verlässlich Prognose und Planung von Training, Wettkämpfen, anderen Veranstaltungen und den damit verbundenen Ausgaben auch nach Ablauf des ersten Quartals des Jahres 2021 ist für uns auf dieser Grundlage jedoch nicht möglich. Bereits erfolgte Planungen sind damit bereits wieder Makulatur.
Wir werden daher in der Mitgliederversammlung unseres Vereins – voraussichtlich im Juni – einen Vorschlag zur zeitlich begrenzten Beitragsreduzierung für Bestandsmitglieder ab dem 2.Halbjahr 2021 erarbeiten und zur Abstimmung stellen. Voraussetzung dieser Reduzierung ist aber, das die Sportförderung nicht verletzt und die Gemeinnützigkeit nicht gefährdet wird. Dabei soll die Beitragsordnung selber nicht geändert werden.
Es ist für uns sehr bedauerlich, dass wir keine besseren Perspektiven aufzeichnen können.
Zu guter Letzt möchten wir Euch noch darauf hinweisen, dass es zwei neue Varianten von Badekappen unseres Vereins gibt.
Diese sind ab sofort unter https://teamfreaks.de/vereinsshops/postschwimmverein-leipzig/ erhältlich.
Wir wünschen Euch ein schönes Osterfest und bleibt Gesund!
Mit sportlichen Grüßen
Uwe Bodusch
Vorsitzender
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Sportfreudinnen und Sportfreunde,
vor ziemlich genau einem Jahr hat die Corona-Pandemie nicht nur den sächsischen Sport, sondern die ganze Welt erfasst. Ohne zu wissen, wie lange uns die Auswirkungen einschränken würden, appellierten wir bereits in einer unserer ersten Meldungen zu dem damals noch unbekannten Erreger an das Verantwortungsbewusstsein unserer Vereine: Denn neben Werten wie Gesundheit, Fitness und Leistung stehen gerade wir als Sport auch für Zuverlässigkeit, Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
All das haben die Vereine im Freistaat in den vergangenen Monaten eindrucksvoll bewiesen. Hinter uns allen liegt eine anstrengende Zeit, voller gesundheitlicher, persönlicher und teilweise auch beruflicher Ungewissheit. Umso beachtlicher ist es, dass die sächsische Sportfamilie den Trainingsbetrieb auch unter ständig wechselnden Einschränkungen am Laufen hält: Mit durchdachten Hygienekonzepten, innovativen Angeboten zum kontaktfreien Sporttreiben und nicht zuletzt mit unermüdlichem Engagement und Ausdauer. Dafür möchte ich Ihnen an dieser Stelle persönlich meinen herzlichsten Dank aussprechen! Der Treue der Vereinsmitglieder und der Umsicht der Verantwortlichen in den Vereinen ist es zu verdanken, dass wir nach dem vergangenen Jahr zwar einen leichten Rückgang an Sporttreibenden vermelden mussten, aber bisher weder die an manchen Stellen befürchteten Massenaustritte noch ein großflächiges Vereinssterben zu beklagen haben.
Als Dachverband des organisierten Sports in Sachsen wissen wir sehr gut um die aktuell äußerst unbefriedigende Situation der Vereine und die zunehmende Ungeduld vieler Mitglieder. Wie in vielen anderen Lebensbereichen werden auch für den Sport ständig neue Verordnungen mit teilweise praxisfernen Auflagen erlassen. Mit einem kurzen Draht zur sächsischen Landespolitik und zahlreichen Wortmeldungen in den Medien treten wir deswegen als Lobbyist für unsere Vereine ein. Trotz überwiegend positivem Feedback aus Sport, Regierung und Öffentlichkeit ist es uns jedoch nicht immer gelungen, unsere Anregungen und Verbesserungsvorschläge in den entsprechenden Verordnungen zu verankern. Das ist auch für uns ernüchternd und unbefriedigend. Aber ich möchte Ihnen versprechen: Wir bleiben dran und kämpfen weiter für die sächsischen Sportler*innen!
Trotz widriger Pandemie-Bedingungen errang der Landessportbund im vergangenen Jahr auch einige Erfolge. So konnten wir trotz des noch nicht beschlossenen Staatshaushaltes die sächsische Sportförderung im Zuwendungsvertrag 2021/22 sicherstellen. Darin enthalten ist sogar eine Erhöhung der Förderung des regelmäßigen Übungs- und Trainingsbetriebs für die Vereine, die im Projekt Breitensportentwicklung einen Antrag stellen. Wir sehen darin eine Anerkennung des Freistaates Sachsen für Ihr unermüdliches Engagement. Zusätzlich konnten wir für die Vereine Erleichterungen bei der Mittelverwendung im Projekt Breitensportentwicklung erwirken. Seit diesem Jahr sind alle Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem regelmäßigen Übungs- und Trainingsbetrieb stehen, als zuwendungsfähig anerkannt. Das hilft gerade in Pandemiezeiten bei zusätzlichen Hygienekosten oder anfallenden Stornogebühren, gilt aber auch in Zukunft, beispielsweise für Betriebsausgaben, Mieten und Pachten.
Glücklicherweise für die meisten Vereine nicht relevant, aber für die Betroffenen doch hilfreich war zudem die Corona-Soforthilfe, die wir im ersten Lockdown im April 2020 kurzfristig und gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI) umgesetzt haben. Über 200 Sportvereine, die durch die Folgen der Corona-Pandemie unverschuldet in einen existenzbedrohenden Liquiditätsengpass geraten waren, erhielten einen Zuschuss von bis zu 10.000 Euro. Auch wenn durch vertiefte Prüfungen bei einigen Vereinen Rückforderungen gestellt werden mussten, wollen wir diese Unterstützungsmaßnahme in 2021 fortsetzen und stehen dazu derzeit in Verhandlungen mit dem SMI. Über unsere Webseite sowie unsere Social-Media-Kanäle informieren wir rechtzeitig über die Antragsmöglichkeiten.
Auf diesem digitalen Weg finden Sie ebenfalls zeitnah nach jeder durch den Freistaat neu veröffentlichten Corona-Schutz-Verordnung unsere Corona-FAQ, in der wir die aktuell für den Sport geltenden Regelungen verständlich aufbereiten. Zusammen mit den Beratungsangeboten der Kreis- und Stadtsportbünde und den Umsetzungshilfen der Landesfachverbände zum Sport unter Corona-Auflagen – z.B. mit Musterhygienekonzepten – versuchen wir als Dachstrukturen auf diese Weise, alle Vereine in der Pandemiezeit und beim hoffentlich baldigen Neustart des Sports bestmöglich zu unterstützen. Um die sportliche Zwangspause zu verkürzen und weiterhin in Kontakt zu bleiben, bieten wir außerdem zahlreiche digitale Angebote zur Aus- und Fortbildung von Übungsleiter*innen, Trainer*innen und Vereinsverantwortlichen an.
Lassen Sie mich abschließend sagen, dass wir als Landessportbund Sachsen uns auch weiterhin mit aller Kraft für den sächsischen Sport stark machen werden. Immer mit dem Ziel, nach der Pandemie gemeinsam zu dem uns bekannten Vereinsleben zurückzukehren und gestärkt und für die Zukunft gerüstet aus der Krise hervorzugehen. Ich würde mich sehr freuen, wenn auch Sie der sächsischen Sportfamilie weiterhin gewogen bleiben. Bei Fragen oder Beratungsbedarf können Sie sich gerne an das Team unserer Geschäftsstelle oder an Ihre Ansprechpartner*innen in den Kreis- und Stadtsportbünden sowie den Landesfachverbänden wenden.
Bleiben Sie gesund und engagiert!
Sportliche Grüße
Ulrich Franzen
Präsident
Landessportbund Sachsen
Hat der Lockdown endlich ein Ende oder wird wieder verlängert? In der Woche vor dem nächsten Corona-Gipfel wendete sich DSV-Präsident Marco Troll mit einem Brief und dringendem Appell im Namen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) an die Bundesregierung. Im Interview erzählt der Freiburger mehr zu seinen Beweggründen, den Problemen an der Basis und der Hoffnung auf mehr Vertrauen.
Die Bundeskanzlerin verhandelt mit den Regierungschef*innen der Länder am Mittwoch über den Fortgang des Lockdowns. Mit welchen Hoffnungen und Erwartungen verfolgen Sie das als DSV-Präsident und damit Interessenvertreter von fast 600.000 Mitgliedern?
Marco Troll: Kurzfristig freue ich mich natürlich, dass der Lockdown endlich die erhoffte Wirkung zeigt und der Inzidenzwert zuletzt deutlich gesunken ist. Und ich hoffe, dass sich dies auch in den Maßnahmen widerspiegeln wird. Was mir jedoch insbesondere als DSV-Präsident aktuell große Sorgen bereitet, sind die langfristigen Auswirkungen der Pandemie für unseren Sport und die Gesellschaft. Genau deshalb habe ich mich in der letzten Woche mit einem Brief an die Bundeskanzlerin und die Regierungschef*innen der Länder gewandt. In der aktuellen Situation reicht es nicht mehr, nur nach Sichtweite zu steuern. Es müssen schon jetzt Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, die uns davor bewahren, langfristig vor Problemen zu stehen, die wir nicht mehr lösen können.
Von vielen Seiten wird bereits von der Angst vor der „verloren Corona-Generation“ gesprochen – im Schwimmen bezieht sich das unter anderem auf die Kinder, die 2020 nicht schwimmen lernen konnten. Was genau fordern Sie dazu in Ihrem Brief?
Marco Troll: Das Problem ist, dass selbst diese Einschätzung noch zu kurzfristig gegriffen ist. Wir steuern auf eine Situation zu, in der wir nicht nur einen Jahrgang verlieren, der im letzten Jahr aufgrund des Lockdowns nicht schwimmen lernen konnte, sondern auf die Tatsache, dass Generationen von Kindern in Deutschland überhaupt keine Chance mehr haben, Schwimmen zu lernen und den Lebensraum Wasser ohne Gefahr für Leib und Leben zu nutzen – weder jetzt noch zukünftig. Wasserfläche war schon immer knapp, doch durch die pandemiebedingten Sparmaßnahmen der Kommunen werden Schwimmbäder nun oftmals langfristig geschlossen, denn Schwimmbäder kosten Geld. Diese Entwicklung muss unter allen Umständen gestoppt werden. Schwimmbäder sind eine Investition in die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung, sie müssen also eher wie Schulen betrachtet werden. In unserem Brief stellen wir daher drei konkrete Forderungen – ein grundsätzliches Bekenntnis der Bundesregierung zum Kulturgut Schwimmen, die besondere Förderung des organisierten Vereinssports in Pandemiezeiten und das Vertrauen in den organisierten Schwimmsport als Teil der Problemlösung in Zeiten der Pandemiebekämpfung.
Nach einer langen Zeit sehnen sich die Menschen immer mehr nach einem Ende der Beschränkungen, die DSV-Mitglieder wollen endlich wieder in die Schwimmhallen. Die Unsicherheit über Verbreitung und Auswirkung neuen Virus-Mutationen könnte aber zu anhaltender Zurückhaltung in Sachen Lockerung führen. Haben Sie davor Angst?
Marco Troll: Nach fast einem ganzen Jahr in der Pandemie haben die Menschen kaum noch Kraft. Wir wissen, dass die Bevölkerung den Sport braucht – für den Körper, aber auch für die Seele. Die Virus-Mutationen sollten natürlich absolut ernst genommen werden. Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist ein ständiger Kreislauf von Öffnungen und Lockdown. Wir sind der Meinung, dass insbesondere der organisierte Vereinssport ein wichtiger Helfer in der Pandemiebekämpfung sein kann. Wir haben funktionierende Hygienekonzepte, und selbst wenn es zu einem Ausbruch kommen sollte, dann können die Kontaktketten innerhalb des Vereins viel besser nachverfolgt werden als zum Beispiel im privaten Raum. Dazu kommt, dass Chlor das Virus nachweislich abtötet. Wir hoffen, dass die Regierung hier ebenfalls erkennt, welchen Beitrag wir leisten können und dem Vereinssport das entsprechende Vertrauen entgegenbringt.
Wie groß ist denn der Druck an der Basis?
Marco Troll: Wir bekommen fast täglich Hilferufe aus unseren Vereinen. Die Schwimmhallen schließen, Mitglieder brechen weg und damit fehlen die so wichtigen Einnahmen. Gemeinsam mit unseren Landesverbänden verschaffen wir uns gerade einen umfassenden Überblick, in welchem Ausmaß die Pandemie bereits zu Mitgliederschwund geführt hat. In Berlin sehen wir zum Beispiel schon jetzt knapp 13 Prozent weniger Mitglieder im Vergleich zu 2019 – und das betrifft vor allem Kinder. Auch im Bereich der Wettkampflizenzen müssen wir hohe Verluste ertragen. Der DSV konnte 2020 nur knapp 40 Prozent seiner geplanten Wettkämpfe durchführen. Ohne das Angebot von Wettkämpfen werden natürlich auch weniger Lizenzen erworben. All das wirkt sich negativ auf den Haushalt aus, und das bei immens steigenden Kosten für aufwendige Hygienekonzepte und Bubbles vor allem für die Olympia-Vorbereitung. Ganz Sportdeutschland kämpft gerade ums Überleben.
Wie sollte es ihrer Meinung nach weitergehen?
Marco Troll: Das Thema Eigenverantwortung ist und bleibt essenziell. Als Gesellschaft müssen wir uns noch einmal zusammenraufen und weiterkämpfen. Für unsere Mitglieder wünschen wir uns ein starkes Zeichen durch die Regierung. Das Bekenntnis zur enormen Relevanz unseres Sports und unserer Mitglieder. Es müssen jetzt kreative Lösungen gefunden werden, die die Sicherheit der Menschen gewährleisten und gleichzeitig eine Öffnung des Vereinssports ermöglichen. Es gibt bereits verschiedene Ansätze, von frühzeitiger Öffnung der Freibäder bis hin zu steuerlichen Erleichterungen für Vereine. Als Spitzenverband stehen wir der Regierung hier gern jederzeit beratend zur Seite, um gemeinsam Lösungen zu finden.
Quelle: Der DSV – Verband – Aktuelles | Deutscher Schwimm-Verband e.V.
Liebe Mitglieder,
der Vorstand hat sich in seiner virtuellen Sitzung am 28.01.2021 mit der aktuellen Situation besonders im Hinblick auf die gesetzlichen Anforderungen beschäftigt.
Die satzungsmäßige Durchführung unserer Mitgliederversammlung im 1.Quartal 2021 ist aufgrund der gegebenen epidemiologischen und gesetzlichen Bedingungen nicht möglich. Nach Abwägung der bestehenden gesetzlichen Regelungen haben wir beschlossen, die Mitgliederveranstaltung Mitte 2021 als Präsenzversammlung durchzuführen, wenn notwendig auch als Freiveranstaltung. Wir werden entsprechend informieren. Eine solche Entwicklung hatten wir bereits in unseren Grüßen zum Jahreswechsel vom 15.12.2020 angedeutet.
Der Vorstand hat sich ebenfalls mit dem Abschluss des Finanzjahres 2020 und der Finanzsituation 2021 beschäftigt. Der erzielte Überschuss ist ausschließlich aus der uns allen bekannten Situation, mit seinen Einschränkungen für unseren Sport geschuldet. Im Jahr 2021 erwarten wir hingegen ein Defizit, da, wie im LVZ Interview vom 14.01.2021 (siehe Anlage) dargestellt, erhebliche Beitragsrückgänge bei Fortbestehen von laufenden Kosten zu erwarten sind.
In diesem Zusammenhang hat der Vorstand festgestellt: Die Beiträge in unserem Verein sind Beiträge für die Erfüllung unserer satzungsmäßigen Ziele. Der Gesetzgeber hat für gemeinnützige Vereine hier die eindeutige Regelung, dass Beitragsrückzahlungen oder das Erlassen von Beiträgen steuerschädlich, also nicht zulässig sind.
In unserem Verein haben sich Übungsleiter angesichts der Situation Gedanken gemacht, wie besonders für Kinder und Jugendliche der Sport und der sportliche Zusammenhalt im Verein gefördert werden können. Dafür wurde eine Zoom-Lizenz durch den Verein erworben und der Übungsbetrieb aus der Ferne und damit an Land in den Wohnungen im Januar planmäßig mit festen Trainingszeiten aufgenommen. Die Resonanz ist sehr gut und wir danken den Beteiligten ganz herzlich!
Im gleichen Atemzug ist zu erwähnen, dass die Übungsleiter – Aus- und Weiterbildungen jetzt virtuell als Abendveranstaltungen durch den Sächsischen Schwimmverband angeboten und durchgeführt werden . Diese Veranstaltungen erfreuen sich einer großen Teilnahme unserer Übungsleiter.
Für 2021 wird, wie im LVZ Artikel vom 14.01.2021 beschrieben, auf uns eine besondere Herausforderung warten. Der Rückstand für unsere Kleinsten – die Nichtschwimmer Kurse – wird dramatischer, da wir es jetzt mit zwei Jahrgängen parallel zu tun haben. Hier werden wir uns, wenn die Rahmenbedingungen konkreter werden, an viele von Euch wenden, um Wege zu finden, die Situation zu meistern.
Wir hoffen, dass es uns gelingt, wieder im oder am Wasser in Kontakt zu treten und ein irgendwie normales Schwimmerleben gestalten zu können.
Liebe Sportler, liebe Eltern, liebe Trainer und Übungsleiter,
es ist eine verrückte, schwere und harte Zeit! Die Pandemie und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen betreffen nicht nur die Wirtschaft, die Kultur und das gesellschaftliche Miteinander, sondern auch den Sport. Welchen Stellenwert der Sport eigentlich hat, kann man jetzt gut erkennen, wenn man sich die Ausnahmeregelungen des Fußballs und des absoluten Spitzensportes in diesen Tagen anschaut. Er dient als „Ventil“, welches die gestressten Gemüter wieder etwas mehr ins Gleichgewicht kommen lässt. Das wird uns jetzt allen bewusst, wie angenehm ein Spieltag der Bundesliga uns vom Alltagsstress ablenkt und die liebe Seele vieler sportbegeisterter Zuschauer besänftigt. Leider hat Schwimmen noch nicht diese Funktion und Außenwirkung wie es z.B. Biathlon oder die Ballsportarten haben, aber unserer „Schwimmfamilie“ fehlt das Wasser, die Wettkämpfe, die Trainingslager, das Vereinsleben und das „Zwischenmenschliche“, was den Alltag so interessant und spannend macht.
Was können wir tun? Wollen wir unsere Sportart langsam sterben lassen oder halten wir dieser Schwimmfamilie die Treue? Na klar, lasst uns diese Zeit gemeinsam durchstehen. Ich glaube, wir haben schon über zwei Drittel dieser entbehrungsreichen Zeit geschafft. Auch wenn uns vielleicht noch ein sehr harter Abschnitt bevor steht, werden wir es schaffen.
Ich bin überzeugt, dass es ein guter Sommer wird, weil viele Menschen die Schutzmaßnahmen akzeptieren und es immer mehr Möglichkeiten der Bekämpfung durch Impfungen verschiedener Hersteller und Produzenten gibt. Wenn sich die Herstellung der Impfstoffe drastisch erhöhen lässt und die Impfbereitschaft sich auch noch weiter verbessert, werden wir das Virus besiegen und damit die verbundenen Einschränkungen beenden können.
Wie ist die derzeitige Situation und warum schreibe ich euch diese Zeilen? Es herrscht Verunsicherung, Zweifel, Motivationsverlust bei den Sportlern, Eltern aber auch bei den Trainern! Aber wir werden für euch da sein, wenn ihr weiter mitzieht, euch schindet und euch quält im Training. Eine sportliche Karriere hat immer „Höhen und Tiefen“, so haben viele Sportler schwere Verletzungen zu überstehen, die auch mehrere Monate dauern können. Wer das durchsteht, geht gestärkt in die Zukunft. Und so sehe ich es auch jetzt! Haltet durch, bleibt dabei, nehmt den Karriereweg weiter oder beginnt ihn auch erst, wie unsere jetzigen Viertklässler, die bestimmt verunsichert sind, ob sie den Weg an die Sportschule gehen sollen? Ja, geht ihn, denn wir sind optimistisch, dass es wieder normale Zeiten werden und wir unseren Weg gemeinsam gehen können! Schwimmer sind die Härtesten und darum versucht mit euren Trainern diese entbehrungsreiche Zeit gut zu überbrücken. Haltet euch fit und versucht euch gegenseitig zu motivieren. Jeder kann jetzt aufmunternde Worte gut vertragen!
Mit sportlichen Grüßen
Frank Embacher
Landestrainer Schwimmen des Sächsischen Schwimmverbandes e.V.
