11.10.2012 – DM-Premiere mit Weltmeistern – Feuerwehrmeisterschaft im Retten und Schwimmen

DM-Premiere mit Weltmeistern – Feuerwehrmeisterschaft im Retten und SchwimmenPremiere in der Messestadt: Am Sonnabend werden die 13. Feuerwehrmannschaftsmeisterschaften im Retten und Schwimmen ab 10 Uhr in der „Grünauer Welle" (Stuttgarter Allee 7) ausgetragen. Feuerwehrangehörige von 14 Berufsfeuerwehren aus ganz Deutschlands treffen sich, um das beste Team im Wasser zu ermitteln und zu beweisen, dass ihnen nicht nur die Rettung von in Not geratenen Menschen aus dem Element Feuer am Herzen liegt, sondern auch die Rettung aus dem nassen Element.
Gemeinsam mit dem Leipziger Feuerwehrverband und dem Postschwimmverein, der in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag feierte, ist die Berufsfeuerwehr Leipzig erstmals Gastgeber dieser Meisterschaft. Das Team der Berufsfeuerwehr Leipzig gewann den Meistertitel im Schwimmen im Jahr 2006 in Lübeck und konnte ihn 2009 in Aachen erfolgreich verteidigen.
Die Hoffnungen der Gastgeber liegen bei den beiden amtierenden Weltmeistern der World Police & Fire Games, Jörg Färber und Uwe Bodusch, sowie den anderen schnellen Schwimmern der hiesigen Berufsfeuerwehr Philipp Theinert, Volker Claus und Andre Ludwig.
Während die Schwimmer in klassischen olympischen Schwimmdisziplinen starten, ermitteln die Retter in den Disziplinen Hindernisschwimmen, Schleppen (eines Dummys), kombinierte Flossenschwimmübung, Kleiderschwimmen, Streckentauchen und kombinierte Rettungsstaffel ihre Meister.
pmLVZ2012-10-11

Weiter Weg an die Weltspitze – Neuer Stützpunkttrainer der Leipziger Schwimmer setzt auf Zusammenarbeit und einen langen Atem aller BeteiligtenOb die Leipziger Schwimmer die Talsohle nach der olympischen Abstinenz und einigen Abgängen schon durchschritten haben, sei dahingestellt. Zumindest weht seit Montag ein neuer Wind in der Uni-Halle: Denn am 1. Oktober hat Dirk Franke den Posten des Bundesstützpunkttrainers übernommen.
Die Olympischen Spiele, bei denen sich die DSV-Aktiven nicht mit Ruhm bekleckerten, hat der bisherige Landestrainer der sächsischen Flossenschwimmer genau verfolgt. Ein Interview mit dem designierten Bundestrainer Henning Lambertz ist dem gebürtigen Thüringer besonders in Erinnerung. Die Worte des Esseners nimmt der 43-Jährige als Leitmotiv für seine neue Aufgabe: „Wir trainieren zu wenig, wir trainieren zu wenig intensiv, wir zentralisieren zu wenig."
Mit der Belastungssteigerung ist das so eine Sache. Oftmals, wenn Frankes Vorgänger die Zügel anzogen, spielte das Immunsystem vieler Schwimmer nicht mit, fielen sie mit Infekten aus. Ein Umstand, der gern als Grund angegeben wird, warum Schwimmer in Florida oder Kalifornien den Europäern überlegen sind. Doch Dirk Franke ist davon überzeugt, dass der Körper sich an das härtere Training gewöhnen kann. Als Flossentrainer hatte er jahrelang mit überlasteten Fußgelenken seiner Athleten zu tun. Derartige (teils chronische) Schmerzen würden nun ins Schultergelenk verlagert, wie er nach wenigen Tagen erfahren musste. Daher will der Coach die besten Sportmediziner und Physiotherapeuten für die Schwimmer gewinnen. „Denn wer schnell schwimmen will, muss viel schwimmen."
Franke weiß, dass alleine mit Leipziger Talenten der Weg zurück in die Weltspitze nahezu unmöglich ist. Daher nimmt er seine Aufgabe ernst, die besten Schwimmer aus Chemnitz, Dresden, Plauen oder Riesa am Bundesstützpunkt Leipzig zu integrieren. Ein Anliegen, das nicht neu ist, in der Vergangenheit aber nur sporadisch funktionierte. Apropos: Die Vergangenheit beschäftigt den neuen Coach nicht. Er hat die Uhren auf null gestellt, ermuntert alle Trainer und Vereine zur Zusammenarbeit. Dies ist sicher auch die einzige Chance des Leipziger Schwimmsports, der in der Vergangenheit trotz Gründung der Startgemeinschaft SSG mit zahlreichen Querelen aufwartete. Franke stellt indes nicht alles auf den Kopf. So arbeitet er wie seine Vorgänger Eva Herbst und Oliver Trieb mit Athletiktrainer Hagen Pietrek zusammen. Er hält viel von dem früheren Schwimmer mit reichlich Basketball-Erfahrung.
Die Personalie Franke wurde in den Augen vieler Beobachter sehr spät, nämlich erst im Sommer entschieden. Da hatten die mehrfachen DM-Medaillengewinner Lisa Graf oder Tony Wiegmann schon beschlossen, nach Berlin abzuwandern. Neue Leistungsträger sind neben Juliane Reinhold die Nachwuchs-Asse Philipp Sikatzki und Tommi Wolst. Die angehende Landespolizistin Jule Reinhold hat sich bereits für den Verbleib in der SSG Leipzig entschieden, hält sich aber die Option offen, im Januar ihrem Trainer Oliver Trieb in die Schweiz zu folgen.
Der damalige Flossen-Coach Franke war 2009 Sachsens Trainer des Jahres. Er besitzt eine Lobby beim Landessportbund, aber auch am Sportgymnasium, beim IAT und Olympiastützpunkt (OSP). Daher wurde seinem Wunsch entsprochen, dass der OSP wie bei Trainern anderer Sportarten sein Arbeitgeber wird. Noch vor wenigen Jahren lehnte OSP-Chef Winfried Nowack die Anstellung von Schwimmtrainern ab, da die Querelen überhandnahmen und er sich mehrfach vor dem Arbeitsgericht wiederfand.
Für kurzfristigen Erfolg steht Franke sicher nicht. Dazu hätte ein Trainer kommen müssen, der drei, vier Leistungsträger mitbringt. Olympia 2016 scheint im Moment für Leipzigs Schwimmer sehr weit weg, 2020 müsse aber das Ziel sein, so der Coach. Zur Erinnerung: Idriss Gonschinska übernahm 1998 die am Boden liegende Leipziger Leichtathletik. Danach dauerte es 14 Jahre, ehe nun in London mit fünf Olympiateilnehmern in größerem Stil Früchte geerntet wurden. Sollten die Schwimmer ähnliches in nur acht Jahren packen, wäre dies schon ein großer Erfolg. Vorausgesetzt, die guten Bedingungen in der Uni-Halle bleiben erhalten und Bund, Land, Kommune sowie Sponsoren lassen die Schwimmer nicht im Regen stehen.
Frank SchoberLVZ2012-10-05

Seniorenschwimmer siegen in KulmbachDie Leipziger Schwimmer waren in Oberfranken mal wieder eine Macht: Zum 44. Mal fand in Kulmbach das traditionsreiche Seniorenschwimmfest um den „Kapuziner-Alkoholfrei-Cup" statt. Dieser hieß unter dem vorherigen Sponsor jahrzehntelang EKU-Cup. Unter 35 Vereinen setzte sich wie im Vorjahr in der großen Mannschaftswertung der SSV Leutzsch mit 278 Punkten durch, wobei in diesem Jahr besonders das Damen-Team zum Erfolg erheblich beitrug. Die Leutzscher lieferten sich ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SG Stadtwerke München (261 Punkte). Rang drei und vier gingen an Gastgeber ATS Kulmbach (220 ) und den Postschwimmverein Leipzig (176). Die Leutzscher erzielten überwiegend durch ihre starke Präsenz in den oberen Altersklassen die meisten Siege. Mit dem fast 90-jährigen Harald Müller stellten sie auch den ältesten männlichen Teilnehmer der Veranstaltung.KpsLVZ2012-10-04

Mehr als das Dreifache Gehalt – Schwimmtrainer Oliver Trieb wechselt in die Schweiz / EM-Starterin Lisa Graf meldet sich nach Berlin abWährend der Olympischen Spiele wurde die fehlende gesellschaftliche Anerkennung und schlechte Bezahlung der Trainer bundesweit diskutiert. Ein Beispiel aus Leipzig zeigt, dass auch in Zukunft große Erfolge hiesiger Athleten immer schwerer zu erringen sein werden. Mit Oliver Trieb wechselt ein erfahrener und erfolgreicher Schwimmtrainer ab 1. Januar in die Schweiz. Der 44-Jährige hat in den vergangenen 14 Jahren neun Leipziger Schwimmer zu Europäischen Jugendspielen, Junioren-Europameisterschaften und Olympischen Jugendspielen geführt – die meisten kehrten mit Medaillen zurück. Er ist der fünfte Trainer in einem Jahr, der dem sächsischen Schwimmsport verloren geht.

„In der Schweiz verdiene ich mehr als das Dreifache", berichtet der gebürtige Berliner. In Sachsen haderte er nicht nur mit dem geringen Gehalt für die größtenteils Sieben-Tage-Woche inklusive Trainingslager und Wettkämpfe. Dies hätte er wohl auch noch eine Weile akzeptiert, „solange die Arbeit Spaß macht und ich unterstützt werde". Doch die Freude wurde ihm zuletzt genommen, weil er mit einem anderen typischen Problem des deutschen Sports zu kämpfen hatte: Zunehmend redeten ihm ehrenamtliche Funktionäre in die Arbeit hinein – bis hin zur Trainingsgruppen-Zusammensetzung am Stützpunkt. Als er sich gegen eine Versetzung nach Dresden wehrte, kam es zum endgültigen Bruch mit seinem Arbeitgeber, dem Landesverband.

Beim Schwimm-Team Biel in der Schweiz sieht Trieb nach ersten Gesprächen einen weiteren großen Vorteil: „Dort wird mir die Organisation und Buchung der Trainingslager und Fahrten komplett abgenommen." In Leipzig habe der Papier-Kram viel Kraft gekostet, die ihm bei seiner eigentlichen Stärke, der Arbeit mit den Sportlern am Beckenrand, womöglich fehlte. „Das positive Feedback meiner Sportler und ihrer Eltern hat gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg war", so der Coach. Dass sein Schützling Juliane Reinhold ihrem Trainer ab Januar in die Schweiz folgt, ist nicht ausgeschlossen. „Er ist für mich d e r Trainer überhaupt. Ich würde mich immer für ihn entscheiden, wenn ich die Wahl habe", sagte die 18-Jährige.

Trieb hat kein Problem damit, dass nun ein neuer Stützpunkttrainer berufen wurde, zumal die Leipziger Schwimmer in London erstmals seit 1992 fehlten. Doch Trieb stört, dass Funktionäre während des alten Olympiazyklus gegen ihn arbeiteten. Und zwar so, dass dies auch den Sportlern nicht verborgen blieb. Dies kritisiert auch Uwe Bodusch, Vorsitzender des Postschwimmvereins: „Leider konnte er sich nie richtig entfalten, da ihm immer wieder Steine von Seiten der Funktionäre in den Weg gelegt wurden." Sogar Wolfram Sperling, der als Präsident des Landesverbandes die Kündigung aussprach, lobt den Coach: „Er ist ein guter Trainer. Seine Stärken liegen im technisch-koordinativen Bereich und in der Motivation der Sportler." Doch Sperling gilt als durchsetzungsschwach, die Strippen zogen andere im Hintergrund.

Da auch Triebs Kollegin Eva Herbst Ende Dezember ausscheidet, stehen die Zeichen auf Neuanfang: Das Amt des Stützpunkttrainers übernimmt Dirk Franke, der vom Flossenschwimmen zu den Klassikern wechselt. Er fängt mit Nachwuchsschwimmern von vorn an. Die diesjährige EM-Teilnehmerin Lisa Graf hat sich wie Brustspezialist Tony Wiegmann nach Berlin abgemeldet, wo Trainer-Urgestein Norbert Warnatzsch vor wenigen Tagen seinen Rücktritt vom Rücktritt erklärt hat. Der dreifache Olympiateilnehmer Stefan Herbst hat seine leistungssportliche Karriere beendet und beginnt am Montag ein Sportstudium in München. „Es dauert mindestens fünf Jahre, ehe Leipzig wieder an die deutsche Spitze kommt – wenn überhaupt", meint Eva Herbst. Das sind nicht die besten Aussichten.Frank SchoberLVZ2012-09-26

Leipzigerin wählt Weg über Amerika nach Rio – Nachwuchsschwimmerin Anna-Marie Macht träumt von den Olympischen Spielen 2016Den Traum vom Ausland hegen viele junge Menschen. Die beste Zeit des Lebens wird versprochen. Nebenbei gilt es Erfahrungen zu sammeln, die später für Beruf und Karriere nützlich sein können. Die Leipziger SSG-Schwimmerin Anna-Marie Macht hat den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Rund neun Monate verbrachte die 18-Jährige in Albany im Bundesstaat Georgia und es gefiel ihr so sehr, dass sie vor wenigen Wochen erneut nach Amerika ging.

Alles fing „harmlos" an. „Im Dezember 2010 waren die Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften, da habe ich gut abgeschnitten und bin Bestzeiten geschwommen", erzählt die junge Dame. Kurze Zeit später erhielt sie eine Facebook-Nachricht, in der ihr ein Auslands-Stipendium angeboten wurde. „Die Nachricht haben viele bekommen, deswegen habe ich sie nicht richtig ernst genommen." Dennoch schickte sie ein Schwimmvideo nach Amerika. Die Trainer waren begeistert und die Leipzigerin bekam einen Platz am Darton College. Vor dem Abflug musste die Sportgymnastin noch das GED ablegen, ein Zertifikat, das dem amerikanischen High-School-Abschluss entspricht. „Das war aber auch kein Problem", erinnert sich die Nachwuchssportlerin. „Im August 2011 bin ich in die USA geflogen und wurde super aufgenommen. Ich habe im Internat auf dem Campus gewohnt, wo auch die Schule war."

An die schulischen Anforderungen gewöhnte sich Anna-Marie Macht problemlos, was man von den Trainingseinheiten nicht so ganz behaupten konnte. „Die Zeiten waren schon eine Umstellung. Dreimal pro Woche ging es um 5 Uhr los, dreimal 6 Uhr. In Deutschland startete ich eher gegen 8 Uhr. Das neue Programm war schon sehr hart und intensiv, aber es hat mir gutgetan."

Überhaupt blühte sie in der neuen Umgebung auf. „Niemand hat viel von mir erwartet", sagt Anna-Marie Macht. „Ich war so motiviert wie noch nie. Und auch der Zusammenhalt war etwas größer als in Deutschland." Insgesamt bestand ihre Gruppe aus 13 Mädchen und 23 Jungs, die zusammen trainierten. Sie war eine von vier internationalen Studenten, die ansonsten aus Kanada, Lettland und Kolumbien kamen. Auch das Übungspensum selbst war ein bisschen anders. „Inhaltlich haben wir schwimmart-spezifischer gearbeitet, das Programm war individueller auf mich zugeschnitten", erzählt die Lagen-Spezialistin. „Die Bedingungen waren hervorragend." Generell werde in den Staaten mehr Wert auf Athletik gelegt. Zu Beginn fanden die Einheiten somit des Öfteren im Kraftraum statt und weniger im Wasser. Eine Umstellung, aber „genau das habe ich gebraucht". Nicht umsonst machte sie das Athletik-Training auch nach den neun Monaten in den USA daheim in Leipzig weiter.

Sie verbesserte sich stetig. „Ich habe auf meiner Schule einige Rekorde gebrochen, bin gewissermaßen deren große Hoffnung", erzählt sie stolz. Das Fazit ist durchweg positiv: „Ich bin in meiner Persönlichkeit gereift, bin selbstbewusster und meine Motivation ist gestiegen."

Das Fernziel lautet Olympische Spiele 2016 in Rio, aber zuvor gibt es in Amerika noch einiges zu erledigen. Amerikanische Junior-College-Meisterin ist sie bereits. Aber: „Ich würde gern den nationalen Rekord der Junior-College-Schwimmliga brechen, über 200 m Lagen fehlen mir zwei Sekunden." Nicht zuletzt deshalb ist sie vor ein paar Wochen nach Georgia zurückgekehrt. Zwei Jahre möchte sie studieren und sich vor allem sportlich weiterentwickeln. Auch ihr Cousin, der SSG-Schwimmer Karl-Richard Hennebach, wählte nun den Sprung in die USA.
„Es lohnt sich auf jeden Fall, ins Ausland zu gehen und dort seinen Horizont zu erweitern", bilanziert Anna-Marie Macht die vergangenen Monate. Einen Job hat sie schon gefunden. „Ich werde als Studentin die Sieben- und Achtjährigen der Schule anleiten, Schwimmtrainerin sein und meine Erfahrungen weitergeben." Jene Erfahrungen, die jeder Auslandsstudent sammelt und die nicht nur für die sportliche Karriere Gold wert sein können.Joel StubertLVZ2012-09-18

Senioren fischen 23 Mal Gold aus dem Wasser23 Sportler, 23 Titel: Die Leipziger Seniorenschwimmer haben bei den 44. Deutschen Meisterschaften der Masters in Dortmund abgeräumt. Die Athleten des SSV Leutzsch holten 19 Medaillen, darunter acht Goldene. Der Post SV kehrte mit 14 Titeln heim und Jürgen Zimmermann vom VfK Blau-Weiß Leipzig fischte als Einzelkämpfer seines Vereins zwei Medaillen aus dem Wasser.
Harald Müller vom SSV Leutzsch holte als ältester Teilnehmer in der AK 90 über 50 Meter Freistil den Sieg. Weitere Goldmedaillen brachten über 50 m Schmetterling Wolfgang Sieber (AK 75) und Günther Kallenbach (AK 70) mit nach Hause. Auch die Staffeln in der AK 320 über 4×50 m Freistil und 4×50 m Lagen sowie in der AK 280 mix über 4×50 m Freistil, 4×50 m Lagen und 4×100 m Lagen gewannen.
Der Post SV Leipzig wertete die Leipziger Bilanz mit neun Staffelsiegen und fünf Einzeltiteln auf. Gregor Spengler gewann über 100 und 50 m Rücken sowie 100 m Freistil, Heike Händel holte Gold über 50 m Schmetterling und Tanja Starke in der gleichen Disziplin über die doppelte Strecke. Staffelsiege hagelte es unter anderem über 4×50 Meter Lagen mix in der AK 80, 100 und 200. Darüber hinaus holten die Post-Schwimmer neunmal Silber, davon fünf im Einzel, und dreimal Bronze, davon vier im Einzel. Ex-Weltmeister Jürgen Zimmermann vom VfK Blau-Weiß steuerte in der AK 70 Gold über 100 m Brust und Silber über 50 m Brust für Leipzig bei.
fsLVZ2012-08-30

10 Jahre Post SVKerstin Kirmes und Heiko Rosenthal fühlten sich bei der Geburtstagsparty zum „Zehnten" des Postschwimmvereins offenbar sehr wohl. Denn die Sportamtsleiterin und der Bürgermeister blieben auch nach ihrem Grußwort noch lange an der Schwimmhalle Nordost und fachsimpelten mit Vereins-Boss Uwe Bodusch, Verbands-Chef Holger Maiwald und deren Mitstreiter noch lange über die (passend zum Wetter) sonnigen und schattigen Seiten des Schwimmer-Daseins in Leipzig. Beide brachten viele lobende Worte mit, denn der Post SV punktet mit Nachwuchs- und Seniorenarbeit sowie Geselligkeit gleichermaßen.KeföLVZ2012-07-18

Tommi Wolst international auf dem PodestDa das europäische Jugend-Festival (Eyof) nur in ungeraden Jahren stattfindet, wären die 14- bis 16-jährigen Schwimmer fast ohne internationalen Saisonhöhepunkt geblieben. Doch der DSV organisierte in Berlin einen Vergleichs-Wettkampf mit Gästen aus Frankreich, Weißrussland, Irland und Litauen. So kam am Wochenende auch das Leipziger SSG-Talent Tommi Wolst zu seinem ersten großen Einsatz für die deutsche Jugend-Nationalmannschaft. Und der Sportgymnasiast zeigte sich begeistert: „Es hat Spaß gemacht, der Zusammenhalt in der Mannschaft war sehr gut. Und wir haben eine tolle Einkleidung bekommen."

Auch mit seinen Leistungen auf der 50-Meter-Bahn des Berliner Sportforums zeigte sich der 16-Jährige im letzten Saison-Wettkampf zufrieden. Über 100 und 200 m Rücken kam er jeweils als bester Deutscher auf Rang drei. In 59,40 Sekunden sowie 2:08,82 Minuten blieb der zweifache deutsche Jugendmeister nur knapp über den Zeiten, die er bei seinem Titelgewinn Ende Mai in Magdeburg erreicht hatte. Mit der Lagenstaffel belegte der Sportgymnasiast Rang zwei. Im Rahmenprogramm der Älteren kamen Caroline Pohle, Tobias Horn und Christian Brox (alle SSG) mehrfach ins Vorderfeld.

Ausgerechnet am letzten Arbeitstag seines Trainers Oliver Trieb hatte Tommi Wolst seinen ersten Auftritt für die DSV-Auswahl. Nach diversen Querelen mit den Funktionären des Landesverbandes hatte der erfolgreiche Nachwuchs-Coach im Januar die fristlose Kündigung erhalten. Danach kam eine große Sympathie-Welle der Sportler, Eltern und Vereine in Gang, mit Hilfe seines Anwaltes blieb der Trainer bis Saisonende im Amt. Tommi Wolst ist enttäuscht über die Trennung: „Leipzig verliert dadurch nicht nur einen sehr guten Trainer, sondern einen sehr wertvollen Menschen. Ich kam mit seiner Trainingsmethodik prima klar und habe ihm meine größten Erfolge zu verdanken." Oliver Trieb, dem ein Angebot aus der Schweiz vorliegt, erreichte mit seinen Sportlern in den vergangenen 16 Jahren zahlreiche Medaillen bei deutschen Meisterschaften, Eyof, Junioren-EM sowie den Olympischen Jugendspielen.Frank SchoberLVZ2012-07-17

Vizemeister Wiegmann geht nach Berlin – Der deutsche Vizemeister Tony Wiegmann wechselt zur neuen Saison nach BerlinDer erwartete „Ausverkauf" im Leipziger Schwimmsport hat begonnen. Tony Wiegmann, deutscher Vizemeister über 200 m Brust (2011) und 4×100 m Lagen (2012), hat seinen Wechsel von der SSG Leipzig zur SG Berlin-Neukölln bekanntgegeben. Der Sportsoldat wird künftig im Team von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen schwimmen. „Neukölln ist ein starker Verein, der mir auch finanziell etwas bieten kann. Zudem sehe ich eine berufliche Perspektive in Berlin. Den Neuköllnern fehlt ein Brustschwimmer. Ich denke, ich kann ihnen in der Bundesliga und den Staffeln helfen", sagte der 21-Jährige: „Es ist traurig, dass in Leipzig kaum Sponsoren den Schwimmsport unterstützen."

Der Blondschopf informierte am Sonnabend Trainerin Eva Herbst. „Sie hat Verständnis", so der Brustspezialist, der seit einem Jahr bei der Bundeswehr in Warendorf trainiert, aber über die Zustände daheim entsetzt ist: „Es spricht nichts gegen einen Umbruch nach Olympia. Aber dass in Leipzig die Trainer rausgehauen werden, geht mir viel zu weit. Denn sie haben gute Arbeit geleistet. Außerdem hätte ich erwartet, dass die Funktionäre mal die Meinung von uns Sportlern einholen." Nach LVZ-Informationen war die Bewerberlage für die Cheftrainer-Position sehr dünn, mittlerweile gilt offenbar ein Flossen-Coach als Cheftrainer-Kandidat.

Der SSG-Vorsitzende Stefan Herbst, zugleich Wiegmanns Staffel-Kollege, äußerte Verständnis: „Ich sehe Tonys Wechsel zwar mit einem weinenden Auge. Aber es ist trotzdem richtig, was er macht, da wir ihm derzeit nichts bieten können." Herbst hatte bereits nach der DM im Mai in Berlin diverse Wechsel kommen sehen und erklärt: „Als Sportler brauchst du die Gewissheit, dass dein Trainer nächste Woche noch dein Trainer ist."

Der Schwimmsport steht vor einer richtungsweisenden Woche, da für Donnerstag der komplette SSG-Vorstand angekündigt hat, seine Ämter niederzulegen. Einige Trainer und Funktionäre suchen heute in einem Gespräch bei Heiko Rosenthal nach einer Lösung. Der Sportbürgermeister hatte am Sonnabend beim zehnten Geburtstag des Postschwimmvereins betont, dass die Stadt weiter hinter dem Schwimmsport steht, auch wenn Olympia in London ohne SSG-Schwimmer über die Bühne geht.Frank SchoberLVZ2012-07-16

Neun LVZ-Starter in London – Projekt 12-4-12 schon vor Olympia-Beginn mit einer großartigen BilanzHeute Mittag werden die Leipziger Olympiateilnehmer im Rathaus offiziell nach London verabschiedet. Neun der 14 qualifizierten Athleten schickt in gewisser Weise die Leipziger Volkszeitung ins olympische Rennen. Denn sie wurden in den vergangenen zweieinhalb Jahren im LVZ-Projekt 12-4-12 ideell und materiell unterstützt. Nun wollen diese neun Asse den nächsten großen Schritt gehen und in London ins Finale und womöglich sogar aufs Treppchen gelangen.

2009 hatte eine Jury unter Vorsitz von Kristin Otto, ZDF-Sportjournalistin und sechsfache Schwimm-Olympiasiegerin, zwölf Athleten ausgewählt. Zu diesem Gremium gehörten außerdem Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, Olympiastützpunktleiter Winfried Nowak, Sportmanager Bernhard Bock und LVZ-Sportchef Winfried Wächter.

„Neun unserer Athleten in London, das ist ein hervorragendes Ergebnis", sagte gestern LVZ-Geschäftsführer Norbert Schmid. „Jetzt drücke ich natürlich allen die Daumen, dass sie ihre Bestleistung erreichen. Ich möchte mich aber auch bei denen bedanken, die es nicht geschafft haben. Auch sie haben großartig gekämpft." Den Sprung nach Londen verpassten aus dem LVZ-Projekt die Schwimmerin Juliane Reinhold sowie die Kanuten Jan Benzien und Robert Nuck.

Angesichts der neun LVZ-Starter zeigte sich auch Kristin Otto sehr zufrieden. „Ich habe es gehofft und jedem gewünscht. Und dennoch bin ich überrascht, dass es so gut gelaufen ist", sagte sie. Finalteilnahmen oder das Erreichen der Endkämpfe wären nun für alle großartige Erfolge, Medaillen die Krönung und Bestzeiten oder Bestwerte klasse. „Auch ich drücke fest die Daumen."

Dass durch die verpasste Qualifikation der erst 18-jährigen Juliane Reinhold keine Leipziger Schwimmerin in London am Start ist, ärgert Kristin Otto nicht. „Alles zu seiner Zeit. Und bloß nicht aufgeben. Das halte ich für sehr wichtig", so die ehemalige Leipzigerin.

Sie kann sich gut vorstellen, wie schwer es sein wird, in London zu den Besten zu gehören. Die Konkurrenz sei in allen Sportarten unglaublich stark. „Ich versuche daher nicht zu viel zu erwarten. Gewiss wird es auch wieder deutsche Überraschungen geben." Vielleicht gehört ein Athlet oder eine Athletin aus dem LVZ-Projekt dazu. Kristin Otto hätte nichts dagegen, will aber keinen Druck erzeugen und wünscht sich: „Dass der Deutschland-Achter seine imposante Siegesserie fortsetzen kann."Frank SchoberLVZ2012-07-13