30.06.2011 – Medaillenempfang für Leipziger Schwimmer mit Sport-Bürgermeister

Medaillenempfang für Leipziger Schwimmer mit Sport-BürgermeisterAuf ihre immerhin 18 Medaillengewinner bei den diesjährigen deutschen Meisterschaften – von den 12-jährigen Mehrkampf-Talenten bis zum 33-jährigen Methusalem Stefan Herbst – können die Leipziger Schwimmer zu Recht stolz sein. Deshalb luden die Startgemeinschaft SSG und der Förderverein Vesch die besten Wasserratten traditionell zum Medaillenempfang im Leipziger Ärztehaus Johannisplatz über den Dächern der Stadt ein, bei dem auch Sport-Bürgermeister Heiko Rosenthal, Sportamtsleiterin Kerstin Kirmes und Landesverbands-Präsident Dr. Wolfram Sperling gratulierten. Da die Leistungsträger Juliane Reinhold und Serghei Golban in Berlin aus gesundheitlichen Gründen passen mussten, verfehlten die SSG-Schwimmer ein noch grandioseres Gesamt-Ergebnis.

Der Medaillenempfang war ein angenehmer Abend, was neben dem Traumwetter auch an der launigen Moderation von Leipzigs Kult-Sprecher Roman Knoblauch und an der Laudatio von Frau Prof. Dr. Maren Witt von der Universität Leipzig lag. Die Vizepräsidentin des Landesverbandes lockerte ihre Rede mit amüsanten Videoaufnahmen aus den 50-er und 60-er Jahren auf, die das damalige Trockentraining der Delfin- und Brustbewegung zeigten.

Eines wurmt die Leipziger Schwimmer indes sehr: Dass keine von ihnen die megaharten DSV-Normen für die WM in Shanghai geknackt hat. Doch Stefan Herbst fliegt immerhin zur Militär-WM nach Rio, Tobias Horn und Serghei Golban (für Moldawien) starten bei der Junioren-EM in Belgrad. Und wenn die lädierte Schulter hält, fliegt Serghei sogar noch zur WM. Besonders herzlich verabschiedeten die Schwimmer den DHfK-Kunstspringer Stephan Feck nach Shanghai. Dieser musste wenige Tage vor der Abreise nach China eine Hiobsbotschaft verkraften: Sein Trainer Uwe Fischer fliegt auf ärztliches Anraten nicht mit nach Fernost, da er sich im Mai die Achillessehne angerissen hat und seine Reha-Maßnahmen daheim fortsetzen muss. Wer „Fecki“ kennt, der weiß: Jetzt ist er nochmal so motiviert, mit einer Medaille heimzukehren.Frank SchoberLVZ2011-06-30


Der
vom Förderverein Vesch e.V. veranstaltete Empfang für die
Medaillengewinner der diesjährigen Deutschen Meisterschaften im
Schwimmen war wieder ein voller Erfolg für den Leipziger Schwimmsport.
Im Beisein von Heiko Rosenthal, dem Sportbürgermeister der Stadt
Leipzig, wurden noch einmal alle Sportler in einem würdigen Rahmen für
Ihre tollen sportlichen Leistungen geehrt und mit einem Präsent
ausgezeichnet.

Geehrt wurden auch die Postschwimmer Marie Pietruschka, Marius Schäffner, Tommi Wolst und Michel Ullrich.

Herzlichen Glückwunsch!



Jule am Start – Ein Mädchen schwimmt seinen Weg

Sendetermine: 04.07., 05.07., 06.07., 07.07., 09.07.2011 jeweils um 19.50 Uhr im MDR Fernsehen

Ein
Mädchen aus Mitteldeutschland will 2012 bei den Olympischen Spielen in
London dabei sein. Juliane Reinhold (17), geboren in Jena, lebt und
trainiert in Leipzig, wirft all ihr Talent und ihren Fleiß in die
Waagschale, um es nach London zu schaffen. Die Zuschauerinnen und
Zuschauer sind dabei, wenn Jule bei wichtigen Wettbewerben als Erste
anschlägt oder Niederlagen verkraften muss, wenn Sie trotz
Trainingsstress versucht wie ein „normaler“ Teenager zu leben. Wir
erleben mit, wie der Leistungssport den Alltag diktiert, wie ihre Mutter
vor Aufregung ausflippt und wir spüren mit ihr die Erleichterung, wenn
der Vater ihr beruhigend in der Halle zulächelt.

Der Traum von
Olympia wird greifbar. Aber erst am Ende der 5 Folgen „Jule am Start“
werden wir wissen, ob das Mädchen eine echte Chance hat oder ob all die
Anstrengungen und Opfer vergeblich waren. Bis dahin wird vieles
passieren, mit dem niemand gerechnet hat: Jule muss ohne ihren
vertrauten Trainer zum internationalen Wettkampf antreten und kommt als
letzte ins Ziel, sie wird krank und fällt drei Wochen aus. Da steht
plötzlich eine Dopingkontrolle in der Wohnungstür.

Beeinflussen
die Medikamente das Ergebnis? Direkt vor der Deutschen Meisterschaft
reist Jule nach Tschechien zu einem geheimen Wettkampf um ihre
Leistungsfähigkeit und ihr Nervenkostüm zu testen, keine ihrer
Konkurrentinnen soll vorher wissen, welche Zeiten sie wirklich schwimmen
kann. Dann wird durch den DSV das wichtige Trainingslager auf Teneriffa
gestrichen, sie sucht verzweifelt nach Sponsoren für diese Reise,
schließlich fährt sie auf eigene Faust mit dem Trainer auf die Insel.
Aber die Kamera ist auch bei den erfreulichen Überraschungen dabei, z.B.
wenn Jule ganz unerwartet bei der deutschen Kurzbahnmeisterschaft eine
Medaille holt. Die Fernsehleute haben Jule ein halbes Jahr auf Schritt
und Tritt begleitet.

Anschrift

MDR FERNSEHEN
04360 Leipzig

Quelle: http://www.mdr.de/tv/


Mit
drei Medaillen kehrten die Postschwimmer von den Internationalen
Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen in Rostock zurück. Bei
nur 18 Grad Wassertemperatur und kühlen äußeren Bedingungen gewann Tommi
Wolst bei seinem Freiwasser-Debüt im Rostocker Stadthafen Bronze im
Jahrgang 1996 über 2,5 km. Zwei weitere Medaillen gab es über diese
Distanz für unsere Masters. So wurde Uwe Bodusch Deutscher Meister in
der AK 30 und Martin Kühn erkämpfte sich Bronze in der AK 20. Über die 5
Km Distanz kam Martin Kühn als Fünfter seiner Altersklasse ins Ziel.

Herzlichen Glückwunsch!

Siegerehrung 2,5 km Jahrgang 1996



Siegerehrung 2,5 km AK 20



Siegerehrung 2,5 km AK 30


Dreimal Edelmetall – Leipziger Schwimmer fischen Medaillen aus der OstseeBei den deutschen Langstreckenmeisterschaften der Schwimmer im Rostocker Stadthafen gab es drei Medaillen für die Leipziger Starter. Gold aus der 18 Grad kalten Ostsee fischte Uwe Bodusch über die 2,5-km-Distanz der Altersklasse 30. Der Vereins-Chef der Post-Schwimmer hatte tags zuvor schon die 5 km als Dritter beendet, doch das Kampfgericht stufte den Schwimmanzug des 32-Jährigen als nicht regelkonform ein und disqualifizierte den Sachsen.

In der AK 20 war sein Vereinskollege Martin Kühn über 2,5 km vier Sekunden langsamer – dies reichte zu Bronze. Auch in der Jugend holte ein Post-Schwimmer Bronze: Der für die SSG startende Leistungssportler Tommi Wolst war zwei Minuten schneller als sein Vereins-Chef (32:46 Minuten über 2,5 km) und wurde Dritter des Jahrganges 1996. Wolst hatte bereits bei den deutschen Beckenmeisterschaften vor drei Wochen in Berlin eine Medaille errungen.

Ein starkes 5-km-Rennen schwamm in Rostock auch Daniel Weiß (SSG). Der 17-Jährige wurde beim Ausscheid für die Junioren-EM Elfter und verpasste in starken 58:52 Minuten als Sechster seines Jahrganges nur um neun Sekunden das Podest.Frank SchoberLVZ2011-06-27



Jubel über das Belgrad-Ticket – In der Jugend überzeugen die SSG-Schwimmer Tobias Horn und Philipp Sikatzki in BerlinEbenso hart umkämpft wie die WM-Tickets nach Shanghai waren bei der Schwimm-DM in Berlin die Fahrkarten zur Junioren-EM nach Belgrad. Am letzten Tag konnte Tobias Horn (SSG Leipzig) jubeln. Über 200 m Freistil qualifizierte sich der 18-Jährige als Zweiter fürs Einzel- und Staffelrennen. Knapp am JEM-Ticket vorbei schrammte Teamkollege Philipp Sikatzki. Der zweifache Jahrgangsmeister musste zwei älteren Rückenschwimmern den Vortritt lassen und greift 2012 neu an.

Tobias Horn bewies Nervenstärke. „Bestzeit und Norm, besser geht es nicht“, sagte der Sportschüler erleichtert, als er nach 1:52,37 min als Erster anschlug. Er musste das Junioren-Finale gewinnen, denn der härteste Kontrahent folgte einen Lauf später im B-Finale. Und Tobias nutzte seine letzte Chance nach sechs harten Meisterschafts-Tagen, an denen er sich auch in beide SSG-Männerstaffeln voll reinkniete und dabei Silber sowie Rang vier holte.

Es ist die zweite JEM-Teilnahme nach seinem Auftritt in Helsinki vor einem Jahr. Über 400 m Freistil wurde er ein wenig Opfer des undurchsichtigen Modus. Zwar holte er hier als A-Finalist Gold im Jahrgang. Doch im Kampf um den JEM-Start hatte er es auf der Außenbahn schwer und musste zwei Schnellere des Junioren-Laufes noch vorbeiziehen lassen. „Da ist Tobi im Finale etwas zu schnell angegangen. Aber es ist auch schwer, im A-Lauf neben dem schnellen Feld sein Tempo zu finden“, sagte Trainerin Eva Herbst.

Neben dem Kraulspezialisten ragte der vielseitige Philipp Sikatzki heraus. Der Sportgymnasiast versuchte sein Glück auch in Lagen und Schmetterling. Doch über 50 und 100 m Rücken schlug in Berlin seine Stunde, holte er souverän Doppel-Gold. Über 50 m stand er mit 17 Jahren sogar erstmals neben Stefan Herbst im A-Endlauf der Männer, was ihn sichtlich mit Stolz erfüllte. In 26,66 s erfüllte er die JEM-Norm und wurde Achter der Männer. Doch der Startplatz für Belgrad ging um zwölf Hundertstel vor seiner Nase weg. Über 100 m Rücken schwamm er in 57,55 s um fünf Hundertstel an der Richtzeit vorbei. „Da fehlt es bei mir noch an den letzten zehn Metern“, gab der Schützling von Oliver Trieb zu.

Im Nachwuchs gab es für die SSG sechs Gold-, drei Silber- und fünf Bronzemedaillen. Das Fehlen von Juliane Reinhold (Angina) und Serghei Golban (Schulterverletzung) konnte von den jüngeren Jahrgängen nicht kompensiert werden. Eine positive Entwicklung in Richtung 2016 und 2020 wird immer schwieriger, da die Schwimmer wegen der drastischen Mittelkürzungen seit 2009 durch Bund, Land und Stadt ab Sommer mit einem hauptamtlichen Coach weniger auskommen müssen. Jirka Letzin, der in Berlin mit Marius Schäffner und Tommi Wolst zwei Medaillengewinner stellte, orientiert sich beruflich neu, seine Stelle wird nicht neu besetzt. Damit gibt es in Leipzig nur noch vier hauptamtliche Trainer für alle Stützpunktgruppen ab Altersklasse 11. Zum Vergleich: Bis 1990 hatte der SC DHfK 24 Schwimmtrainer. Das sagt vielleicht schon alles.Frank SchoberLVZ2011-06-07

„Man bekommt nichts geschenkt“ – Sieben Medaillen für SSG-Schwimmer bei der DM in BerlinFünf Mal Silber und zwei Mal Bronze errangen die Leipziger SSG-Schwimmer bei den deutschen Meisterschaften in Berlin. Am knappsten verpasste USA-Student Hannes Heyl eine Normzeit für die Welttitelkämpfe in Shanghai. Das Ticket zur Junioren-EM in Belgrad sicherte sich Kraulspezialist Tobias Horn. Dennoch hielten sich Freude und Ärger die Waage.

Im allerletzten Finale gestern um 16.35 Uhr wollte Hannes Heyl nach Silber über 50 Meter Schmetterling noch eins draufsetzen. Er gehörte über 100 Meter lange zum Spitzentrio, doch die Sensation gelang dem 24-Jährigen nicht ganz. Auf den letzten Metern wurden die Arme schwer, am Ende fehlten neun Hundertstel zu Bronze.

Auch Altmeister Stefan Herbst ist an seine Grenzen gestoßen. Der 33-jährige SSG-Chef-Schwimmer führte zwar die Lagenstaffel zu Silber, schaffte aber in den Einzelstrecken nur die Plätze drei, vier und zehn und verpasste das WM-Ticket für die 4×100-m-Freistilstaffel um eine Sekunde.

Über 100 m Rücken war er nach 80 Metern am Ende seiner Kräfte. Zwar wiederholte er in etwa seine Zeiten des Vorjahres. Doch das Niveau ist ein Jahr vor London deutlich angezogen, die ohnehin schon schwere vierte Olympiateilnahme ist für den Sportsoldaten momentan scheinbar unerreichbar. „So ist der Leistungssport, man bekommt nichts geschenkt“, sagte Herbst. Seit zwei Monaten trainiert er nach einem Sprint-Konzept. Dieses komme nun noch einmal auf den Prüfstand.

Zwei Silbermedaillen, und doch Tränen der Enttäuschung: So stellte sich gestern die Situation für Lisa Graf dar. Die Sportgymnasiastin schlug über 100 und 200 m Rücken jeweils deutlich als Zweite an, verpasste aber jeweils auch klar ihre Bestzeiten: „Es ist krass, dass man mit durchschnittlichen Zeiten in Deutschland Zweiter wird. Für mich ist traurig, dass ich hier langsamer geschwommen bin als im März. Irgendwas ist schiefgelaufen in der Vorbereitung – nur was?“, fragte sich die 18-Jährige, die am Sonnabend extra die Lagenstaffel weggelassen hatte, um tags darauf im Einzel zu glänzen. Doch auf ihrer Spezialstrecke 100 m Rücken fehlten zwei Sekunden zu Gold und damit zum Sprung in die WM-Lagenstaffel.

Freude pur dagegen herrschte bei Tony Wiegmann: Der 20 Jahre alte Spätstarter war im Vorjahr nach seiner ersten Jahrgangs-Medaille überwältigt, diese glänzte sogar golden. Und nun steigerte sich der 200-m-Brust-Spezialist erneut um sagenhafte drei Sekunden und errang sogar Silber bei den Männern. Zunächst freute er sich innerlich: „Aber heute Abend flippe ich aus. Ich bin total happy, bin froh, dass ich die Bestzeit aus dem Vorlauf bestätigen konnte.“ Denn die Schwimmwoche in Berlin kostete Kraft, zumal der Schwimmmeister der Sportbäder GmbH als Amateur wesentlich weniger trainiert als die Sportsoldaten, Studenten und Sportschüler.

„Nach dem Vorlauf war ich völlig sprachlos, konnte weder lachen noch weinen vor Glück.“ Vor dem Finale hatte er ein wenig Angst, dass nicht nur die Kraft fehlt, sondern auch die Renneinteilung schiefgeht. „Ich habe heut früh noch eine SMS von meinem Mental-Coach bekommen. Er meinte, ich soll mich in den Arm kneifen und alle Negativ-Gedanken beiseite schieben.“ Mit seiner roten Signal-Badekappe stellte er aber alle Signale auf Silber. Nun würde er gern in den kommenden Monaten professioneller trainieren, Gespräche mit dem Arbeitgeber stehen an.

Männer-Lagenstaffel, Silber: Stefan Herbst, Michel Ullrich, Hannes Heyl, Tobias Horn. Junioren-Medaillen, Gold: Philipp Sikatzki (100 R), Silber: Tobias Horn (200 F), Marius Schäffner (100 R), Bronze: Marie Pietruschka (200 B)Frank SchoberLVZ2011-06-06


Mit
sechszehn Sportlerinnen und Sportler nahm der Post SV an den
diesjährigen Deutschen Meisterschaften im Schwimmen in Berlin teil. Bei
der als Schwimmwoche deklarierten Veranstaltung wurden die Titel in der
Offenen Klasse sowie im Jugend- und Juniorenbereich vergeben. Abgerundet
wurde die Meisterschaft mit dem Jugendmehrkampf der Jüngsten.

Michel
Ullrich und Anna-Marie Macht konnten sich als Starter der Staffeln der
SSG Leipzig jeweils über eine Silber- bzw. Bronzemedaille freuen: Michel
in der Staffel 4x100m Lagen und Anna-Marie in der Staffel 4x100m
Freistil.

In
der Jugend gewannen Medaillen Marius Schäffner (Silber über 100m
Rücken), Marie Pietruschka (Bronze über 200m Brust) und Tommi Wolst
(Bronze über 200m Lagen).

Ihren
ersten großen Wettkampf bestritten die drei zwölfjährigen
Nachwuchssportler Anna Lena Hamel, Laura Matei und Christian
Schneiderheinze, die allesamt erfolgreich am Jugend-Mehrkampf
teilnahmen.

Herzlichen Glückwunsch!

Vereinsergebnisse Deutsche Meisterschaften


Ein Zehntel fehlt zum großen Coup – Schmetterling Hannes Heyl überrascht mit Silber – auch die Staffel / Bronze für Stefan HerbstSilber für USA-Rückkehrer Hannes Heyl über 50 m Schmetterling sowie Bronze für Stefan Herbst über 50 m Rücken und die 4×100-m-Freistilstaffel der Damen (Carolin Sperling, Anna-Marie Macht, Saskia Donat, Stefanie Meyer): Dies war die Ausbeute der Leipziger SSG-Schwimmer am ersten großen Finaltag der deutschen Meisterschaften in Berlin.

Insgeheim hatte sich Heyl sogar den ganz großen Coup vorgenommen – Kurzbahn-Weltrekordler Steffen Deibler zu schlagen. Doch der Hamburger war mit seinem Blitzstart zu weit enteilt, am Ende fehlte dem Sachsen in starken 23,57 s eine Zehntel zu Gold und zwei Zehntel zur WM-Norm. „Wir waren zu schnell für die Anzeigetafel“, lautete Heyls erster Kommentar, diese blieb nach den 50 m Schmetterling zunächst schwarz. Doch auch optisch war der leichte Vorteil Deiblers zu erkennen.

Seit vier Jahren studiert und trainiert Heyl in Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana, sein Auftritt in Berlin überrascht viele. Die SSG Leipzig musste um seinen Start kämpfen. Denn sein Name stand in keiner DSV-Bestenliste. Es mussten Protokolle aus den USA eingereicht werden, wo viele Wettkämpfe aber auf Yard- und nur die wenigsten auf 50-m-Bahnen stattfinden. Mal flog er raus aus der Startliste, mal stand er wieder drin. Der Kampf hat sich gelohnt, heute wird der ehemalige Lok-Mitte-Mann auch die SSG-Lagenstaffel bereichern.

Es sind in den vergangenen Jahren schon einige Leipziger Schwimmer in die USA gezogen, um neben dem Studium den Sport zu perfektionieren. Hannes Heyl ist der erste, der zu deutschen Meisterschaften in Top-Form zurückkommt. Rein äußerlich ist er fast der alte. Acht Kilo habe er zugenommen, „alles Muskelmasse“ fügt er schmunzelnd hinzu. Es sei eine Frage der Disziplin, am Buffet in der Mensa die Cheeseburger links liegen zu lassen: „Es gibt auch gesunde Sachen, man muss sie nur finden.“ Bei 1,83 Meter Körpergröße wiegt der Sachse nun 86 Kilo. „Die sieht man mir aber nicht an.“ Er ist halt ein Sprintertyp, für einen Schwimmer eher klein.

Er lobt die Bedingungen in den USA, will aber nicht sagen, dort sei alles besser. „Es hat sich auch in Leipzig einiges getan, seit ich weg bin“, sagt der 24-Jährige. Beispielsweise, dass die Stützpunkttrainer Eva Herbst und Oliver Trieb von Fitness-Coach Hagen Pietrek unterstützt werden, dessen Finanzierung aber immer wieder ein Kraftakt darstellt.

Schwimmen, stellt „Heyler“ klar, sei auch an seiner Uni eine Randsportart. „Man kennt mich auf dem Campus, aber richtig interessiert ist nur ein begrenzter Kreis. Das starke Football-Team der Uni sei in aller Munde, es bringt einen Umsatz von jährlich 50 Millionen Dollar: „Dabei fallen auch Gelder für fünf Schwimm-Trainer, unsere Flüge quer durchs Land und die Hotelübernachtungen mit ab.“ Unter den Schwimmern in Baton Rouge ist er dennoch eine Legende: Im März schwamm er bei den US-College-Meisterschaften über 100 Yard Schmetterling als Siebter einen Uni-Rekord. Als Finalist darf er sich ein „All American“ nennen. Das habe seit 30 Jahren kein Louisiana-Schwimmer geschafft.

In den USA schlug er gleich im ersten Jahr gut ein, stagnierte dann 24 Monate, um in dieser Saison einen gewaltigen Sprung zu machen. Seine vier Jahre Studium des Finanzsystems gehen nun zu Ende, das Stipendium läuft aus, das Training müsste er aus eigener Tasche bezahlen. Also beendet er die Karriere? „Mit dem Gedanken habe ich mich schon vertraut gemacht. Aber wenn ich die WM schaffe, hänge ich noch ein Jahr dran.“ Doch Shanghai ist aufgrund der Hammer-Normen weit weg. „Ich verstehe die Normen nicht“, sagt er. Da ist er in Berlin nicht der einzige.

Jahrgangsmedaillen, Gold: Tobias Horn (400 F), Philipp Sikatzki (50 R), Bronze: Tommi Wolst (200 L).Frank SchoberLVZ2011-06-04