News Archives - Postschwimmverein Leipzig e.V.

1:56,04 Minuten. Eigentlich keine schlechte Zeit über die 200m Schmetterling. Vor gut drei Jahren wäre das noch ein Deutscher Rekord gewesen, doch am Montag war es bei den Olympischen Spielen in Tokio für den Leipziger David Thomasberger nicht genug, um den erhofften Sprung ins Halbfinale zu schaffen. Auf Rang 17 fehlten ihm nur 0,08 Sekunden zum vor ihm liegenden 2012er Olympiasieger Chad le Clos, der sich den letzten Startplatz in der Zwischenrunde sicherte.
“Bis 150m war ich genau im Soll”, meinte der SSG-Schwimmer nach dem Vorlauf. „Und ich war extra drei Wochen im Höhentrainingslager, damit die letzte Bahn schneller wird. Statt unter 30 Sekunden kam da nun eine 31,2 heraus, das ist bitter“, so seine Bewertung des Rennens, in dem er genau eine Sekunde über dem Deutschen Rekord blieb, mit dem er im April international für Furore sorgte.

Dass diese Leistung auch in Tokio gereicht hätte, um ein Wörtchen vorn mitzureden, zeigte sich im ohne Thomasberger stattfindenden Halbfinale in der vergangenen Nacht. Hier waren nur zwei Athleten schneller als dessen Deutscher Rekord von 1:55,04 Minuten. Das Finale wäre also durchaus drin gewesen. Trotzdem zeigt der 25-Jährige Kampfgeist und blickt direkt wieder nach vorn. „Ich werde mich nicht verbuddeln, auch wenn alles anders lief, als ich mir das vorgestellt habe“, erklärt er und fügt hinzu: „Ich werde künftig härter trainieren und gestärkt daraus hervorgehen.“

Während die Olympischen Spiele für David Thomasberger beendet sind, stehen für die weiteren beiden Leipziger SSG-ler in den kommenden Tagen noch Staffeleinsätze bevor. Marie Pietruschka startet morgen über die 4x200m Freistil. Marek Ulrich dürfte am Freitag als Teil des Lagenquartetts der Herren und vielleicht auch tags zuvor in der gemischten Lagenstaffel zu sehen sein.

Bildnachweis: SSG Leipzig
SSG_2019_Thomas Berger

Es war keine einfache Saison für Marek Ulrich. Nachdem er im Frühjahr um Haaresbreite am direkten Ticket für Olympia vorbeigeschrammt war, musste der hoch gewachsene Schwimmer von der SSG Leipzig viel Geduld aufbringen und trotz der Ungewissheit, ob er nicht vielleicht doch noch für Tokio nominiert wird, im Training weiterhin voll durchziehen. Erst Anfang Juli stand fest: Der 24-Jährige wird für Tokio nachnominiert.

Die richtige Entscheidung, wie er am Montag unter Beweis stellte. Es gelang Ulrich nicht nur, sich für das Halbfinale zu qualifizieren, sondern hier auch in 53,54 Sekunden eine bärenstarke neue persönliche Bestzeit zu schwimmen. „Es war mir wichtig zu zeigen, dass ich mehr draufhabe und zurecht hier bin“, berichtet uns der mehrfache Deutsche Meister nach seinem fulminanten Rennen. Zwei Zehntel steigerte er sich im Vergleich zum Vorlauf. „Ich bin noch besser aus der Wand gekommen und habe mich am Ende richtig gequält, um das Maximum rauszuholen.“ Ihm sei klar gewesen, dass das Finale wohl nur schwer zu erreichen sein würde. „Deswegen war ich aber im Kopf total frei und konnte alles geben, ohne mir irgendetwas aufzusparen.“

So weit weg waren die Top Acht am Ende gar nicht. Auf dem 13. Platz fehlten Ulrich letztlich nur 3,4 Zehntel fürs Finale. Ein Fingerzeig, dass der SSG-Schwimmer nah dran ist an der Weltspitze. Auch daheim wurde das Rennen des gebürtigen Dessauers aufmerksam verfolgt. „Mein Handy explodiert gerade, ich hab mehr als 400 Mitteilungen bekommen und es werden immer mehr“, freut sich Marek über das positive Feedback.
„Mein Traum war es immer, es zu Olympia zu schaffen. Das das nun in Erfüllung gegangen ist, ist eigentlich schon Wahnsinn. Ich habe das sehr genossen und versucht, mich nicht von großen Namen beeindrucken zu lassen“, erzählt er mit Rückblick auf die Gefühle, mit denen er ins Becken gegangen ist. Und: Noch sind die Olympischen Spiele für ihn nicht beendet. Dank seiner heutigen Leistung winken noch Einsätze in der 4x100m Lagenstaffel der Herren und vielleicht auch der Mixed-Staffel. Mit dem Männerquartett könnte er am Sonntag die Beckenwettbewerbe für die deutschen Schwimmer beenden. Vorausgesetzt, das Team schafft es in den Endlauf. „Es wäre natürlich geil, in ein Olympisches Finale zu kommen“, so Marek. Sollte das gelingen, wird er sich wohl tatsächlich ein neues Handy zulegen müssen.

Bildnachweis: SSG Leipzig
SSG_Marek_Ulrich

Die Olympischen Spiele sind eröffnet und bereits am ersten Tag der Becken-Wettbewerben in Tokio wurde es für die SSG-Crew ernst. Die Leipzigerin Marie Pietruschka, gab in der 4x100m Freistilstaffel ihr Olympia-Debut.
Mit einer Zeit von 3:39,33 Minuten kam das Quartett am Samstag mit dem 13. Platz nicht über den Vorlauf hinaus. Marie Pietruschka startete als dritte Schwimmerin für das Team-D und übergab nach 55,31 Sekunden auf die Schlussschwimmerin. Die Staffel um Lisa Höpink (Essen), Annika Bruhn (Neckarsulm), Marie und Hannah Küchler (Hamburg) war im Vorhinein nicht als Final-Garant gehandelt worden. Dennoch hatten sich die Damen etwas mehr erhofft.

„Ich bin eigentlich ziemlich locker und entspannt an die Sache rangegangen. Nach der sehr guten Vorbereitung kann ich allerdings nicht sagen, woran es lag“, fasst Marie nach ihrem Rennen zusammen. Das erste Mal bei Olympia hinter dem Block zu stehen, ist etwas ganz besonderes. Selbst international erfahrende Sportlerinnen wie sie können nicht sagen, dass sie so etwas kalt lässt. Nach dem Olympia-Auftakt heißt es nun das Rennen als wichtige Erfahrung zu verbuchen und sich auf die kommende Aufgabe vorzubereiten. „Abhaken und voller Fokus auf Mittwoch“, so das Fazit.

Dann geht die in Neckarsulm trainierende Schwimmerin nämlich erneut mit der Staffel ins Wasser, diesmal über die 4x200m Freistil. Hier stehen die Chancen deutlich besser für ein Finale. Das deutsche Quartett reiht sich mit den Einzel-Vorleistungen sicher unter der Top acht der Welt ein. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir Marie in Tokio noch zweimal schwimmen sehen können, ist dadurch sehr hoch.
Zudem steigt am Sonntag Marek Ulrich über die 100m Rücken ins Wasser und am Montag stehen die 200m Schmetterling mit David Thomasberger im Kalender. Es werden also noch ein paar intensive Tage in Tokio für die SSG-Asse.

Bildnachweis: SSG Leipzig

Das deutsche Team hat sich auf die Reise gemacht und in diesen Stunden dürften sich die SchwimmerInnen bereits im japanischen Vorbereitungscamp in Kumamoto einquartieren. So auch Marie Pietruschka, die uns in der letzten Podcast-Folge vor den Spielen berichtet von ihrer turbulenten Woche und den Herausforderungen, die den Teilnehmenden vor Olympia begegnen. Sie berichtet von der Einkleidung des Olympia-Teams, dem Formular-Stress wegen Corona und was sie davon hält, dass auf der einen Insel 60.000 Menschen ins Stadion dürfen und auf der anderen Insel nun vor leeren Rängen geschwommen wird. Da die erfahrende Freistilschwimmerin aber schon so einiges erlebt hat in ihrer Karriere, muss sie dabei ihr Lächeln nie ganz ablegen. 

Der Sponsor der neusten Ausgabe ist das Sanitätshaus Wolf, Ihr Experte für Orthopädie- und Rehatechnik. Erholungs- jedoch Gott sei Dank nicht reha-bedürftig war unsere Leipzigerin Marie Pietruschka nach einer sehr zehrenden Woche und einem zeitweilig hitzigen Gespräch zusammen mit unserem Podcast-Moderator. „Der Vergleich zwischen Japanern und Engländern ist das einzige, was mich wirklich zur Wutbürgerin macht.“ Als unser Moderator Thomas die 25-jährige auf die jüngste Entscheidung der Japanischen Regierung, Zuschauer von den Wettbewerben auszuschließen, anspricht, war klar, dass die Antwort nicht frei von Emotionen sein würde. Nach den jüngsten Feier-Szenen aus Wembley und Co., wirkt die Entscheidung nun bei den Spielen in Tokio gar keine Gäste zuzulassen sehr hart. Für Marie ist sie dennoch verständlich: „Natürlich ist das absolut verantwortungslos, was die UEFA da macht, aber das soll und darf uns nicht beeinflussen.“ Die Entscheidung des IOC und der japanischen Regierung findet Marie nachvollziehbar und in diesem Fall richtig. Schlimmer wäre es für die meisten Sportler eher, wenn die Spiele überhaupt nicht stattfänden. Insofern sieht Marie die Situation eher pragmatisch: „Es ist leider die traurige Wahrheit, aber wir deutschen Schwimmer sind es gewohnt vor leeren Rängen zu performen. Und das liegt nicht an Corona“, so Pietruschka. 

image001.jpgPassend zur Einstellung, die Marie bereits in den vergangenen Folgen hervorgehoben hat, blickt sie trotz aller Einschränkungen sportlich auf die anstehenden Herausforderungen. Sie hat bereits einige packende internationale Rennen erleben können und weiß, wie es ist, wenn tausende Fans einem auf dem Zielsprint zujubeln. Besonders das 4x200m-Finale bei der Kurzbahn-WM 2018 in Hangzhou blieb ihr in Erinnerung. Dort schwamm das deutsche Staffelquartett direkt neben den Lokalmatadorinnen aus China. Die tosende Menge auf den Rängen war dabei so laut, dass man das Dröhnen sogar im Wasser merken konnte. „Sowas habe ich seitdem nicht mehr erlebt – nicht einmal beim Fußball oder Handball“, berichtet Marie mit leuchtenden Augen. In Japan dagegen werden wohl lediglich die Teamkameraden für Stimmung sorgen können während den Rennen. Laut Bestimmungen des Veranstalters ist dabei zudem nur das Klatschen, nicht aber Jubel oder Rufe erlaubt. Den Ruf für die stimmungsvollsten Olympischen Spiele wird Japan also nicht erhalten. Trotzdem kann Marie rein sportlich sehr optimistisch auf die Wettbewerbe blicken. Im Training beginnt derzeit so langsam die „Taper-Phase“, in der die Kilometer und die Gesamtbelastungen weniger werden. Ihre Leistungen im Wasser deuten an, dass sie in Tokio in Top-Form auf die Blöcke steigen wird. Zudem erfreut sie sich eines großen Rückhalts in ihrem Freundes- und Familienkreis aber auch bei Bechtle, der Firma, in der sie nebenher als Werkstudentin arbeitet. Sie erhielt zahlreiche Grüße von Mitarbeitenden und sogar der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Thomas Olemotz, ließ es sich nicht nehmen, ihr persönlich viel Erfolg für die Spiele zu wünschen. Nach der unmittelbaren Vorbereitung in Kumamoto geht es am 21. Juli für das Nationalteam zur Wettkampfstätte nach Tokio, wo es ab dem 24. Juli dann ernst wird für unser Olympia-Trio. 

Nun lassen wir die Leipziger Schwimmerinnen und Schwimmer erstmal ein wenig in Ruhe. Die nächsten Folgen des Podcasts sind für die Zeit nach den Spielen geplant. Dort werden die Drei dann ausführlich von ihren Erlebnissen berichten. Bis dahin halten wir euch über die üblichen Kanäle auf dem Laufenden. 

Die komplette neue Folge kann hier gehört werden:

Über den Sponsor – Das Sanitätshaus Wolf 

Mit seinem Netz von insgesamt zwölf Filialen und vier Klinik-Stützpunkten steht der Name Wolf für das führende Sanitätshaus in Leipzig und der Region. Mit über 100 Mitarbeitern bildet das Unternehmen das gesamte Leistungsspektrum der Orthopädie- und Rehatechnik ab und verbürgt sich für höchste Qualität. Es werden die Bereiche Rehatechnik, Orthopädie, Schuhtechnik, Homecare und Podologie versorgt.

Bilder Marie Pietruschka: Jo Kleidl

Der DOSB lässt erstmals ein Fahnenträger-Duo wählen, das den Einmarsch der Deutschen Mannschaft zur Eröffnung der XXXII. Olympischen Spiele in Tokio 2021, anführt.

Zu den 5 nominierten Damen gehört unsere Leipziger Ruderin Annekatrin Thiele, Olympiasiegerin in Rio 2016, Olympia Silbermedaillen Gewinnerin von Peking 2008 und London 2012, mehrfache Welt- und Europameisterin.

Hier geht’s zur Abstimmung!

Weitere Informationen:

https://www.dosb.de/sonderseiten/news/news-detail/news/sportdeutschland-waehlt-erstmals-fahnentraeger-duo

Nach einer intensiven Woche bei den Junioren-Europameisterschaften in Rom kehrt der SSG-Schwimmer Timo Sorgius mit Edelmetall im Gepäck zurück nach Leipzig. Wenige Tage nach seinem 18. Geburtstag holte der Youngster bei der JEM Silber mit der deutschen 4x200m Freistilstaffel, eine Team-Medaille, die auch ganz dick seinen Namen trägt.

Als Schlussschwimmer ging Sorgius an fünfter Position des Feldes ins Rennen und schwamm das deutsche Quartett noch auf die Medaillenränge. Zwischenzeitlich führte er sogar das Finale an, musste aber am Ende noch dem Schwimmer aus Russland den Vortritt überlassen. Mit seiner fliegenden Zeit von 1:48,20 Minuten war Sorgius dabei so schnell wie nie zuvor in seiner Karriere. Tags darauf bestätigte er seine Form auch im Einzelfinale über die 200m Freistil. In 1:48,60 Minuten war er anderthalb Zehntel schneller als seine bisherige Bestzeit, mit der er bei den Deutschen Meisterschaften im Juni überraschend den Titel geholt hatte. Bitter dabei: Trotz der Bestzeit reichte es nur zum undankbaren Rang vier. Dem ehrgeizigen SSG-Schwimmer, der die Einzelmedaille fest im Blick hatte, fehlten nur 14 Hundertstel zum Podest.

Sekundenbruchteile, die vielleicht sogar drin gewesen wären, hätte der Zeitplan der Junioren-EM etwas anders ausgesehen. Das Kräfte zehrende Staffelfinale stand am selben Tag wie Vorlauf- und Halbfinale über die 200m Freistil auf dem Programm. Am Tag des 200m-Kraul-Endlaufs schwamm Sorgius auch den Vorlauf über die 200m Rücken, über die er zwar auch amtierender Deutscher Meister ist, die ihm damit in Rom aber nur als Einschwimmen für das Freistilfinale dienen konnten. Insgesamt war der junge Schwimmer bei der Junioren-EM zehn Mal im Wettkampfbecken gefordert, davon viermal in den deutschen Staffeln. Auch wenn es trotz der Silbermedaille nicht das von ihm erhoffte Ergebnis war: Die Erfahrungen von Rom dürften wertvoll sein für seinen weiteren Werdegang und wer weiß: Vielleicht darf sich Timo Sorgius schon im kommenden Jahr noch einmal in Italiens Hauptstadt beweisen. Dort findet 2022 erneut eine Europameisterschaft statt, dann aber die der Erwachsenen.

Bei der Junioren-EM bekam Timo Sorgius im Nationalteam auch Gesellschaft von seinem SSG-Kollegen Louis Schubert. Der 17-jährige Leutzscher durfte sich in Rom über die drei Schmetterlingstrecken der Konkurrenz stellen. Nach Starts über die 50m (48. – 25,59) und 100m (34. – 55,49) schwamm er über seine Paradestrecke 200m Schmetterling in 2:04,22 Minuten auf Platz 22 und verfehlte das Halbfinale um weniger als eine Sekunde. Seine Bestzeit (2:01,05), die er im Juni bei der Schwimm-DM aufstellte, hätte zu einem Platz unter Europas Top Ten gereicht. Auch für ihn dürfte das eine Erkenntnis sein, die er für die künftige Entwicklung mitnehmen kann!

Liebe Mitglieder,

am 30.06.2021 fand unsere Mitgliederversammlung 2021 statt. Die Corona-Pandemie war die Ursache für die diesjährige Organisation mit Voranmeldung und Hygienekonzept. Gleichwohl konnten wir die Mitgliederversammlung als Präsenzveranstaltung im Kultursaal des Hauptgebäudes der Red Bull Arena durchführen.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden drei Mitglieder durch den Verein geehrt, die gerade in dieser Zeit besonderes Engagement für die Wettkampf-, Trainings- und Vereinsentwicklung, den inneren Zusammenhalt und die Außendarstellung geleistet haben:

Kristin Feldhoff

Katrin Bodusch

Thilo Brandenburg 

Zeitliche Zufälle sorgten für Abwechslung in der Durchführung der Versammlung:

Die Mitgliederversammlung wurde mit der gerade eingetroffenen Antwort der Staatsministerin Köpping auf unseren offenen Brief „Aufruf für den Schwimmsport“ eröffnet.

Zudem freuten sich die Teilnehmer über die ebenfalls rechtzeitig zur Mitgliederversammlung erfolgte Berufung von Marek Ulrich als Teilnehmer an den Olympischen Spielen in Tokio. Damit gehen in Tokio mit David Thomasberger, Marie Pietruschka und eben Marek Ulrich drei Sportler aus unserem Verein an den Start.

Im Anschluss gab der Vorstand Rechenschaft über die geleistete Arbeit im vergangenen komplizierten Jahr ab. Die Mitgliederversammlung billigte einstimmig die Berichte des Vorstandsvorsitzenden, des Vorstandes für Sport sowie des Vorstandes für Finanzen.

Ebenfalls wurde der Bericht der Kassenprüfer genehmigt und der Vorstand einstimmig entlastet. Der Vorschlag des Vorstandes zu finanziellen Maßnahmen im Zusammenhang mit der coranabedingten Finanzsituation, die das Ziel haben, die Anforderungen an die Gemeinnützigkeit zu erfüllen, fanden ebenfalls einhellige Zustimmung.

Als sein Telefon am vergangenen Dienstag klingelte, ging Marek Ulrich mit gemischten Gefühlen an den Hörer. Am Apparat war der Bundestrainer. Als dieser das Gespräch mit den Worten „Herzlichen Glückwunsch“ begann, war für Marek so gut wie klar, dass für ihn nun ein Kindheitstraum in Erfüllung geht. 

Der Bundestrainer verkündete ihm, dass er für die Olympischen Spiele nachnominiert wurde und in Tokio über die 100m Rücken und als Absicherung über die 4x100m Lagen gebraucht wird. Somit hat Leipzig nun drei Schwimm-Asse bei Olympia am Start. Das gab es seit den Spielen in Sydney 2000 nicht mehr! Eine super Nachricht für Leipzig und vor allem natürlich für Marek. Wir haben den hochgewachsenen Spitzenschwimmer natürlich neben den bereits zuvor nominierten SSG-Assen Marie Pietruschka und David Thomasberger kurzerhand in unsere Podcast-Serie aufgenommen, wo er von seiner Zeit vor bzw. nach der Nominierung erzählt. Dabei war vor allem die ständige Ungewissheit sein größter Gegner. 

Sponsor der aktuellen Folge ist das MAZE Zentrum für Physiotherapie aus Leipzig. Sie bieten die passenden Behandlungskonzepte für jede Lebens- und Schwimmlage. Auch uns haben sie bei Meisterschaften schon mit heilenden Händen unterstützt! Unterstützung hatte auch Marek auf seinem Weg nach Tokio. Ohne diese hätte er es in den vergangenen Wochen wohl schwer gehabt, besonders in den anspruchsvollen Einheiten im Höhentrainingslager. Dort war vor allem sein bester Freund David Thomasberger eine wichtige Stütze für ihn: „Ich war froh, dass David mich immer wieder zur Disziplin gerufen hat. Er meinte scherzhaft, dass wenn es nicht klappen sollte, ich es wenigstens für die Sommerfigur machen solle.“ Sich immer wieder zu motivieren ist nicht einfach, wenn man nie genau weiß, ob man das Training am Ende nicht doch umsonst macht. Schließlich war der Ausgang für ihn seit Mitte April ungewiss.

Im Podcast spricht Marek über die Zeit vor der Nominierung. Vor allem über den Rückschlag bei der DM, wo er denkbar knapp die offizielle Norm für Tokio verpasste und sein Konkurrent Ole Braunschweig ihm hauchdünn die Staffel-Platzierung strittig machte. Er berichtet, wie er es schaffte sich nicht fertig zu machen und stattdessen stets die Hoffnung behalten hat. Bei der EM im Mai, als eigentlich über seine Nominierung beraten werden sollte, blieb die Entscheidung erneut aus. Als er dann hörte, dass sich erst Ende Juni wieder beraten wird, hatte Marek sehr zu kämpfen mit sich und seiner Motivation. Doch am Ende zeigte sich, dass das ganze Training für mehr gut sein sollte, als nur für den Sommer-Body. Die Freude nach dem Anruf des Bundestrainers war nicht nur auf Mareks Seite riesig: „Ich ging nach dem Anruf direkt zu meiner Freundin, wo ich erst so tat, als ob es nicht gereicht hat. Als ich das Ganze dann auflöste, hat sie sich fast mehr gefreut als ich.“

Am Wochenende, wo Marek beim internen Stützpunkt-Wettkampf in Leipzig seinen letzten Formtest vor Tokio einlegte, zeigte sich der Zweimetermann in sehr guter Verfassung. Über die 100m Rücken brachte Marek mit 55,50 Sekunden schonmal ein Achtungszeichen ins Becken. „Wir haben das ja komplett aus dem Training heraus gemacht, da habe ich schon gemerkt, dass ich noch etwas Ruhe brauche. Insgesamt war die Leistung aber schon im Rahmen“, fasst er bescheiden zusammen. 

Der mehrfache Deutsche Meister, der Anfang 2018 eigentlich bereits seine Karriere beendet hatte und als Teil der SSG Leipzig 2020 sein Comeback gab, spricht im Podcast zudem über seine Zeit ohne das Schwimmen und wie sie ihm erst gezeigt hat, dass er eigentlich doch zum Leistungssportler berufen ist. Zudem werfen wir mit ihm einen Blick voraus. In der kommenden Woche geht es für Marek zusammen mit den anderen Schwimmern vom Team-D nach Kumamoto ins Vorbereitungstrainingslager. Dort geben sich die Sportler nochmal den letzten Schliff, bevor sie dann am 21. Juli nach Tokio ins Olympische Dorf umziehen. Die ausführlichen Schilderungen von Marek könnt ihr ab sofort in der neusten Folge von „SSGeht nach Tokio“ hören.

Wir begleiten die Sportler natürlich weiterhin und geben euch Einblicke in das Leben der Olympioniken. Bis nächste Woche! 

Die komplette neue Folge kann hier gehört werden:

Über den Sponsor, MAZE – Masterszentrum Leipzig Sportphysiotherapie:

Individuelle Behandlungskonzepte für Jung und Alt, egal ob Büroangestellte oder Leistungssportler und das an gleich mehreren Standorten in und um Leipzig! Bei uns stehen Sport und schmerzfreie Bewegung im Mittelpunkt. 

Deine Physios für jede Schwimm- und Lebenslage.

Platz
Gesamt
TeilnehmerGeborenAKPlatz
AK
GeschlechtOrtZeit
1Tom Maron199521MännlichBremen00:32:55
2Tina Kehlitz199811WeiblichWittenberg00:35:53
3Stefan Herbst197831MännlichHamburg00:35:54
6Paulin Wendler199221WeiblichBraunschweig00:38:34
11Jarno Wittig197732MännlichLeipzig00:40:46
16Thomas Hämmer197833MännlichHenstedt-Ulzburg00:42:30
19Holger Maiwald196051MännlichLeipzig00:43:13
20Jörg Dreßler197935MännlichLeipzig00:43:19
23Uwe Bodusch197836MännlichLeipzig00:43:30
27Dirk Bartholomäus197047MännlichLeipzig00:43:37
60Frank Schober1968413MännlichLeipzig00:48:51
125Ute Mikow1963411WeiblichLeipzig00:55:12
157Katleen Schierz1973311WeiblichFreiberg00:56:57

Das SSG-Trio für Tokio ist perfekt! Nach wochenlangem Warten und Hoffen hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Dienstag auch Marek Ulrich für die Spiele in Japan nominiert. Nach Marie Pietruschka und David Thomasberger ist der Rückenschwimmer damit der dritte Athlet der SSG Leipzig, der bei den Olympischen Spielen 2021 an den Start gehen wird.

„Ich bin natürlich voll happy, dass ich auch mit dabei bin“, so Ulrich. Die Nominierung kommt zwar etwas verspätet, aber nicht unerwartet. Der 24-Jährige hatte bei der Olympia-Qualifikation in Berlin im April über die 100m Rücken die Norm des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) knapp verpasst, aber die internationale Qualifikationszeit des Weltverbands unterboten. Diese berechtigt nach internationalen Regeln für einen Start bei Olympia. Der DSV schlug ihn daher beim DOSB für eine Einzelfallnominierung vor. „Seit ich in Berlin aus dem Wasser gestiegen bin, habe ich gehofft dass es doch noch klappt“, meinte Ulrich, der aus diesem Grund auch im Training weiterhin Vollgas gegeben hat. 

Unter anderem war er vor Kurzem noch an der Seite von David Thomasberger im Höhentrainingslager in Spanien. “Beim Training habe ich die ganze Zeit voll durchgezogen, um auch David zu helfen. Dass der Aufwand sich nun auch für mich gelohnt hat, macht mich glücklich. Natürlich werde ich in Tokio mein Bestes geben.“

Damit setzt Marek Ulrich auch seinen beeindruckende Comeback-Story fort. 2018 hatte der damals in Halle trainierende Nationalschwimmer noch als amtierender Deutscher Meister überraschend seine Karriere beendet. Doch auch dank seines Freundes David Thomasberger zog es ihn dann fast zwei Jahre später zurück ins Wasser. Das Comeback im Wettkampfpool gab Ulrich im Februar 2020 bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften, wo er seinem neuen Team von der SSG Leipzig direkt zum Aufstieg in die erste Bundesliga verhalf. Seitdem gelang es ihm Stück für Stück an das alte Leistungsniveau anzuknüpfen und dieses nun 2021 sogar zu übertreffen.

Auf der Zielgeraden nach Tokio können die drei Leipziger Schwimmer dank der positiven Nachrichten nun den Fokus noch einmal schärfen. Während Marek Ulrich und David Thomasberger in der hiesigen Uni-Schwimmhalle ihre Bahnen ziehen, bereitet sich Marie Pietruschka an ihrem Trainingsstandort Neckarsulm auf Tokio vor. Am 11. Juli aber wird das Leipziger Trio wieder beisammen sein. Dann hebt der Flieger zum Vorbereitungstrainingslager nach Japan ab.

In der kommenden Folge unseres Podcasts „SSGeht nach Tokio“ werden wir am Sonntag ausführlich mit Marek Ulrich über die Olympia-Nominierung sprechen und auf die verbleibenden Tage bis zum Abflug nach Japan schauen! Der Podcast ist sowohl auf Spotify als auch iTunes zu finden.

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