13.07.2011 – Tolle Sachsenmeisterschaften
Tolle SachsenmeisterschaftenDeutscher Junioren-Rekord von Lisa Graf, Bundeskader-Norm von Stefan Herbst, tolle Bestzeiten von Philipp Sikatzki und Karl-Richard Hennebach und viele Top-Leistungen mehr: Dass die SSG-Schwimmer bei den Sachsenmeisterschaften in der Uni-Halle zum Saisonabschluss so hervorragend unterwegs waren, lag zum Großteil auch an der hervorragenden Organisation. Dabei setzte das Ausrichter-Team des SV Handwerk um Org-Chef Andreas Bobrzik Maßstäbe. Ob Meisterschafts-Homepage, T-Shirts, Einmarsch-Musik oder hochwertige Ehrenpreise des Ausrüsters Arena – die „Handwerker" hatten an alles gedacht. Der Clou: Erstmals wurde in Kooperation mit der Uni-Klinik ein Massage-Service angeboten, der von fast 100 Athleten zwischen Vor- und Endläufen genutzt wurde. Und nachdem bei den Landesjugendspielen vor Wochenfrist der letzte Tag ins Wasser gefallen war, wurden die Wettkämpfe der sächsischen Talente nun kurzerhand mit eingebaut und nachgeholt.LVZ2011-07-13
Luft bei SSG-Schwimmern noch nicht raus – Starke Vorstellung bei den Sachsenmeisterschaften in Leipzig sowie der Junioren-EM in BelgradDeutscher Altersklassenrekord, eine Bundeskader-Norm und jede Menge Bestzeiten: Leipzigs Schwimmer haben kurz vor dem Saisonende noch einmal zugeschlagen. Während Tobias Horn und Serghei Golban bei der Junioren-EM in Belgrad eine gute Vorstellung lieferten, kämpften die anderen SSG-Schwimmer auf heimischer Bahn bei der offenen Sachsenmeisterschaft in der Uni-Halle.
Sensationell war der Auftritt von Lisa Graf über 50 m Rücken: Nach 29,12 Sekunden schlug die 18-Jährige an und stellte damit einen neuen deutschen Juniorenrekord auf. „Super, ich bin sehr zufrieden. Mit der Zeit wäre ich bei der Deutschen Meisterschaft auf Platz drei gekommen." Zudem schlug sie am Samstag die Vizemeisterin Isabell Fischer vom SC Magdeburg – eine ehemalige Leipzigerin – im direkten Vergleich. „Vor den Sachsenmeisterschaften hatte ich etwas mehr Ruhe. Die brauche ich auch, um gut zu schwimmen", begründete der Schützling von Eva Herbst die Steigerung gegenüber der DM in Berlin.
Über das ganze Gesicht strahlte auch Stefan Herbst, wenn auch mit kurzer Verzögerung. „Länger hätte die Tauchphase nicht sein dürfen. Auf dem Video habe ich aber gesehen, dass alles perfekt gepasst hat." Über 50 m Rücken – davon wie erlaubt 15 Meter unter Wasser – erfüllte er in 25,44 s die B-Kadernorm. „Bei den Deutschen bin ich auf Sicherheit geschwommen, hier auf Risiko", so der 33-Jährige. Trainingsmäßig ist er die Landesmeisterschaft etwas ruhiger angegangen. Wichtiger als die 50 seien für ihn die olympischen 100 m Rücken. Die Norm will der Bundeswehr-Soldat vom SSV Leutzsch bei der Militär-WM schaffen. Bis Donnerstag heißt es Tasche packen für Rio de Janeiro.
Überaus zufrieden war Eva Herbst auch mit Tony Wiegmann. Der DM-Zweite gewann alle drei Bruststrecken. „Tony ist in etwa so schnell wie bei den Deutschen geschwommen. Das ist ein stabiles Niveau", freute sich die Trainerin über die Leistung des 20-Jährigen.
Gleich zwei Bestzeiten stellte Karl-Richard Hennebach auf. „Er hat sich am Wochenende richtig gut verkauft", lobte Coach Oliver Trieb. Über 50 m Freistil als Sieger und 100 m Brust „legte er klasse Zeiten hin. Und das nach einem miserablen Jahresbeginn, als er aufgrund Pfeifferschen Drüsenfiebers zwei Monate nicht trainieren konnte", betonte Trieb. Zukünftig will sich der SSG-Athlet auf die Lagen konzentrieren.
Einen Aufwärtstrend zeigte auch Juliane Reinhold. „Gerade über 200 m Freistil hat sie am Ende ihre alte Stärke bewiesen und noch einmal richtig Gas gegeben", analysierte Trieb. Nächste Woche ist für die 17-Jährige Ruhe angesagt, um sich auszukurieren. Doch die Olympia-Saison beginnt früh.
Gut 1000 Kilometer entfernt schwammen Tobias Horn und Serghei Golban bei der JEM um Bestzeiten. Sprinter Golban belegte für Moldawien die Plätze 12 und 33. Horn errang am gestrigen letzten Tag Platz acht im Einzel, nachdem er zuvor mit der Staffel Fünfter war. „Da schwamm er anderthalb Sekunden schneller als sonst. Dies bestätigte er auch im Einzel-Halbfinale", zollte Eva Herbst dem 18-Jährigen Respekt: „Er ist immer für eine Überraschung gut." Dass er über 200 m Freistil als einziger Deutscher das Finale erreichte, erfülle sie mit Stolz. „Das war sein Traum, im Endlauf dabei zu sein. Absolut spitze war auch, dass Tobi im Vorlauf und Halbfinale seine Bestzeit um 1,15 Sekunden unterbieten konnte", freute sich Vater Silvio Horn, der seinen Sohn vor Ort anfeuerte.LVZ2011-07-11
Tobi und Jule sind hart im NehmenTobias Horn hat Wort gehalten. Der SSG-Krauler schwamm gestern bei der Junioren-EM in Belgrad das beste Rennen seiner Karriere. Als Schluss-Schwimmer und bester Deutscher wuchs der Leipziger im 4×200-m-Finale über sich hinaus. Er erzielte in 1:50,25 min die sechstbeste Zeit aller 32 Finalisten. Zu Edelmetall reichte es für den Schützling von Eva Herbst aber nicht. Am Ende landete das DSV-Quartett auf Platz fünf. Die Medaillen gingen nach England, Russland und Polen.
Zur gleichen Zeit in Leipzig ist auch eine SSG-Teamkollegin hart im Nehmen: Ihre Verschnaufzeit nach den 400 m Lagen ist kurz. Es folgt die Videoauswertung. Juliane Reinhold analysiert mit Trainer Oliver Trieb alle vier Schwimmarten. Beim Auftakt der Sachsenmeisterschaft gewann die 17-Jährige souverän in 4:57,69 min. „Unter fünf Minuten war mein Ziel, die Zeit ist okay", sagte sie geschafft. Doch beide sind nicht voll zufrieden. Der linke Fuß schmerzte beim Brustschwimmen. „Das ist eine Sehnenscheidenentzündung", meinte die gebürtige Jenaerin. Zuletzt hatte sie Beschwerden an beiden Bizeps-Sehnen und trainierte vorrangig Beine.
Gestern hatte Juliane Reinhold kaum Konkurrenz. „Es ist schwer, allein vorneweg zu schwimmen", erklärte der Coach. Den Wettkampf schwamm sie aus dem Training heraus. „Er dient schon als Aufbau für die neue Saison", fügte Trieb hinzu. Mit dieser Zeit wäre die Leipzigerin vor gut einem Monat bei den deutschen Meisterschaften auf Platz sechs gelandet, aber sein Schützling musste die Teilnahme krankheitsbedingt absagen. Von solchen Zeit-Vergleichen hält Trieb nicht viel: „Zumindest nicht unter diesen Voraussetzungen."
Am Wochenende folgen weitere Starts. Wichtiger als die 400 m Lagen seien die 200 m Freistil mit Blick auf die Staffel. "Über diese Strecke will ich mich nächstes Jahr für die Olympischen Spiele qualifizieren. Denn da werden die ersten Vier mitgenommen, über 400 m Lagen nur die Erste mit Norm", erklärte Juliane Reinhold, die im Hinblick auf den Neuaufbau auf die Junioren-WM im August in Peru verzichten will.LVZ2011-07-09
Jule schwimmt Ihren WegEinen wahren Medien-Marathon absolviert in dieser Woche die Leipziger SSG-Schwimmerin Juliane Reinhold. Die erste Folge des Fernseh-Mehrteilers „Jule am Start" war am Montag ein voller Erfolg und bescherte dem MDR eine Traumquote. 500 000 Zuschauer verfolgten zum Auftakt die spannenden Geschichten aus dem Alltag des Teenagers – dies war nach den Nachrichten die zweithöchste Quote des Tages. Jule verfolgte die Auftakt-Sendung gemeinsam mit ihrer Familie, Freunden, Trainer Oliver Trieb und dem Produktionsteam in einem Leipziger Hotel. Heute läuft um 19.50 Uhr bereits der dritte Teil, zuvor tritt sie als Studiogast in „Hier ab 4" auf. Morgen hält die Sportmittelschülerin die Abschlussrede aller Zehntklässler, ab Freitag will sie bei den Sachsenmeisterschaften in der Uni-Schwimmhalle schnelle Zeiten ins Wasser „zaubern". Apropos: Zwischendurch erfüllte sie mit ihrem zauberhaften Lächeln und ihrer natürlichen Art Interview-Anfragen des Sachsenspiegels, von Jump-Radio und MDR Radio Thüringen. Und dann stand gestern auch noch die Dopingkontrolle vor der Tür. „Dennoch hat Jule diese Woche nie das Gefühl, dass ihr etwas zu viel wird", sagte Mutter Uta Reinhold, die sich den Erfolg der Sendung gut erklären kann: „Sie spiegelt das wahre Leben wider, da ist nichts verfälscht." Die nächste Staffel im Olympiajahr 2012 wird bereits geplant.LVZ2011-07-06
Postschwimmer veranstalten Ihr eigenes SundschwimmenAlles im grünen Bereich gilt auch für die ehrgeizigen Post-Schwimmer – was die Badekappen-Farbe beim Sundschwimmen betrifft. Denn die wetterbedingte Absage der 47. Auflage der Traditionsveranstaltung lag den Leipzigern schon schwer im Magen. „Bei meinem Sieg im Jahr 1990 waren wesentlich schlechtere Bedingungen", ärgerte sich Holger Maiwald. Doch allen war klar: Heutzutage sind die Organisatoren von Großveranstaltungen so vorsichtig wie nie, wenn man allein an Todesfälle beim Zugspitz-Lauf vor drei Jahren denkt. Die Post-Schwimmer um Ex-Vereinschef Jarno Wittig trotzten dem Wetter, gingen trotz starker Strömung zu ihrem privaten Sundschwimmen in die 19 Grad warme Ostsee. Der ganze Ehrgeiz wurde dann am Abend ins Bowling gesteckt, das der neue Vorsitzende Uwe Bodusch vor Jörg Färber und meinem Kollegen Frank Schober gewann.LVZ2011-07-06
Herbst Doppelmeister in Sachsen-AnhaltLeipzigs Vorzeige-Schwimmer Stefan Herbst (SSG) wurde bei den offenen -Landesmeisterschaften von Sachsen-Anhalt in Magdeburg Titelträger über 50 und 100 m Rücken. In 25,69 und 55,58 s gewann der 33-Jährige ohne ernsthafte Konkurrenz mit Riesenvorsprung, er -verpasste aber in beiden Disziplinen die angestrebte Bundeskader-Norm. Bei den Sachsenmeisterschaften an diesem Wochenende in Leipzig sowie der Militär-WM in Rio folgen noch zwei weitere Chancen auf schnelle Zeiten. Medaillen in der offenen Wertung holten in Magdeburg auch die SSG-Teamkollegen Caroline Pohle, Alenka Crustewitz, Tommi Wolst und Marius Schäffner. Bei der -heute beginnenden Junioren-EM in Belgrad starten Tobias Horn und Serghei Golban.LVZ2011-07-06
Deutsche Meisterschaften im Schwimmen der Masters 01.– 03. Juli 2011 in Hannover
an den Deutschen Meisterschaften der Masters oder am Sundschwimmen?
Diese Frage mussten sich die Masters bereits am Jahresanfang
beantworten, denn beide Veranstaltungen lagen auf dem gleichen Termin.
11
„Postler“ entschieden sich für die Deutschen Meisterschaften und
errangen insgesamt 17 Medaillen. Die Staffeln, vor allem die Lagen –
Mixed – Staffeln, erkämpften super Platzierungen.
Deutscher Meister
4 x 100 m Lagen – Mixed – Staffel AK 80 4:30,93
Marcel Schneider, Martin Kühn, Tanja Starke, Jana Hämmer
4 x 100 m Lagen – Mixed – Staffel AK 160 4:42,04
Christina Spiske, Dirk Schlegel, Heike Händel, Gregor Spengler
4 x 50 m Lagen – Mixed – Staffel AK 160 2:03,94
Tanja Starke 100 m Schmetterling AK 25 1:08,00
2. Platz und Vizemeister
Jana Hämmer 100 m Schmetterling AK 25 1:10,71
50 m Schmetterling 0:29,82
100 m Freistil 1:03,60
4 x 50 m Lagen Männer AK 120 1:56,78
Gregor Spengler, Dirk Schledel, Marcel Schneider, Martin Kühn
4 x 50 m Lagen Frauen AK 120 2:13,22
Christina Spiske, Jeannette Busch, Tanja Starke, Jana Hämmer
3. Platz
Martin Kühn 100 m Brust AK 20 1:10,74
Gregor Spengler 100 m Rücken AK 45 1:08,75
50 m Rücken 0:30,98
100 m Freistil 0:59,07
Tanja Starke 50 m Schmetterling AK 25 0:29,90
Christina Spiske 50 m Rücken AK 35 0:33,55
4 x 50 m Freistil Frauen AK 120 1:58,27
Heike Händel, Christina Spiske, Tanja Starke, Jana Hämmer
4 x 50 m Freistil Männer AK 120 1:44,15
Marcel Schneider, Martin Kühn, Dirk Schlegel, Gregor Spengler
Im starken Teilnehmerfeld, insgesamt gingen Sportler aus 305 Vereinen an den Start, belegten gute 4. Plätze die 4 x 50 m Freistil – Mixed – Staffeln in der AK 80 sowie der AK 160 ( geschwommen sind die Sportler, die auch in
den Lagen – Mixed – Staffeln starteten), 4 x 50 m Lagen – Mixed –
Staffel AK 80, Martin Kühn – 50 m Brust und Heike Händel – 100 m
Schmetterling.
5. Platz Jan – David Jäger – 200 m Freistil, Dirk Schlegel – 100 m Brust
6. Platz Dirk Schlegel – 50 m Brust, Jana Hämmer – 50 m Freistil
Allen Teilnehmern herzlichen Glückwunsch zu den Medaillen sowie den guten Plätzen.

Mit
etwa 580 Mitgliedern zählt der Post SV Leipzig zu den größten
sächsischen Schwimmvereinen. In sieben Schwimmhallen werden die
Schwimmerinnen und Schwimmer von über 60 Trainern trainiert und wir
besetzen die Felder Leistungssport, Wettkampf- und Breitensport,
Freizeitsport sowie Schwimmlernkurse. Für die Sicherstellung des
Trainings- und Wettkampfbetriebs sind wir permanent auf der Suche nach
zuverlässigen und engagierten Trainern und Übungsleitern.
Wir suchen
– Erwachsene oder Jugendliche, die sportbegeistert sind und „schwimmerischen Sachverstand“ haben,
– ab der Saison 2011/2012 verlässlich und regelmäßig eine Gruppe ganz oder teilwiese betreuen,
– und gern mit Kindern- und Jugendlichen arbeiten wollen.
Wir bieten
– einen gut geführten und geleiteten Verein,
– Hilfestellung bei der Einarbeitung und Betreuung,
– ein gutes Vereinsklima,
– eine angemessene Übungsleiterentschädigung sowie
– finanzielle Unterstützung bei der Ausbildung zum C-/B-Lizenz Trainer.
Interesse?
Dann melden Sie sich bitte zunächst kurz per Mail bei Vereinsvorsitzenden Uwe Bodusch unter info@postsvleipzig.de. Wir freuen uns auf Sie!
Masters-Erfolge, Absage am SundPech hatten am Wochenende rund 40 Leipziger Freiwasser-Schwimmer, die sich akribisch auf das Sundschwimmen zwischen der Insel Rügen und der Hansestadt Stralsund vorbereitet hatten. Denn erstmals in der 47-jährigen Geschichte wurde die Traditionsveranstaltung wegen Winböen bis Stärke 8 kurz vor dem Start abgesagt. Zuvor war der Kurs von 2,3 km bereits an den Strand verlegt und auf 1,9 km verkürzt worden. Zu den Favoriten, die enttäuscht die Heimreise antreten mussten, zählte Toni Franz (SC DHfK), der nach seinem Karriere-Ende und abgeschlossenen Medizin-Studium nun unter die Freizeitsportler gegangen ist.
Dagegen freuten sich die Masters-Schwimmer der Messestadt über kuschelig warme Bedingungen bei den deutschen Kurzstrecken-Meisterschaften auf der 50-m-Bahn in Hannover. Wie gewohnt bestimmten die Leipziger von der Altersklasse 20 bis zu den 80-Jährigen das nationale Niveau mit. Nach drei Wettkampftagen kamen sie auf neun Gold, zehn Silber- und elf Bronzemedaillen. Sechs der neun Titel wurden von den Staffeln errungen: Hier waren die Post-Schwimmer ebenso wie die Leutzscher dreifach siegreich.
Zwei Einzel-Goldmedaillen sicherte sich einmal mehr Jürgen Zimmermann vom VfK Blau-Weiß. Der Brust-Spezialist – er ist zugleich amtierender Welt- und Europameister der AK 70 – blieb über 100 m in 1:29,95 min unter der 1:30-Marke. Über 50 m schlug er nach 38,82 s an. Die 100 m Schmetterling der AK 25 entschied Tanja Starke (Post) in 1:08,00 min für sich.LVZ2011-07-05
Ein Mädchen schwimmt seinen Weg – Olympia-Hoffnung Juliane Reinhold im MDR-FernsehenEin Mädchen aus Mitteldeutschland will 2012 bei den Olympischen Spielen dabei sein. Schwimmerin Juliane Reinhold, geboren in Jena, lebt und trainiert in Leipzig, wirft all ihr Talent und ihren Fleiß in die Waagschale, um es nach London zu schaffen. Dabei wird die 17-Jährige von vielen Seiten unterstützt, auch im LVZ-Projekt 12-4-12. Der MDR bringt die ehrgeizige Athletin in seiner Sendung „Jule am Start" dem Fernsehpublikum näher (4. bis 7. Juli und am 9. Juli jeweils 19.50 Uhr).
Die Zuschauerinnen und Zuschauer sind dabei, wenn die junge Sportlerin bei wichtigen Wettbewerben als Erste anschlägt oder Niederlagen verkraften muss, wenn sie trotz Trainingsstress versucht, wie ein „normaler" Teenager zu leben. Die Bilder zeigen, wie der Leistungssport den Alltag diktiert, wie ihre Mutter vor Aufregung ausflippt, und der Vater ihr beruhigend in der Halle zulächelt. Der Traum von Olympia wird greifbar.
Die SSG-Athletin schwimmt Freistil und Lagen, schneller als Franziska van Almsick im gleichen Alter, technisch unschlagbar und überdurchschnittlich erfolgreich. Momentan bereitet sie sich intensiv auf die Sachsenmeisterschaften vor, die ab 8. Juli in der heimischen Uni-Schwimmhalle stattfinden. Bekanntlich musste Juliane Reinhold bei den deutschen Titelkämpfen Anfang Juni wegen einer Angina passen.
Der Weg zum Olymp ist steinig und unberechenbar. Die Fernsehbilder zeigen, wie Jule ohne ihren vertrauten Trainer zum internationalen Wettkampf antreten muss und sie als Letzte ins Ziel kommt. Krankheitsbedingt folgen drei Wochen Pause. Da steht plötzlich eine Dopingkontrolle in der Wohnungstür. Beeinflussen die Medikamente das Ergebnis? Direkt vor der deutschen Meisterschaft reist Jule nach Tschechien zu einem geheimen Wettkampf, um ihre Leistungsfähigkeit und ihr Nervenkostüm zu testen, keine ihrer Konkurrentinnen soll vorher wissen, welche Zeiten sie wirklich bringt. Dann wird durch den DSV das wichtige Trainingslager auf Teneriffa gestrichen, sie sucht verzweifelt nach Sponsoren für diese Reise, schließlich fährt sie auf eigene Faust mit dem Coach auf die Insel. Aber die Kamera ist auch bei den erfreulichen Überraschungen dabei, zum Beispiel, wenn Juliane ganz unerwartet bei der deutschen Kurzbahn-Meisterschaft eine Medaille holt.
Die Fernsehleute, die sie ein halbes Jahr auf Schritt und Tritt begleitet haben, kennt die Hauptperson schon lange. 1998 war ihre Familie zu Gast in der MDR-Show „Alles Gute zum Muttertag". Familie Reinhold, das sind Mutter, Vater und zwölf Kinder. In der Show schloss das Publikum die vierjährige Jule sofort ins Herz. Sie wurde zum „Star" des Abends, aber niemand konnte seinerzeit ahnen, dass die freche Kleine aus der sympathischen Großfamilie einmal eine deutsche Olympia-Hoffnung werden würde.
Der Weg von Juliane Reinhold läuft bis zum Ende der 4. Klasse geradeaus: Schule, Schwimmhalle, Hausaufgaben, Medaillen Dann wird Jena zu klein für das Talent und der Umzug nach Leipzig für die Familie unvermeidlich. Die Reinholds organisieren sich neu: Jules erwachsene Geschwister bleiben in Thüringen oder ziehen nach Süddeutschland, der älteste Bruder wandert aus in die Schweiz, viele gründen eigene Familien und unterstützen das Schwesterherz von nun an aus der Ferne: hier mal ein Badeanzug, eine neue Schwimmbrille, ein kleiner Zuschuss zum Trainingslager Schwimmen ist ein teurer Sport auf den zweiten Blick, unmöglich finanzierbar für Rentner Hannes und Hausfrau Uta.
Zwar leben von ihren zwölf Kindern jetzt nur noch zwei im Haushalt, doch Jule zählt für drei; ihre Spezialnahrung, Aufbaupräparate und Sonderwünsche nagen am Kontostand. Das bedeutet für die Eltern: rechnen, streichen, entsagen Bestimmte Dinge aber müssen sein: wenn Jule im Berliner Velodrom deutsche Meisterin ihrer Altersklasse wird, sind Reinholds ein Fanblock für sich – mit Rasseln, Tröten, Schreien bis zur Heiserkeit – wozu hat man denn elf Geschwister, denkt Jule in solchen Momenten.LVZ2011-07-02