Deutscher Meister! SSG-Youngster Timo Sorgius überrascht mit Gold beim DM-Auftakt
Ein Auftakt nach Maß für die Leipziger Schwimmer bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin: Am ersten Wettkampftag gab es direkt Titel Nummer eins durch den erst 17-jährigen Youngster Timo Sorgius. Über die Nebenstrecke 200m Rücken sorgte das SSG-Talent in Berlin für eine faustdicke Überraschung.
In 2:00,76 Minuten schnappte sich Sorgius souverän mit anderthalb Sekunden Vorsprung die Goldmedaille und ließ dabei auch klar keinen Geringeren als den Olympiafinalisten und Titelverteidiger Christian Diener (2:02,78) hinter sich.
Der Potsdamer, der sich heute mit dem fünften Platz zufrieden geben musste, hat seinen Fokus zwar nicht auf der Schwimm-DM sondern den Olympischen Spielen. Aber auch Timo Sorgius hat in diesem Jahr noch ein internationales Highlight auf dem Zettel stehen. Im Juli wird der seit dem vergangenen Sommer in Leipzig trainierende Konstanzer an den Junioren-Europameisterschaften teilnehmen. Umso höher ist sein heutiger Triumph zu werten. Bei der Schwimm-DM geht er noch über seine Paradestrecken 100 und 200m Freistil an den Start.
Einen Finaleinsatz gab es am Donnerstag auch für einen weiteren Leipziger. Über die 400m Lagen schwamm Louis Dramm (Dresdner Delphine) in 4:28,96 Minuten auf den sechsten Rang. Noch bis Sonntag sind die Asse von der Elster in Berlin am Start. Als Drittschnellster der Meldelisten über die 200m Brust wird dabei Yannis Willim von der SSG Leipzig ins Geschehen eingreifen. Vor ihm stehen auf dem Papier nur der mehrfache Weltmeister Marco Koch und der EM-Schwimmer Max Pilger. Dabei könnte Willim davon profitieren, dass Koch wohl aus persönlichen Gründen auf seinen Start in Berlin verzichten wird. Wir dürfen also gespannt sein, was in den kommenden Tagen bei der Schwimm-DM für das elfköpfige Leipziger Team noch herausspringt.
Die für die Schwimm-DM 2021 gemeldeten Leipziger Schwimmer:
Leon Borkenhagen, Selina Celar, Lilja Aline Hamman, Antonia Schirmer, Anna Elisabeth Schneiderheinze, Louis Schubert, Timo Sorgius, Jeanna Vu, Yannis Merlin Willim, Tim Wilsdorf (alle SSG Leipzig), Louis Dramm (Dresdner Delphine)
Bildnachweis: SSG Leipzig

Die am Donnerstag beginnenden Deutschen Meisterschaften der Schwimmer in Berlin stehen in diesem Jahr im Zeichen der Olympischen Spiele. Die Top-Athleten der Nation bereiten sich gerade voll auf Tokio vor und verzichten auf die Titelkämpfe bzw. nutzen sie nur im Vorbeischwimmen als Formtest. Aus dem Kreis der Leipziger Spitzenschwimmer fehlen so zwar die Olympia-Teilnehmer Marie Pietruschka und David Thomasberger sowie der EM-Fahrer Marek Ulrich in Berlin. Trotzdem schickt der Landesstützpunkt aus der Messestadt bei der Schwimm-DM eine schlagkräftige Truppe an den Start.
Mit dabei ist so zum Beispiel der Brustspezialist Yannis Willim, der als amtierender Deutscher Kurzbahnvizemeister über die 200m-Strecke nach Berlin reist. Der SSG-Schwimmer konnte im Frühjahr bereits mit Bestzeiten über die 100m und 200m Brust glänzen und will dies nun in Berlin bestätigen. „Es geht darum, so gut wie möglich in die eigenen Fußstapfen zu treten und einfach zu schauen, was so drin ist“, erklärt Willim vor Beginn der Titelkämpfe, bei denen er über die 200m Brust an dritter Stelle hinter den Nationalschwimmern Marco Koch und Max Pilger gesetzt ist.
„Wir sind ein kleines und relativ junges Team, dürfen also gespannt sein, was so geht“, meint der 22-Jährige vorausschauend. Teil der elfköpfigen Mannschaft sind auch Timo Sorgius, der Leipzig im Juli bei den Junioren-Europameisterschaften vertreten wird, sowie Louis Dramm und Louis Schubert, die bereits Erfahrungen im internationalen Nachwuchsbereich sammeln konnten.
Während Willim, Sorgius und Dramm schon im April bei der Jagd auf die Tickets fürs Nationalteam im Einsatz waren, hatten Schubert sowie die weiteren jungen Talente aus Leipzig die Schwimm-DM als Saisonhöhepunkt im Blick. Vielleicht gelingt es ja dem einen oder anderen, die gestandenen Routiniers in Deutschland ein wenig zu ärgern und in die Endläufe vorzustoßen.
Die für die Schwimm-DM 2021 gemeldeten Leipziger Schwimmer:
Leon Borkenhagen, Selina Celar, Lilja Aline Hamman, Antonia Schirmer, Anna Elisabeth Schneiderheinze, Louis Schubert, Timo Sorgius, Jeanna Vu, Yannis Merlin Willim, Tim Wilsdorf (alle SSG Leipzig), Louis Dramm (Dresdner Delphine)
Bildnachweis: SSG Leipzig

Liebe Mitglieder,
liebe Eltern der Schwimmlernkurse,
die neue Sächsische Corona-Schutz-Verordnung, die vom 31.05.2021 bis zum 13.06.2021 gilt, wurde am gestrigen Tage veröffentlicht.
Nachdem in der aktuell noch bis zum 30.05.2021 geltenden Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung das Schwimmtraining in den Schwimmhallen erlaubt gewesen wäre, hat die Politik es nun geschafft, den Schwimmsport ganz aus der Verordnung zu verbannen.
Der Öffentlichkeit wird zwar die Möglichkeit eröffnet, wieder in den Freibädern BADEN zu gehen, die Schwimmvereine dürfen jedoch weder SCHWIMMLERNKURSE durchführen noch dürfen unsere Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen zum SCHWIMMTRAINING gehen. Denn: Die Schwimmhallen bleiben geschlossen. Und: Eine Öffnungsperspektive für den Schwimmsport und die Schwimmvereine gibt es in Sachsen offensichtlich leider nicht.
Wir wollen das nicht hinnehmen und weiter für unseren Sport kämpfen, für Euch, liebe Mitglieder und für Euch, liebe Schwimmanfänger!
Lasst Eure Gedanken, Gefühle, Wünsche, Ideen etc. sprechen! Schreibt uns einige Zeilen, wie es Euch, Euren Familien und insbesondere Euren Kindern geht (ohne Schwimmen und ohne Vereinsleben), malt ein Bild, schreibt ein Gedicht, gestaltet ein Plakat, nehmt einen Song auf, schickt uns ein Foto oder was auch immer Euch einfällt! Wir wollen die gesammelten Werke dann Frau Staatsministerin Petra Köpping übergeben, um die Politik aufzurütteln, den Schwimmsport wieder AUFLEBEN zu lassen.
Wir nehmen die Pandemie sehr ernst. Wir halten uns an die Regeln. Uns ist bewusst, dass die Pandemie mitunter sehr viel Leid, Sorgen und Ängste in alle Teile der Gesellschaft getragen hat, Familien persönliche Schicksalsschläge erleiden mussten, berufliche Existenzen gefährdet oder vernichtet wurden, sich Menschen mit finanziellen Sorgen tragen. Wir werden vor diesem Hintergrund vielleicht belächelt, weil wir einfach „nur“ wieder schwimmen wollen, aber wir leisten mit unserem ehrenamtlich geführten Verein und mit Euch, liebe Trainer und Übungsleiter, einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und insbesondere für unsere Kinder.
Also, wer Lust, Zeit und Energie hat, uns zu unterstützen, der kann sich an unserer Aktion beteiligen, malt uns ein Bild und schickt es an info@postsvleipzig.de
Liebe Mitglieder des Postschwimmverein Leipzig e.V.,
wir möchten Euch hiermit recht herzlich zu unserer diesjährigen Mitgliederversammlung einladen.
Die Mitgliederversammlung wird wie folgt stattfinden:
Wann:
Mittwoch, 30. Juni 2021 – 18.30 Uhr
Wo:
Festwiese vor dem Stadion
Am Sportforum 1, 04105 Leipzig
(Zugang über Ampelanlage am ehemaligen Schwimmstadion)
Vorläufige Tagesordnung:
1. Begrüßung/Genehmigung der Tagesordnung
2. Bericht des Vorstandsvorsitzenden
3. Bericht Vorstand Sport
4. Bericht Vorstand Finanzen
5. Bericht der Kassenprüfer
6. Diskussion zu den Berichten
7. Entlastung des Vorstandes
8. Beitragsreduzierung für Bestandsmitglieder im Zeitraum 01.07. bis 31.12.2021
9. Ausblick 2021 und Sonstiges
Aufgrund der derzeit geltenden Corona-Schutz-Regelungen können nur Mitglieder an der Mitglieder-versammlung teilnehmen, die sich bis zum 24. Juni 2021 per Mail an Info@postsvleipzig.de angemeldet haben. Vor Ort wird es ein strenges Hygienekonzept geben, welches allen Teilnehmern mitgeteilt wird und unterschrieben werden muss. Weiterhin bitten wir alle Teilnehmer ein Sitzkissen oder einen Klappstuhl mitzubringen. Alle angemeldeten Teilnehmer bekommen spätestens zwei Tage vor der Versammlung eine Mail mit allen wichtigen Informationen und den aktuellen Hygieneregeln während der Mitgliederversammlung.
Jetzt ist es offiziell: Die Leipziger Spitzenschwimmer Marie Pietruschka und David Thomasberger fliegen zu den Olympischen Spielen. Beide gehören dem 30-köpfigen Schwimmteam an, das am Mittwoch vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für Tokio nominiert wurde.
Für Marie Pietruschka ist es nach der EM 2018 und der WM 2019 der dritte internationale Jahreshöhepunkt in Folge, bei dem sie dabei sein wird. Die 25-Jährige, die zwar mittlerweile in Neckarsulm trainiert, aber weiterhin für die SSG Leipzig startet, sicherte sich sowohl über die 100m Freistil (54,73) als auch die 200m Freistil (1:58,33) mit starken Bestzeiten Plätze in den deutschen Olympiastaffeln.
David Thomasberger hatte im April für ein dickes Achtungszeichen gesorgt: Im Rahmen der Olympia-Qualifikationswettkämpfe drückte er den Deutschen Rekord über die 200m Schmetterling auf 1:55,04 Minuten und darf sich dank dieser Leistung erneut international beweisen. „Ich bin happy, dass es jetzt endlich offiziell ist“, so Thomasberger, der schon bei der WM 2019 im Nationalteam stand. „Ich freue mich auf die kommende Zeit und darauf alles mitzunehmen und aufzusaugen, was der Weg nach Tokio zu bieten hat.“
Offen ist noch, ob im Flieger nach Japan neben David Thomasberger auch dessen bester Freund Marek Ulrich sitzen wird. Der SSG-Schwimmer hatte bei der Olympia-Qualifikation über die 100m Rücken in 53,75 Sekunden nur haarscharf die Norm des Deutschen Schwimm-Verbandes verpasst. Trotzdem ist die Tür nach Tokio für ihn noch nicht zu. Ulrich dürfe sich „zur Absicherung der Lagenstaffel durchaus noch Hoffnungen auf eine Olympia-Nachnominierung durch den DOSB machen“, schrieb der DSV am Mittwoch.
Internationale Luft durfte Ulrich genau an jenem Tag, an dem die ersten Olympia-Fahrer benannt wurden, erneut bei der Schwimm-EM in Budapest schnuppern. Über die 100m Rücken schrammte er dort in 54,58 Sekunden nur knapp am Semifinale vorbei. Überraschend kam das frühe Aus für den 24-Jährigen nicht. „Leider war mir schon vorher klar, dass ich nicht so ein Rennen wie vor drei Wochen ins Wasser bringen kann“, meinte Ulrich nach dem Vorlauf. „Nach meiner Corona-Impfung hatte ich zwischenzeitlich nämlich eine Woche lang nicht trainieren können. Trotzdem ärgere ich mich natürlich, dass es nicht schnell genug war für ein Weiterkommen in die nächste Runde.“ Aber: Zum einen war es ja keine schlechte Zeit, sondern die viertbeste Leistung seiner Karriere. Zum anderen darf er vielleicht in Tokio noch einen drauf setzen. Anfang Juli soll offiziell bekannt gegeben werden, ob „Härtefälle“ wie Ulrich mit zu Olympia dürfen. Der Weg nach Tokio bleibt also spannend.
Liebe Mitglieder,
wie Ihr sicherlich bereits aus der Presse erfahren habt, wurde auch mit der nunmehr stabilen Unterschreitung der 100er Inzidenz und den daraus veränderten Schutzbestimmungen in der Stadt Leipzig ab 14.05.2021 keine Öffnung der Schwimmhallen für den Vereinssport vorgesehen. Der Vorstand beschäftigt sich laufend mit der aktuellen Situation und wird auch entsprechend in den verschiedensten Funktionen öffentlich aktiv (Stellungnahme von Holger Maiwald in der LVZ vom 11.05.2021).
Der Vorstand unseres Vereins hat in diesem Rahmen an die Verantwortlichen der Stadt Leipzig in der vergangenen Woche eine umfangreiche Mail versandt, mit der Aufforderung, die Schwimmhallen in Leipzig schrittweise zu öffnen.
Wir haben darin darauf hingewiesen, dass weder das Infektionsschutzgesetz noch die aktuelle Sächsische Corona-Schutz-Verordnung eine weitere Schließung der Schwimmhallen für den Vereinssport begründet. Dies haben wir mit umfangreichen juristischen Bestimmungen belegt.
Unsere Argumentation steht in Übereinstimmung mit den Positionen des Landessportbundes Sachsen e.V zur Nutzung von Hallen- und Freibädern für den Schwimmsport.
Corona FAQ – Landessportbund Sachsen – Landessportbund Sachsen (sport-fuer-sachsen.de)
Wir haben auch andere Schwimmvereine der Stadt über unsere Positionen und unser Schreiben informiert.
Unser Ziel ist zunächst, mit den Schwimmlernkursen und dem Kinder- und Jugendsport zu beginnen und dann sukzessive natürlich unsere gesamte sportliche Vereinsaktivität wieder in vollem Umfang zu entfalten.
Wir werden Euch über die Reaktionen auf dem Laufenden halten.
Wir wünschen Euch alles Gute und bleibt gesund!
Leipzigs Schwimmer sind in diesem Jahr breit auf internationaler Bühne gefordert. Den Auftakt macht derzeit Marek Ulrich bei den Schwimm-Europameisterschaften in Budapest. Am Montag startete er mit einer Top Ten Platzierung in die Wettbewerbe.
Über die 50m Rücken belegte der mehrfache Deutsche Meister den neunten Platz. Damit ist er zwar unter Europas besten Zehn, doch es hätte sogar noch mehr drin sein können. Mit seiner Zeit von 25,03 Sekunden verpasste das SSG-Ass die Plätze in den morgigen Finals um nur eine Hundertstelsekunde.
„Das ist schon ein bisschen Pech“, erklärte Ulrich, der im Vorlauf noch fünf Hundertstel schneller war, zum knappen Ausgang seines Halbfinals, in dem der Russe Kliment Kolesnikov mal ebenso nebenbei einen Weltrekord aufstellte.
Weiter geht es für den Nationalschwimmer, der in Budapest bereits 2017 bei der WM im selben Becken internationale Erfahrung sammeln konnte, am Mittwoch mit den 100m Rücken. Über diese Strecke war er im April nur haarscharf über der Olympianorm geblieben.
Die Hoffnung auf die Sommerspiele ist bei Ulrich noch nicht ganz begraben. Am Dienstag will der Deutsche Olympische Sportbund die ersten Tokio-Tickets an die Schwimmer bestätigen. Als Absicherung für die deutsche Lagenstaffel wäre der Leipziger Rückenschwimmer ein Kandidat, bei dem der Verband ein Auge zudrücken könnte. Das liegt aber nicht mehr in seinen Händen. Stattdessen will Ulrich über seine Paradestrecke 100m Rücken übermorgen in Budapest mal auf der glücklichen Seite des Kampfes um die Hundertstel sein. „Das ist auf jeden Fall mein Ziel“, meint er.
Bildnachweis: SSG Leipzig

Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. So geht es auch den Spitzenschwimmern der SSG Leipzig, die gerade erst die anstrengende Qualifikationsphase für die Höhepunkte des Schwimmkalenders hinter sich gebracht haben und sich nun schon wieder fleißig fit machen für die internationalen Bühnen. Um ihnen hier etwas zusätzliche Motivation mit auf den Weg zu geben, wurde am Wochenende dann doch mal kurz inne gehalten. Unter strahlendem Sonnenschein und mit leuchtenden Blumen hat die SSG Leipzig am Samstag ihre „Internationalen“ geehrt.
„Dass unsere Besten nach so einer harten Wettkampfphase eine solche Aufmerksamkeit erfahren, zeigt natürlich die Wertschätzung für die Sportler“, freut sich Coach Frank Embacher über die Ehrung seiner Athleten. Marek Ulrich, der die Messestadt in wenigen Wochen bei den Europameisterschaften in Budapest vertreten wird, pflichtet bei: „Es zeigt, dass wir auch in dieser schwierigen Zeit zusammenhalten und dass hinter dem Erfolg von uns Sportlern ein tolles Team an Trainern und Funktionären steht.“
Dicke Blumensträuße gab es auch für Youngster Timo Sorgius, der im Juli bei den Junioren-Europameisterschaften in Rom auf den Block steigt, und natürlich für Rekordschwimmer David Thomasberger. Der 25-Jährige erfüllte sich nicht nur mit dem Ticket für die Olympischen Spiele einen Traum, sondern ließ mit der Zeit von 1:55,04 Minuten über die 200m Schmetterling auch einen Knoten platzen. „Es ist schön, endlich diese 1:56er Marke durchbrochen zu haben“, erklärt er. „Schon als der Rekord noch von Michael Groß gehalten wurde, war es mein Ziel den zu knacken.“ Dass die ersehnte Bestmarke, die sich zwischenzeitlich der gebürtige Leipziger Ramon Klenz geschnappt hatte, nun im Besitz von Thomasberger ist, heißt noch lange nicht, dass er sich auf seinen Lorbeeren ausruhen möchte: „Ich blicke optimistisch in Richtung Tokio und hoffe, mich dort noch ein paar Zehntel zu verbessern.“ Dann könnte sogar eine 1:54er Zeit winken – und damit hätte er auch gute Chancen auf einen Finalplatz bei Olympia.
Im Flieger nach Tokio wird mit Marie Pietruschka auch ein zweites Mitglied der SSG-Familie sitzen. Auch die in Neckarsulm trainierende, aber weiterhin für Leipzig startende Nationalschwimmerin wurde natürlich gebührend gefeiert. Für sie organisierte die SSG-Crew extra eine Blumenübergabe in der neuen Trainingsheimat. Bei der Ehrung durch den SSG-Vorstand per Videoschalte soll auch die eine oder andere Träne der Rührung geflossen sein.
Man sieht: Leipzigs Schwimmfamily steht zusammen, egal wie viele Kilometer gerade dazwischen liegen. Das werden wir auch in den kommenden Wochen und Monaten unter Beweis stellen, wenn die SSG-Asse in Budapest, Rom und natürlich Tokio die internationalen Bühnen des Schwimmsports erobern.
Der Landessportbund Sachsen (LSB) kritisiert die „Bundes-Notbremse“. Die neue Corona-Regelung beinhaltet deutschlandweit einheitliche Beschränkungen, sobald die Sieben-Tages-Inzidenz an drei Tagen hintereinander über 100 liegt – ein harter Schlag für den organisierten Sport und besonders für sächsische Vereine ein großer Rückschritt.
Konkret soll bei einer Überschreitung des kritischen Inzidenzwertes nur noch kontaktloser Individualsport alleine, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes erlaubt bleiben. Ausnahmen gibt es lediglich für Berufs- und Leistungssportler. Kinder und Jugendliche dürfen bis zum Alter von 14 Jahren mit ausreichend Abstand draußen Sport machen – allerdings nur in Gruppen von bis zu fünf Personen. Die sächsische Corona-Schutz-Verordnung erlaubte bisher kontaktlosen Gruppensport im Freien und auf Außensportstätten mit maximal 20 Teilnehmenden im Alter von bis zu 18 Jahren.
„Diese Änderungen des Infektionsschutzgesetzes sind eine Bankrotterklärung für den Breitensport“, kritisiert LSB-Generalsekretär Christian Dahms. „Gerade für Sachsen bedeuten die bundesweiten Regelungen einen deutlichen Rückschritt. Besonders ärgerlich ist das, weil es keine wissenschaftlich belegten Gründe gibt, kontaktlosen Sport im Freien zu verbieten. Entgegen der Ratschläge der Aerosolforschung wird hier wegen eines minimalen Corona-Ansteckungsrisikos die Gesamtgesundheit unserer Sporttreibenden aufs Spiel gesetzt! Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter der mangelnden Bewegung und vermissen die gemeinsame Freizeit im Sportverein. Auch ältere Menschen und den Rehasport treffen die Regelungen weiterhin hart.“
Sowohl bundesweit als auch in Sachsen sind seit Beginn der Corona-Pandemie zahlreiche Infektionsschutz-Richtlinien und Hygienekonzepte für den Sport entstanden. „Unsere Vereine und Verbände haben sich von Anfang an diszipliniert und engagiert gezeigt“, erklärt Dahms. „Im Sport gehören Regeln dazu, und so können gerade im organisierten Trainingsbetrieb Hygienemaßnahmen und Kontaktverfolgung sehr gut sichergestellt werden. Es kann nicht sein, dass der Sport immer noch als Teil des Problems und nicht als Teil der Lösung gesehen wird! Den Unmut unserer Ehrenamtlichen und Sporttreibenden teilen auch wir als Landessportbund – hier wird mit undurchsichtigen Regelungen gerade jahrelanges Engagement zermürbt und für die Zukunft nachhaltig geschwächt.“
Die „Bundes-Notbremse“ soll bis zum 30. Junigelten. Der Landessportbund fordert ein erneutes Überdenken der Maßnahmen und eine zeitnahe Rückkehr zum organisierten Sporttreiben.
Information
Landessportbund Sachsen e.V.
Nach dem letzten Tag des Qualifikationsmeetings in Berlin stehen die Starter für die anstehenden internationalen Großevents fest. Leipzig darf diesen mit gleich vier Schwimmern den Stempel aufdrücken! Zwei Athleten für Tokio, eine Qualifikation für die EM in Budapest und eine für die Junioren-EM in Rom – eine Wahnsinns-Bilanz für die Sportstadt an der Elster!
Trainer Frank Embacher kann sich nach dem Wochenende wohl nur schlecht das Lächeln verkneifen: „Mit zwei festen Startplätzen in Tokio und jeweils einem bei einer EM und JEM können wir sehr zufrieden sein. Zudem gab es einige gute Bestzeiten, zum Beispiel die von Yannis, die uns im Hinblick auf die Universiade im nächsten Jahr optimistisch stimmen. Ich freue mich auch über die sehr gute Entwicklung unseres Jungspunds Timo Sorgius, der sich von Wettkampf zu Wettkampf immer weiter steigern konnte“, fasst Embacher die ereignisreichen letzten Wochen zusammen.
Yannis Willim feierte zum Abschluss des Qualifikationsmeetings in Berlin am Sonntag eine erneute Bestzeit über seine Paradestrecke. In 2:12,22 Minuten schwamm er die 200m Brust nochmal gut eine Zehntel schneller als am vergangenen Wochenende. Damit blieb er nur sieben Zehntel über der EM-Norm und gerade einmal zwei Zehntel über der Qualifikationszeit für die Universiade im nächsten Jahr in Chengdu. Da diese auf 2022 verschoben wurde, sollte sich im nächsten Jahr aber noch die Chance für die Normierung bieten. Auf einen Stempel im Reisepass dürfen sich aber schonmal vier andere SSG-Schwimmer freuen!
Nach David Thomasbergers Deutschem Rekord (1:55,04), den er bereits vor zwei Wochen in Heidelberg schwamm, steht er nun über die 200m Schmetterling als Olympia-Starter für Tokio fest. Die in Neckarsulm trainierende SSG-Schwimmerin Marie Pietruschka qualifizierte sich für Staffeleinsätze über die 4x100m und 4x200m Freistil. Mit starken Bestzeiten über beide Strecken platzierte sie sich als Dritte (54,73) und Vierte (1:58,33) für beide Staffeln und kann nun ganz entspannt ihre Koffer für Japan packen. Für Marek Ulrich geht die Reise nach dem derzeitigen Stand zur Schwimm-EM nach Budapest und der Youngster Timo Sorgius schwamm in Berlin über die 100m (50,06) und 200m Freistil (1:49,00) zu sehr guten Bestzeiten und deutlich unter die Normen für die Junioren-Europameisterschaften. Besonders beeindruckend sind seine Leistungen auch insofern, dass er damit sogar schneller war, als Weltmeister Paul Biedermann in diesem Alter!
Wie es aussieht, werden wir also noch einiges zu berichten haben in den kommenden Wochen. Nun heißt es in den nächsten Tagen die Akkus schnell wieder zu aufzufüllen, um international dann vielleicht nochmal die ein oder andere Zehntel abzuknapsen. Wir drücken die Daumen.



