Post SV stellt Weichen für die Zukunft


Auf der jüngsten Mitgliederversammlung unseres Vereins am vergangenen
Freitag standen mit einer Reihe von Satzungsänderungen und
Vorstandsneuwahlen für die Periode 2011 bis 2014 zwei wichtige Themen auf der
Tagesordnung. Einstimmig wurde der bisherige Vorstand entlastet und mit Uwe
Bodusch (Vorsitzender), Reinhard Maiwald (stellv. Vorsitzender), Holger Maiwald
(Vorstand Sport), Angelika Otto (Vorstand Finanzen) sowie Jörg Kolonko
(Vorstand Vereinsentwicklung) eine neue Führungsmannschaft gewählt, die am 1.
Januar 2011 ihre Arbeit aufnimmt.

Die vom Vorstand vorgeschlagenen Satzungsänderungen wurden erläutert,
diskutiert und wie vorgeschlagen verabschiedet. Nach der Genehmigung durch das
Amtsgericht steht Euch diese wie gewohnt im Download-Bereich auf www.postsvleipzig.de zur Verfügung.

Staffel-Gold und ein paar Missgeschicke – SSG-Schwimmer orientieren sich am 32-jährigen Stefan Herbst und werden mit dem Oldie deutscher MeisterZwei Tage nach den erfolgreichen deutschen Kurzbahn-Meisterschaften sitzen die SSG-Staffelschwimmer in der Uni-Schwimmhalle zusammen und fragen sich laut: „Was machen wir eigentlich, wenn Stefan eines Tages nicht mehr mit dabei ist?“ Doch Stefan Herbst, der absolute Oldie in der Runde, beruhigt seine vier 17 bis 19 Jahre alten „jungen Hüpfer“ sofort: „Die nächsten zwei Jahre habt ihr mich noch an der Backe.“ Der 32-Jährige ist momentan und auch in Zukunft aus einem Leipziger Team nicht wegzudenken. Und es verfestigt sich der Eindruck, dass er wohl auch mit 40 noch in jede 4×50-m-Staffel gehören wird.

Herbst sieht jedoch den Tag deutlich vor Augen, an dem er nicht mehr der Schnellste ist. „Serghei hat mich schon fast eingeholt. Der Sack ist nächstes Jahr bestimmt schneller als ich“, sagt er über den aus Moldawien stammenden Serghei Golban. Der 17-Jährige wohnt mit dem Altmeister in einer WG und orientiert sich daher ganz besonders an ihm. Viele meinen, diese Nähe (und der eine oder andere Anschiss) tun dem Sportgymnasiasten sehr gut. „Leider setzt er nicht jeden meiner Hinweise um“, meint der Ältere. Er selbst brauchte viele Jahre, ehe er seinen Heißhunger ab und an zügelte und zur bewussten Ernährung überging. Bei Golban ist die Erkenntnis immerhin da: „Ich bin oft zu faul, mir etwas Gesundes zu kochen und gehe lieber zum Döner-Mann. Das ist nicht gut.“

Stefan Herbst hatte des Gefühl, deutscher Staffel-Meister zu sein, schon fast vergessen. Elf Jahre ist es her, als er mit René Kolonko, Kai Hanschmann und Alexander Jung Titel abräumte. Bereits damals war Stefan Herbst der Älteste im Leutzscher Team. „Es ist ein schönes Gefühl, nun mit einer völlig neuen Generation wieder auf dem Treppchen zu stehen“, beteuert er. Dass wie 1999 auch diesmal alle Staffelschwimmer vom SSV Leutzsch kommen, wird nur am Rande erwähnt: Denn das Freistil-Quartett holte den ersten Mannschafts-Titel für die Startgemeinschaft. Dies soll alle Schwimmer in Leipzig motivieren.

Obwohl das Gesamtergebnis stimmte, gab es ein paar Missgeschicke. So hing Karl-Richard Hennebach (18) im Finale über 50-m-Rücken – sehr zur Belustigung der Zuschauer – am Startblock seines Teamkollegen Golban, der darüber erstmal herzhaft lachen musste und sich seinen Platz zurückerkämpfte. „Ich hatte meinen Tunnelblick aufgesetzt“, entschuldigte sich Hennebach. Auch Golban zahlte Lehrgeld in der Wuppertaler Schwimm-Oper. Als er zwischen Einzel- und Staffelendlauf zum ersten Mal zur Dopingkontrolle ausgelost wurde, vergaß er das Lockerschwimmen und geriet in Stress, statt die Kontrolleure auf sein nächstes Finale hinzuweisen. So setzte er die Lagenstaffel trotz der Silbermedaille etwas in den Sand und meldete sich nun beim Pressetermin freiwillig mit den Worten: „Ich hab’s verkackt.“

Auch bei Tony Wiegmann (19), Brustschwimmer der Lagenstaffel, lief nicht alles rund. „Ich war seit Mittwoch krank, bin noch im Vorlauf über 50 m Brust schlecht geschwommen und war frustriert.“ Umso erleichterter war er nach dem Finale. Tobias Horn wuchs als Schluss-Schwimmer der Kraulstaffel über sich hinaus. Doch dem 17-Jährigen rutschte beim Absprung das Herz in die Hose: „Ich war verdammt früh dran, dachte schon, es war ein Frühstart. Aber zurück konnte ich nicht, also bin ich um mein Leben geschwommen.“ Der Lohn war ein Stück Metall mit Gold-Überzug.

Der Zusammenhalt im SSG-Team, das Anfeuern am Beckenrand seien super gewesen, betonen die Staffel-Jungs. „Unsere Mannschaft war wie zu einer WM aufgestellt: Wir hatten einen Arzt, zwei Physiotherapeutinnen, einen Busfahrer und sogar einen Koch mit“, so Stefan Herbst. Das Betreuer-Team rekrutierte sich aus dem Kreis der Eltern. Da im Hotel kein Koch benötigt wurde, machte sich Vater Horn als Fotograf nützlich. So konnte die LVZ die erste Staffel-Goldmedaille der SSG aktuell im Bild präsentieren. Das Gefühl, unverhofft deutscher Meister zu sein, werden die Jungs nicht so schnell vergessen. „Ich habe Serghei spontan umarmt. Das würde ich sonst nie machen“, meinte Hennebach mit breitem Grinsen. Und Golban grinste zurück. Dabei mögen sich beide so sehr, dass sie sogar auf einer Bahn schwimmen wollten.Frank SchoberLVZ2010-11-18


 

Mit
den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal, fand am vergangenen
Wochenende der letzte große Wettkampf bei den Erwachsenen für das Jahr 2010
statt. Mit
Anna-Marie
Macht, Marie Pietruschka und Juliane Reinhold
waren auch drei Schwimmerinnen aus
unserem Verein dabei. Alle drei starten für die SSG Leipzig e.V. und konnten zum
Jahresende noch einmal ihr Leistungsvermögen mit vielen persönlichen Bestzeiten
krönen.

 

Mit
einer Bronzemedaille über 200m Lagen in der Zeit von 02:12,07 stand Juliane
Reinhold erneut auf dem Siegerpodest bei den Erwachsenen.
Anna-Marie Macht
und Marie Pietruschka verpassten auf ihren Paradestrecken knapp das A-Finale,
konnten aber im B-Finale zeigen, das sie gar nicht so weit weg sind von der
nationalen Spitze.

 

 

Weitere
Ergebnisse:

 

 

Juliane
Reinhold         4. Platz  über 400m Lagen in 04:42,14

 

Anna
– Marie Macht   10. Platz über 200m Lagen in 02:18,06

 

Marie
Pietruschka     13. Platz über 200m Brust in 02:34,22

 

Anna
– Marie Macht   16. Platz über 400m Lagen in 04:54,92

 

 

Herzlichen
Glückwunsch!


Liebe Mitglieder,

am Montag den 11. Mai 2009 ist die Geschäftsstelle geschlossen. 

Mit sportlichen Grüßen

 

Der Vorstand


Herbst holt drei Titel und reißt die Jugend mit – SSG Leipzig präsentiert sich mit neun Medaillen starkEine derart stolze Bilanz wie bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften 2010 konnten die Leipziger Schwimmer letztmals in den 90er Jahren vorweisen. Das Fazit von Wuppertal lautet: Die Junioren klopfen lautstark an die Tür zur nationalen Spitze. Sie folgen ihrem Leitwolf Stefan Herbst, der mit 32 Jahren seine erfolgreichsten Titelkämpfe aller Zeiten hinlegte: Bei acht Starts an drei Tagen erreichte der 32-Jährige drei Titel, einmal Silber, zweimal Bronze und zwei vierte Plätze. Zwei seiner Medaillen teilte er sich mit seinen jungen Staffel-Kollegen. Dank der Bronzeplaketten von Lisa Graf (2) und Juliane Reinhold kommt die SSG auf neunfaches Edelmetall.

Nach dem goldenen Freitag erlebten die Schützlinge von Eva Herbst und Oliver Trieb in der Schwimm-Oper einen bronzenen Samstag sowie einen Sonntag der vielen vierten Plätze. Doch es gab gestern auch das souveräne dritte Gold von Herbst über 100 m Rücken. „Ich denke, dass wir uns sehr stark präsentiert haben. 24 Mal standen wir in den A-Finals, das hatte sicher niemand erwartet“, sagte der dreifache Meister, der nicht nur als Athlet, sondern als Vorsitzender der Startgemeinschaft SSG in der Verantwortung steht.

Der dreifache Olympiateilnehmer spielte seine Stärken auf der kurzen Bahn eindrucksvoll aus, bei jedem Start und jeder Wende war er überlegen, holte wertvolle Zehntel heraus. Der Sportsoldat nutzte die Lücke, die der Rücktritt von Thomas Rupprath und die Wettkampfpause von Helge Meeuw gerissen haben. Er freute sich besonders über seine Leistungen über 50 und 100 m Rücken. „Da habe ich die Zeiten bestätigt, die ich vergangenes Jahr mit Hightech-Anzug geschwommen bin.“

Wie bei seinen vielen internationalen Einsätzen der Vergangenheit war es auch diesmal kein Zufall, dass der Teamarbeiter seine beste Zeit über 50 m Rücken in der Lagenstaffel erzielte. Hier hatte er das junge SSG-Quartett vor dem Finale noch einmal umgestellt und mit Karl-Richard Hennebach die Positionen getauscht. Herbst brachte das Team auf der Rückenlage in Front, Hennebach schwamm als Krauler Silber nach Hause, dazwischen hatten Tony Wiegmann und Serghei Golban nie Zweifel am Medaillengewinn aufkommen lassen.

Der 17-jährige Golban war mit fünf Finalteilnahmen im Einzel (darunter zwei vierte Plätze) d i e Entdeckung von Wuppertal. International startet der Sportgymnasiast bislang für Moldawien. Der DSV hat ebenso wie der Sächsische Schwimm-Verband starkes Interesse an der Einbürgerung des großen Talentes. Ausgerechnet in der Lagenstaffel „versaute“ er aber Wende und Anschlag, sonst wäre vielleicht eine ähnliche Sensation wie am Freitag über 4×50 m Freistil möglich gewesen, als die SSG Gold holte. „Serghei hat drei super Wettkampftage hingelegt“, meinte Eva Herbst: „Aber er hat noch viele Reserven – das ist auch gut so.“

Im Windschatten von Stefan Herbst haben sich Lisa Graf (zwei Mal Rücken-Bronze) und Juliane Reinhold (Bronze über 200 m Lagen) nach ihren starken Auftritten im Sommer nunmehr fest in der deutschen Spitze etabliert. Beide führten die Frauenstaffel auf Platz vier. „Bei Lisa war die Konkurrenz besonders stark. Sie hat sich prima behauptet“, so Eva Herbst. Ähnlich sah es Oliver Trieb, dessen Schützling Juliane Reinhold nach kurzer Vorbereitung und Ernährungs-Umstellung mit den Leistungen sehr zufrieden sein konnte. Sie ist im Dezember ebenso wie Karl-Richard Hennebach für einen Start mit der Junioren-Auswahl in den USA vorgesehen. Stefan Herbst wird heute zum elften Mal in seiner Karriere für die Kurzbahn-EM berufen. Und sogar sein Ticket zur WM nach Dubai ist greifbar nahe.Frank SchoberLVZ2010-11-15

Goldener Freitag in Wuppertal
Gold für Stefan Herbst über 50 m Rücken, Gold für die Männer-Freistilstaffel, Bronze für Lisa Graf über 200 m Rücken: Die Schwimmer der SSG Leipzig trumpften gestern bei deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal groß auf. Insgesamt standen neun Messestädter in den Finals. Da gab es für Trainerin Eva Herbst nur einen Kommentar: „Wahnsinn!"

14 Jahre nach seinem ersten Männer-Titel in Uelzen stand Stefan Herbst wieder auf dem obersten Treppchen. Doch der 32-Jährige hatte alle Mühe, in der Schwimm-Oper das Wasser an der Leiter zu verlassen. Gleich mehrere Versuche brauchte der völlig ausgepumpte Kapitän und Vorsitzende der SSG Leipzig. Die zwei Bahnen Rücken waren dabei nicht das Problem. Hier hatte er schon den Vorlauf mit einer Top-Zeit dominiert, im Endlauf ging es „nur" noch um Gold.

Doch das Finale wurde fast zum Harakiri-Spiel, denn der Leutzscher mutete sich eine gefährliche Doppel-Belastung zu: Um 16.05 Uhr sprang er neben Paul Biedermann über 200 m Freistil ins Wasser und wurde Vierter. Schon hier musste Herbst alles aus sich herausholen, um seine Staffel-Chance für die WM in Dubai zu wahren. Um 16.23 Uhr – gleich im nächsten Männer-Wettbewerb – ging es um den Titel im Rückensprint. Zwar lag vorher noch die Freistil-Siegerehrung, doch weil der völlig erschöpfte Biedermann-Bezwinger Markus Deibler noch gar nicht wieder unter den Lebenden weilte, fiel das geplante Siegerinterview aus – und die Pause für Stefan Herbst verkürzte sich um drei Minuten.

Dennoch rettete der dreifache Olympiateilnehmer mit seinem langen Arm sechs Hundertstel Vorsprung auf den 15 Jahre jüngeren Kontrahenten Christian Diener (Cottbus) ins Ziel. Damit dürfte der Sportsoldat für die Kurzbahn-EM in zwei Wochen in Eindhoven so gut wie qualifiziert sein. „Ich habe vorher gewusst, dass es hart wird. Aber mit den Plätzen vier und eins habe ich mein Ziel in beiden Strecken erreicht", sagte Stefan Herbst.

Der Tag war damit noch nicht gelaufen: 90 Minuten später hing die nächste Goldmedaille um den Hals von Herbst, es war seine fünfte bei nationalen Kurzbahn-Meisterschaften. Diesmal begleiteten ihn drei glückliche junge Männer aufs Podest: Denn auch Karl-Richard Hennebach (18), Serghei Golban und Tobias Horn (beide 17) – alle kommen vom SSV Leutzsch – verteidigten über 4×50 m Freistil für die SSG ihren ersten Platz des Vorlaufes. „Wenn uns das vorher einer gesagt hätte, hätte ich gemeint: Träum weiter", sagte eine glückliche Eva Herbst: „Mit etwas Glück hatte ich auf Bronze gehofft." Herbst führte sein Team an zweiter Position schwimmend von Platz vier auf eins, war aber eine Zehntel langsamer als im Vorlauf. Dafür steigerten sich seine Staffelkollegen: Am meisten Tobias Horn als Schluss-Schwimmer. Der Mittelstrecken-Spezialist war sieben Zehntel schneller als am Vormittag. Golban und Hennebach hatten sich über 50 m Rücken nach ihren Plätzen sechs und acht noch geärgert, doch am Ende strahlten sie mit der Goldmedaille um die Wette. Golban war zudem starker Vierter über 50 m Schmetterling, die Frauen-Staffel kam auf Platz fünf.

Am Vorabend ihres 18. Geburtstages war auch Lisa Graf über ihre hart erkämpfte Bronzemedaille über 200 m Rücken happy. „Die Beine waren am Ende schwer und die Wenden haben auch nicht alle geklappt. Aber ich habe mich durchgebissen", sagte die Sportgymnasiastin, die drei Hundertstel Rückstand zu Silber und acht Hundertstel Vorsprung auf Rang vier hatte.

Frank SchoberLVZ2010-11-13

Platz vier zum Kurzbahn-Auftakt
Am Ende reichte es zur Bestzeit, aber nicht ganz zur Medaille: In einem spannenden Rennen über 400 m Lagen kam die Leipziger SSG-Schwimmerin Juliane Reinhold gestern zum Auftakt der Kurzbahn-DM in Wuppertal in 4:42,14 min auf Platz vier. 250 Meter lang hatte die 16-Jährige Tuchfühlung zur Spitze, dann ließen die Kräfte ein wenig nach. Beim Zielanschlag fehlten 1,8 s zu Bronze.

Es gewann die Dortmunderin Nina Schiffer (4:36,46) vor Titelverteidigerin Theresa Michalak aus Halle (4:38,33). Wohl auch aufgrund des frühen Meisterschafts-Termins kamen die Besten nicht an ihre Vorjahres-Zeiten heran. Juliane Reinhold hatte diese Strecke vor einem Jahr nicht bestritten und anschließend jeweils Silber über 100 und 200 m Lagen geholt.

Frank SchoberLVZ2010-11-12

Tickets für Eindhoven und Dubai hart umkämpft
SSG-Schwimmer reisen hochmotiviert zur Kurzbahn-DM nach WuppertalDrei Medaillen vor zwölf Monaten in Essen, die doppelte Anzahl im Sommer in Berlin: Hält der Aufwärtstrend der Leipziger Schwimmer ab heute bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal an? Lisa Graf, Juliane Reinhold und Stefan Herbst (alle SSG) sind erneut Einzelmedaillen zuzutrauen. Besonders heftig sind aber in diesem Jahr die Normen für die Kurzbahn-EM Ende des Monats in Eindhoven sowie für die WM zwei Wochen später in Dubai. Topstar Paul Biedermann aus Halle spricht sogar von den härtesten Normen der Welt.

Während der Weltcup-Serie haben in den vergangenen Wochen sieben Deutsche eine Norm für Eindhoven erfüllt. Bundestrainer Dirk Lange rechnet letztlich mit 20 bis 25 EM-Startern. Für Leipzigs Altmeister Stefan Herbst wäre es die elfte Teilnahme, doch der 32-Jährige weiß: „Es wird verdammt schwer."

Die vermeintlich leichteste Norm im Bereich seiner Bestzeit ist die über 200 m Freistil. Doch hier ist der zweite Platz hinter Biedermann hart umkämpft, Herbst gilt nicht gerade als Favorit für Silber. Also könnte Plan B greifen: „Ich will mich irgendwie in die Staffel mogeln." Was natürlich nicht wörtlich gemeint ist. Dafür hat der Sportsoldat zwei Chancen: Als Sieger über 50 m Rücken wäre er im Lagen-Quartett, mit Platz vier über 50 m Freistil käme er in die Kraul-Staffel. Für Dubai aber kommen die 200 m Freistil wieder ins Spiel: Denn dort will der DSV in der 4×200-m-Staffel angreifen, der Bundestrainer hob die Bedeutung des Staffel-Projektes London 2012 in den vergangen Tagen mehrfach hervor.

Die besten Leipziger Frauen Lisa Graf und Juliane Reinhold wollen in Wuppertal vorn mitmischen, ein EM-Ticket ist (noch) nicht das primäre Ziel. Die inzwischen 18-jährige Lisa Graf hat sich in den letzten Jahren Stück für Stück nach vorn gekämpft, vorläufiger Höhepunkt war ihr dreifacher Medaillengewinn bei der Sommer-DM in Berlin. An gleicher Stelle deutete die Schkeuditzerin vor zwei Wochen beim Weltcup mit Bestzeiten sowie den nationalen Rängen zwei bis vier an, dass auf den Rückenstrecken nach überstandener Angina erneut mit ihr zu rechnen ist.

Nur mit den 200 Metern war sie noch nicht so zufrieden. „Dabei dachte ich nach dem Sommer, dass dies ab jetzt meine Strecke ist." Doch eine Erklärung war schnell gefunden: Das Training steckte der Sportgymnasiastin noch in den Knochen. Ausgeruht soll es am Wochenende wesentlich besser laufen. Da Lisa Graf nicht gerade als Start- und Wendenspezialistin gilt („Meine Drehungen sind immer noch zu langsam"), liegt die Konzentration noch mehr als bei den anderen auf der langen Bahn im Sommer. Dennoch wird sie in der modernisierten Schwimm-Oper an der Wupper wie alle Leipziger alles geben – und möglichst aufs Treppchen kommen.

Frank SchoberLVZ2010-11-11

Sächsische Team für die Olympiavorbereitung 2012
Kultusminister Roland Wöller hatte geladen – und die besten sächsischen Sommersportler und deren Trainer ließen gestern ausnahmsweise einmal eine Trainingseinheit weg, um in die Dresdner Frauenkirche sowie anschließend ins Hilton-Hotel der Landeshauptstadt zu kommen und die Anerkennung für ihre diesjährigen Leistungen entgegenzunehmen. Höhepunkt war der Blick über Dresden bei klarer Sicht und Sonnenuntergang vom Turm der Frauenkirche. Aber auch das Essen ließen sich die wie immer ausgehungerten Athleten schmecken. Beim offiziellen Festakt wurde das sächsische Team für die Olympia-Vorbereitung 2012 benannt. Aus Leipzig wurden unter anderem die Kanuten Jan Benzien, David Schröder, Frank Henze und Schwimmerin Juliane Reinhold geehrt, die allesamt auch zum LVZ-Projekt 12-4-12 gehören. Dagegen waren Kanu-Weltmeisterin Tina Dietze (Trainingslager in Florida) und Wasserspring-Vizeeuropameister Stephan Feck („Biwak“ bei der Bundeswehr) verhindert.
Frank SchoberLVZ2010-11-10

Post-Athlet gewinnt Stundenschwimmen
Christoph Wippich vom Postschwimmverein Leipzig hat die 18. Auflage des Leipziger Stundenschwimmens gewonnen. Der 22-Jährige absolvierte in der Schwimmhalle Kirschbergstraße in 60 Minuten gut 166 Bahnen beziehungsweise 4155 Meter. Am Ende hatte er 31 Meter Vorsprung auf seinen 23 Jahre älteren Vereinskollegen Heiko Rudolf. Triathlet Olaf Ueberschär (SV Handwerk) schaffte eine Woche nach seinem starken Marathon-Auftritt in Athen 3835 Meter. Beste Frau war Gudrun Vollstädt (SG MoGoNo) mit 3713 Metern. Eine hervorragende Leistung zeigte auch ihre Mutter Gisela Schöbel-Graß. Die 84-Jährige erreichte stolze 2,3 Kilometer.
Frank SchoberLVZ2010-11-09