SSG-Schwimmer Marek Ulrich für Weltmeisterschaften nominiert

Während es Leipzigs Einwohner im Dezember traditionell auf den Weihnachtsmarkt zieht, geht es für unseren SSG-Olympioniken Marek Ulrich in den Sommer der Südhalbkugel. Der 25-Jährige wurde am Wochenende für die in Australien stattfindenden Kurzbahn-Weltmeisterschaften nominiert. Vom 13. bis 18. Dezember darf sich Ulrich in Melbourne mit den besten Schwimmern des Globus‘ messen.

„Ich freue mich sehr darauf für Deutschland an den Start gehen zu dürfen“, so Ulrich, der sich beim Heim-Weltcup in Berlin für die Berufung ins Nationalteam empfahl. Besonders über die 50m Rücken präsentierte er sich mit einem fünften Platz gegen die Weltelite stark. Mit einer Zeit von 23,49 Sekunden kam der Zweimetermann bis auf neun Hundertstel an seine persönliche Bestzeit heran, mit der er der viertschnellste Deutsche aller Zeiten über diese Strecke ist.

Der Rückenspezialist, der zwischen 2018 und 2020 eine knapp zweijährige Pause eingelegt hatte, setzt sich mehr und mehr als feste Größe in der Nationalmannschaft fest. Nach seinem Comeback startete er nicht nur bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio, sondern wurde auch für die Europameisterschaften 2021 und 2022 nominiert. Auf die kontinentalen Titelkämpfe im Sommer in Rom musste Ulrich zwar aus gesundheitlichen Gründen verzichten, dafür kann er sich nun zum Jahresabschluss noch einmal auf der weltweiten Bühne präsentieren. Dafür wird in den kommenden Wochen noch einmal rangeklotzt: „Jetzt heißt es für mich erstmal Kacheln zählen im Höhentrainingslager in der Türkei.“

Bildnachweis: „Hendrik Ulrich“

In der zurückliegenden Saison musste Marek Ulrich gesundheitsbeding auf das Kräftemessen mit der Weltelite verzichten, doch zum Start des neuen Schwimmjahres stellte der mehrfache Deutsche Meister am Wochenende direkt wieder seine internationalen Qualitäten unter Beweis.

Beim Weltcup-Meeting in Berlin schwamm der Leipziger in einem mit etlichen Hochkarätern besetzten Teilnehmerfeld über die 50m Rücken auf einen starken fünften Rang. Mit seiner Zeit von 23,49 Sekunden kam er bis auf neun Hundertstel an seine persönliche Bestzeit heran, mit der er der viertschnellste Deutsche aller Zeiten über diese Strecke ist. „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung“, so Ulrich nach dem Finale. „Es macht Megaspaß, wieder auf der internationalen Bühne dabei zu sein und vor einer ausverkauften Halle zu schwimmen.“

Die Leistung wird umso beachtlicher, bedenkt man, dass der 25-Jährige die 50m Rücken am Samstag dreimal zu absolvieren hatte. Nachdem er im Vorlauf zeitgleich mit dem italienischen Weltmeister Matteo Rivolta angeschlagen hatte, mussten beide ins Ausschwimmen um den letzten Finalplatz. Dort setzte sich Ulrich stark gegen den mit zehn WM- und EM-Medaillen dekorierten Gegner durch und steigerte sich anschließend sogar noch einmal im Endlauf. Tags darauf deutete Ulrich auch über die 100m Rücken seine Klasse an. In 52,12 Sekunden schrammte er als schnellster Deutscher nur um hauchdünne neun Hundertstel am Endlauf vorbei.

Ulrichs SSG-Kollege David Thomasberger nahm es in Berlin über seine Paradestrecke 200m Schmetterling mit gleich mehreren Weltstars auf. So stand wie schon bei den Olympischen Spielen 2021 erneut der London-Olympiasieger Chad le Clos auf dem Block. Am Ende kam Thomasberger in 1:56,34 Minuten als 16. bis auf etwas mehr als eine Sekunde an die Finalplätze heran. Aus dem mit vier Schwimmern angereisten SSG-Team schlug zudem Timo Sorgius über die 200m Freistil nach 1:48,01 Minuten als zweitschnellster Deutscher an. Auch der erst 18-jährige Louis Schubert zeigte sich alles andere als eingeschüchtert von den großen Namen und brachte über die 50m Schmetterling (24,77) trotz des frühen Saisonzeitpunktes sogar eine neue persönliche Bestleistung ins Becken.

Nach dem Schnuppern internationaler Sphären wartet nun die Höhenluft auf die Leipziger Asse. Schon in dieser Woche geht es für die Trainingsgruppe von Coach Frank Embacher ins Trainingslager in die Türkei.

Bildnachweis: SSG Leipzig

Saisonauftakt auf großer Bühne! Vier Leipziger Spitzenschwimmer sind von Freitag bis Sonntag beim Schwimm-Weltcup in Berlin am Start. Neben den beiden Olympia-Assen Marek Ulrich und David Thomasberger stellen sich auch der EM-Teilnehmer Timo Sorgius und der Nachwuchsnationalschwimmer Louis Schubert der internationalen Konkurrenz.

Ulrich, Thomasberger und Sorgius gehören dabei sogar zur offiziellen Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes, während Schubert die Farben der SSG Leipzig in Berlin vertreten wird. Vor der Abreise in die Bundeshauptstadt zeigt sich das Leipziger Quartett fit – das wird auch notwendig sein, um gegen die internationale Konkurrenz zu bestehen und möglichst viele Finalplätze zu ergattern. 

Auf David Thomasberger wartet auf seiner Paradestrecke 200m Schmetterling kein Geringerer als der seit kurzem in Deutschland trainierende Olympiasieger Chad le Clos. Aber auch der US-amerikanische Staffel-Olympiasieger Tom Shields sowie der Italiener Alberto Razzetti und der Schweizer Noe Ponti, die bei der zurückliegenden Kurzbahn-WM die Plätze eins und zwei belegten, werden auf der langen Schmetterlingdistanz sicher für schnelle Zeiten sorgen. Für David Thomasberger stehen zudem die 50m Schmetterling und 100m Lagen auf dem Programm.

Auch auf Marek Ulrich warten einige harte Brocken, so zum Beispiel der italienische Weltrekordhalter über die 100m Rücken, Thomas Ceccon. Ulrich wird in Berlin neben den 50 und 100m Rücken auch die 50m Freistil in Angriff nehmen, während sich Timo Sorgius auf seine Hauptstrecken 100 und 200m Freistil konzentriert.  Auf den Youngster Louis Schubert warten die drei Schmetterlingevents. Es wird also ein intensives Wochenende für die Leipziger Truppe von Coach Frank Embacher. Wir dürfen gespannt sein, ob sie im Konzert der internationalen Stars auf sich aufmerksam machen können.

Bildnachwies: SSG Leipzig

Sechs Medaillen bei Deutschen Meisterschaften, 25x Edelmetall bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften und eine EM-Qualifikation sowie Teilnahmen an den internationalen Nachwuchshöhepunkten sind ausreichend Anlass, um die fast siebzig Sportler der SSG Leipzig an einem Tisch zu versammeln und gemeinsam zu feiern. Mit einer angemessenen Ehrung der Schwimmerinnen und Schwimmer zelebrierten „die Blauen“ in diesem Monat das zurückliegende Erfolgsjahr und schworen zudem gleich die Neuankömmlinge des Teams auf ihre beginnende Zeit an der Sportschule ein. 

„Besonders für die jungen Sportler ist es enorm wichtig zu sehen, dass auf ihren Nebenbahnen echt gute Schwimmer trainieren. So sehen sie, wo die Reise mal hingehen kann“, sagt Frank Embacher, Cheftrainer der SSG Leipzig. Bedächtig schaut er in das Meer von blau gedressten Athleten vor sich. Es sind jene fast 70 Sportler, die in der deutschen Schwimmszene durch ihre konstante Farbpräsenz mittlerweile als „Blaue Wand“ bekannt sind. Sie lauschen aufmerksam den Worten des Redners und Vorstandsmitglieds Matthias Macht, der nacheinander feierlich die Erfolgsträger der vergangenen Saison nach vorn bittet. Neben den Präsenten gibt er den Schwimmern vor allem eines mit auf den Weg: Die Erinnerung, dass sie trotz der Entbehrungen der vergangenen beiden Jahre in der Lage waren zu solchen Leistungen zu schwimmen. Allen voran sind hierbei die Deutschen Meistertitel von David Thomasberger und Yannis Willim zu nennen. Der erst 18-jährige Timo Sorgius konnte sich zudem mit der Nominierung für 4x200m Staffel bei der EM in Rom erstmals international die Deutschland-Kappe aufsetzen.

Und nicht nur die Spitze des Speers wusste in der vergangenen Saison mit Leistung zu bestechen, auch das Nachwuchsteam überzeugte. Mit 25 Medaillen bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften schwammen sich die Talente des Leipziger Stützpunkts auf Platz drei in der Teamwertung aller Vereine bundesweit. Ein Nachwuchs, der auch in den kommenden Jahren für spannende Rennen in den Becken des In- und Auslands sorgen dürfte! Die allerjüngsten Schwimmerinnen und Schwimmer gingen ebenfalls nicht leer aus. Für die neu auf die Sportschulen gekommenen Athleten gab es zur Begrüßung ihren persönlichen blauen Anstrich: das obligatorische Team-Shirt. Getragen wurden die Leistungen neben den Trainern und Eltern auch von den immer wieder tatkräftig zur Seite stehenden Sponsoren. Da sie durch ihre Unterstützung quasi mit am Beckenrand stehen, durfte auch für sie das entsprechende blaue Nikki nicht fehlen. Der Vorstand überreichte den Sponsoren ebenfalls ihre persönliche Einkleidung. Wir danken an dieser Stelle unseren beiden Gold-Sponsoren KSW Gruppe und der Stiemer GmbH, die die SSG Sportler auf ihrem Weg in der letzten Saison so gut unterstützt haben und auch im neuen Schwimmjahr zum Erfolg beitragen werden.

Bildnachweis: SSG Leipzig

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Einen erfolgreichen Auftakt der neuen Saison hatten die Leipziger Stützpunkt-Schwimmer am Wochenende bei den Sächsischen Freiwassermeisterschaften an der Talsperre Pöhl. Bei sonnigem Wetter stürzten sich die fast 50 Aktiven am Samstag in die Fluten des Sees und fischten dabei zahlreiche Medaillen aus dem Wasser. Satte 27 Plaketten in den unterschiedlichen Wertungsklassen standen für die Leipziger am Ende zu Buche. 

Teambuilding war das Schlagwort für den Wettkampf, der mit seiner Lage geradezu dazu einlädt, sportliche Leistungen mit dem Spaß einer Team-Ausfahrt zu verbinden. Bereits am Freitag waren alle Athleten des Leipziger Stützpunktes angereist, um sich nach der Sommerpause gemeinsam auf die neue Saison einzustimmen. Da der Wettergott den jungen Sportlern wohlgesonnen war und warme 27 Grad für den Samstag spendierte, fiel ihnen der Gang vom Zelt zur Wettkampfstätte am nächsten Morgen nicht schwer. Dort gab es dann sogar die eine oder andere sportliche Überraschung. 

Im offenen Bereich konnte der erst 15-jährige Janek Thorben Reyher über die 1000m Distanz ganz vorn mitmischen. Er arbeitete sich in 12:29,70 Minuten auf Platz zwei des gesamten Feldes und zeigte seinen Trainern, dass er nicht nur über einem Strich am Beckenboden durchaus geradeaus schwimmen kann. Zudem konnte er sich über die halbe Distanz den Sieg in seiner Altersklasse sichern. Ebenfalls „im Alter erfolgreich“ war die 14-jährige Meike Rosenberg. Sie gewann die 1000m in ihrem Jahrgang (2008) in 13:41,33 Minuten. Kim Carlo Fischer (2006) tat es ihr über die 5000m gleich und gewann seine Altersklasse ebenso wie Leonard Lehman (2008), der die 500m für sich entschied. Ebenfalls erfolgreich über die 500m war Laurin Borkenhagen (2004), der hier die Juniorenwertung gewinnen konnte. Bei den Junioren wusste auch der Langstrecken-Spezialist Jonas Clauß zu überzeugen. Mit 1:05:10,06 Stunden und einem zweiten Platz über die 5000m legte der 18-Jährige mehrfache Medaillengewinner bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften mit seinen beinahe ersten Kilometern in diesem Jahr eine schöne Grundlage für die anstehenden Monate. Die schönen und warmen Eindrücke nehmen die Schwimmer mit in ihre anstehende Vorbereitung auf die kommenden Höhepunkte. Bei den möglicherweise zunehmend frischer werdenden Beckentemperaturen dürften diese durchaus hilfreich sein.

Bildnachweis: „SSG Leipzig“

Die Schwimm-Asse der SSG Leipzig sind mittlerweile feste Akteure auf der internationalen Bühne – nicht nur bei den Erwachsenen, wie zum Beispiel bei den Olympischen Spielen 2021 mit drei SSGlern in Tokio – sondern auch beim Nachwuchs! In den zurückliegenden Tagen stellte dies Sascha Macht unter Beweis.

Der 16-Jährige feierte beim European Youth Olympic Festival im slowakischen Banskà Bystrica sein internationales Debüt und präsentierte sich dabei stark. Über die 200m Lagen schwamm er in 2:06,23 Minuten mit Bestzeit auf Rang vier, nur etwa eine Sekunde hinter den Medaillenrängen. Ebenfalls Rang vier gab es mit dem deutschen Lagenteam, für das Sascha im Vorlauf die Schmetterlingstrecke absolvierte.

„Vor drei Wochen noch haben wir gebangt, ob er überhaupt an den Start gehen kann“, erinnert sich Saschas Vater Matthias Macht, Sportvorstand der SSG Leipzig. Nach einer verschleppten Infektion war die Form des Youngsters in Gefahr, doch in der Slowakei zeigte Sascha, dass er gegen die kontinentale Konkurrenz vorn mithalten kann. Klar, gern hätte es so knapp hinter den Podestplätzen auch Edelmetall sein können. „Das ist der gesunde Ehrgeiz eines Sportlers“, konstatiert Vater Matthias. Doch als Einstand im Nationalteam konnten sich die Auftritte des Leipziger Talents mehr als sehen lassen.

Die Leipziger Blicke schwenken nun von der Slowakei nach Italien. In Rom beginnen in zehn Tagen die Schwimm-Europameisterschaften, bei denen Timo Sorgius die SSG Leipzig vertreten wird. Ursprünglich sollte auch Marek Ulrich zur EM fliegen. Der Olympiaschwimmer musste seinen Start aufgrund des Trainingsverlusts durch eine Coronainfektion aber kurzfristig absagen. Seine Blicke gehen nun auf die kommende Saison, in der gleich zwei Weltmeisterschaften anstehen. Es bieten sich also auch dann wieder Gelegenheiten, Leipzig einen Platz im Kreis der internationalen Schwimmelite zu verschaffen.

Bildnachweis: SSG Leipzig

„Mit dem Sportgymnasium hat bei mir damals alles angefangen“, erinnert sich der Deutsche Rekordhalter und Olympia-Schwimmer David Thomasberger. Er wird etwas sentimental, als er in die Augen der zu ihm aufschauenden Viertklässler blickt. „Früher hab ich staunend zu Olympioniken hochgeschaut und heute stehe ich hier und darf selbst das Vorbild sein – schon verrückt“, schmunzelt Thomasberger und übergibt Daniel, einem der zukünftigen Sportgymnasiasten einen Geschenkbeutel. 

Mit großen Augen nimmt dieser die mit Goodies gefüllte blaue Tasche entgegen und strahlt übers ganze Gesicht. Es sind die kleinen Gesten, die auch David Thomasberger vor 16 Jahren zum Leistungssport geführt haben. Ein Foto mit Weltrekordhalter Paul Biedermann beim Sommerfest im Freibad hält er bis heute in Ehren. Neben Jubelbildern nach großen sportlichen Erfolgen, sind es solche Szenen, die dem Sport erst seine Farbe geben. Deshalb haben sich die drei Olympia-Schwimmer Marie Pietruschka, Marek Ulrich und David Thomasberger eine Begegnung mit der nächsten Schwimm-Generation nicht entgehen lassen. Es waren zehn Nachwuchs-Talente, die sich zum Abschluss der Saison zusammen mit ihren Eltern im Sportbad an der Elster versammelten, um von ihren Trainern feierlich an die Sportschule entlassen zu werden. Gespannt lauschten sie dem Moderator, der die zukünftigen Schwimm-Asse nacheinander nach vorn rief. Dort wurden sie mit kleinen Präsenten von den Olympioniken in Empfang genommen. 

Die drei wollten etwas zurückgeben an eine Generation von Schwimmern, die die Schwimmhalle lange Zeit lediglich von außen zu Gesicht bekommen durften und trotzdem den Weg auf die sportlichste Schulbank Leipzigs wagen. Es sind heitere und Hoffnung spendende Szenen einer neuen Generation von Sportlern, die nun endlich wieder live mit ihren Vorbildern auf Tuchfühlung gehen können. Und wer weiß, vielleicht stehen sie schon bald wieder neben den „Großen“. Nur dass sie dann keine Autogrammkarte in der Hand halten, sondern eine Wettkampfbrille.

Bildnachweis: SSG Leipzig

Ein weiteres Ass der SSG Leipzig wird in diesem Jahr sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft feiern! Dem am Freitag bekannt gegebenen deutschen Aufgebot für die Schwimm-Europameisterschaften im kommenden Monat in Rom gehört neben dem mehrfachen Nationalschwimmer Marek Ulrich erstmals auch der 18-jährige Timo Sorgius an.

Im Juni hatte sich Sorgius mit starken Auftritten bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin für die Europameisterschaften und damit sein Debüt in der Nationalmannschaft der Erwachsenen empfohlen. Unter anderem verteidigte er seinen Titel über die 200m Freistil und gewann Silber über die 100m Freistil.

An der Form für die EM hatte Sorgius gemeinsam mit seinem SSG-Teamkollegen Marek Ulrich und dem Rest der Nationalmannschaft in den zurückliegenden Wochen beim Vorbereitungscamp in Darmstadt geschraubt. Ulrich war bereits im April nach der ersten EM-Qualifikationsphase ins Aufgebot für die kontinentalen Titelkämpfe berufen worden. Mit David Thomasberger sollte eigentlich noch ein weiterer SSG-Schwimmer bei der EM in Rom auf den Block steigen. Eine Coronainfektion lässt dies aber nun nicht zu.

Ulrich und Sorgius sind nicht die einzigen Schwimmer, die Leipzig in dieser Saison auf internationaler Bühne vertreten. Den Auftakt hatte zu Beginn des Monats Louis Schubert gemacht, der bei den Junioren-Europameisterschaften in Rumänien über die 200m Schmetterling ins Finale einzog und auf dem Weg dahin in 1:59,76 Minuten erstmals die magische Zwei-Minuten-Marke durchbrechen konnte. Zudem gehört Sascha Macht zum deutschen Team für das am Sonntag beginnende European Youth Olympic Festival.

Timo Sorgius und Marek Ulrich bleiben nun weniger als drei Wochen bevor es ernst wird: Die Schwimm-Wettbewerbe der Europameisterschaften finden vom 11. bis 17. August statt.

Bildnachweis: „SSG Leipzig“

Nach einem Vorstoß des Deutschen Städtetages mit der Forderung, man könne im Angesicht der derzeitigen Energiekrise das Beheizen und Betreiben von Bädern und Schwimmhallen nicht mehr bewältigen, regt sich nun umfassende Kritik unter anderem von den Sportverbänden und der Bäderallianz. Der Sächsische Schwimm-Verband mit Unterstützung des LSB Sachsen richtet sich nun in einem Brief an den sächsischen Ministerpräsidenten, Herrn Michael Kretschmer und bittet um eine differenzierte Betrachtung der Situation. Die sofortige Schließung sämtlicher öffentlicher Bäder, besonders mit Blick auf die jüngsten Schläge der Corona-Krise und der Bäderschließungen, könne zu nicht abschätzbaren Schäden für die Gesundheit der Bürger: innen und der sächsischen Vereinslandschaft führen. Stattdessen schlägt der Sächsische Schwimm-Verband in Abstimmungen mit weiteren Landesschwimmverbänden einen Drei-Stufen-Plan vor, der einen erheblichen Beitrag für die Energieeinsparungen des Landes leisten könnte, ohne dabei direkt einen Kahlschlag vorzunehmen. 

Nach zwei Jahren Pandemie und den zusätzlichen Folgen der deutschlandweiten Bäderschließungen sieht der sächsische Schwimmsport nun einer weiteren massiven Krise ins Auge. In der vergangenen Woche legte der Deutsche Städtetag ein Schreiben auf, in dem auf etwaige Einsparmaßnahmen verwiesen wird, die die Kommunen im Hinblick auf die unlängst explodierenden Energiepreise unmittelbar vornehmen können. Dabei wurde unter anderem empfohlen, Freibäder nicht mehr zu beheizen und sämtliche öffentliche Hallenbäder und Saunen ohne jegliche Differenzierung zu schließen. Unter Bezugnahme auf die Positionen der Deutschen Bäderallianz, des LSB Sachsens des Landessportbunds und des Schwimmverband NRW, bittet der SSV auf eine ganzheitliche Betrachtung und warnt vor einseitigen Beschlüssen. Stattdessen verweisen der Verbandspräsident Dr. Wolfram Sperling und der Geschäftsführer Frank Müller-Steidner auf die Bedeutung der sächsischen Bäderlandschaft für die körperliche und soziale Gesundheit ihrer Bürger: innen. In anderen Positionspapieren, wie dem des Landesverbandes NRW wird zudem auf die lebenswichtige Bedeutung der Schwimmausbildung für Kinder und die gesundheitliche bzw. soziale Wichtigkeit des Breiten- und Rehasports verwiesen. Jeder Bereich der Gesellschaft muss ihren Beitrag leisten, um den Energieverbrauch des Landes zu senken. Auch der Schwimmsport, so heißt es in dem Schreiben des SSV, kann im Hinblick auf das mögliche Ausbleiben von Energielieferungen umfassende Vorkehrungen treffen. Dabei sei es jedoch von großer Bedeutung, den Badebetrieb auch unter Einschränkungen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.  Der Sächsische Schwimm-Verband schlägt deshalb in Anlehnung an den Vorschlag der Bäderallianz Deutschland vor, Energieeinsparungen je nach energiepolitischer Lage in drei Stufen vorzunehmen:

  1. Reduzieren der Heizleistung in Außenbecken und Freibädern (mit fossilen Brennstoffen) auf höchstens 22ºC
  2. In allen weiteren Schwimmbecken Reduzierung der Wassertemperatur auf höchstens 26ºC (Ausnahme  Kleinkinder-/Babybecken, indikationsbezogene Rehabilitationsmaßnahmen)
  3. Schließung rein freizeitorientierter Schwimmbecken

Auch wenn eine komplette Schließung der Bäder nicht der erste Weg sein kann: „Dass eine Schließung ab einem gewissen Punkt nicht mehr vermeidbar ist, ist uns bewusst“, so die Vertreter des SSV. Dennoch sollte dies erst der letzte Weg sein. Es darf nicht, wie schon in der Corona-Pandemie, wieder der Fehler begangen werden, den Sport von der Politik ausklammern zu lassen.

Der SSV verweist außerdem auf die Stellungnahme des LSB Sachsen „Kein Sport ist auch keine Lösung! LSB fordert Unterstützung vom Land“

Thomas Rohmberger
Öffentlichkeitsarbeit SSV

Bildnachweis: Thomas Rohmberger

Quellennachweis: https://www.lsv-sachsen.de