20.12.2011 – SSG-Schwimmer Sikatzki und Horn überzeugen international
SSG-Schwimmer Sikatzki und Horn überzeugen internationalFür die Junioren-Auswahl des Deutschen Schwimmverbandes ging es am vierten Advent nach Maribor (Slowenien) zum internationalen Langbahn-Meeting. Philipp Sikatzki von der SSG Leipzig überzeugte mit seinen Leistungen auf ganzer Ebene. Mit dem Sieg über 50 m Rücken, dem zweiten Rang über 200 m Lagen, den zwei dritten Plätzen über 50 m Schmetterling und 100 m Rücken und dem vierten Platz über die 200 m Rücken (jeweils in der offenen Klasse) wurde der 17-Jährige der erfolgreichste Athlet der Veranstaltung. Mit seiner Zeit über 50 Rücken (26,91 s) brach er den Hallenrekord und blieb unter dem slowenischen Altersklassenrekord des Jahrgangs 94. „Ich bin sehr zufrieden und selber überrascht, dass am Jahresende noch so gute Zeiten rausgekommen sind“, sagte der deutsche Jahrgangsmeister.
Eine Woche zuvor nahm sein SSG-Teamkollege Tobias Horn am Internationalen Wettkampf auf der Kurzbahn in Portland (USA) teil. Der 18-Jährige erreichte mit der 4×200 m Freistilstaffel Gold. Im Einzelrennen über 200 m Freistil erziehte er im Finale den vierten Platz in starken 1:49,67 min. In den Finals über 400 und 100 m Freistil erreichte er die Plätze sechs und acht.LVZ2011-12-20
Dresdner Stollen für Leipziger SchwimmerZum 21. Mal fand am Wochenende das Dresdner Christstollen-Schwimmfest statt, bei dem die Leipziger Vereine sehr gut abschnitten. Für jeden Altersklassensieg erhielt der Sportler jeweils eine Christstolle. Insgesamt 53 Stück des originalen Dresdner Backwerkes erschwammen die Leipziger Athleten. Besonders präsent war bei den Mädchen Michelle Zehmisch (Post SV) die im Jahrgang 2000 mit sechs Stollen. Bei den Jungen stachen vor allem Tommi Wolst (Jahrgang 96) mit vier und Tobias Horn (offene Klasse) mit drei Siegen hervor.LVZ2011-12-20
Stefan Herbst schwimmt Senioren-WeltrekordeEine Woche nach der Kurzbahn-EM in Stettin nutzte SSG-Schwimmer Stefan Herbst den Ausflug mit seinen Kumpels nach Kiel für einen eher lockeren Masters-Wettkampf. Der 33-Jährige nutzte seine gute Form für zwei Senioren-Weltrekorde in der AK 30: Über 200 m Freistil schwamm er 1:46,52 min, über 100 m Schmetterling 52,63 s. Um zwölf Hundertstel verpasste er die Weltbestmarke über 100 m Lagen (55,12), hinzu kam eine persönliche Bestzeit über 50 m Brust (29,34). Im Januar setzt er die Olympia-Vorbereitung auf Lanzarote fort.LVZ2011-12-19
Schwimmer mit goldenem Schlussspurt – Steffen und Biedermann holen Kurzbahn-EM-Titel / Auch Hallenserin Michalak starkDie deutschen Schwimmer bleiben dank eines goldenen EM-Schlussspurts die Kurzbahn-Könige Europas. Angeführt von der wiedererstarkten Britta Steffen und Erfolgsgarant Paul Biedermann, die zusammen fünf Titel gewannen, holte Deutschland sieben Goldmedaillen in Stettin. Im Sog des Paares standen auch zwei Jüngere auf dem obersten Treppchen: Neben Theresa Michalak (Halle) über 100 m Lagen gewann auch Silke Lippok. Die 17-jährige Pforzheimerin feierte über 200 m Freistil ihren ersten Frauen-Einzeltitel.
Britta Steffen holte nach ihrem sommerlichen WM-Desaster neben den 100 m und der Freistil-Staffel in 24,01 s auch den Titel über 50 m Freistil. „Ich bin total zufrieden, bin bestätigt worden in dem, was ich umgestellt habe“, sagte sie. Den goldenen deutschen Sonntag begann Silke Lippok. In 1:54,08 min verpasste sie ihren deutschen Rekord nur um zwölf Hundertstel und sagte: „Da einige nicht dabei waren, muss man auf dem Teppich bleiben und nicht denken, man muss bis Olympia nichts mehr tun.“
Biedermann setzte auf seine Stärke auf der letzten Bahn. Der Weltrekordler schlug über 200 m Freistil in 1:42,92 min als Erster vor dem Italiener Filippo Magnini an. „Es war wichtig für mich, nach dem letztem Jahr den Titel über die 200 zurückzuholen“, sagte Biedermann. „Jetzt bin ich platt, das war ein hartes Jahr.“
Die Goldmedaille von Theresa Michalak war am Wochenende am wenigsten erwartet worden. Die 19-Jährige aus Biedermanns Heimatstadt Halle gewann die 100 m Lagen. In 59,05 s verbesserte die EM-Dritte des Vorjahres um fünf Hundertstel den zwei Jahre alten deutschen Rekord von Britta Steffen aus der Ära der Hightech-Anzüge. Mit ihrer ersten internationalen Goldmedaille um den Hals sparte sie nicht mit klaren Ansagen, am Morgen danach war die 19-Jährige aber kleinlaut. „Da wird mir Herr Embacher einen Einlauf verpassen“, sagte sie gestern nach dem Vorlauf-Aus über 400 m Lagen. Der Titel über die 100 m Lagen hatte sie den Abend zuvor euphorisiert: „Ich denke, das war sensationell von mir. Jetzt weiß man, dass auch eine Theresa Michalak im deutschen Schwimmsport existiert, nicht nur Britta oder Paul.“
Trainer Frank Embacher nahm die kecken Worte grinsend zur Kenntnis, Michalaks Selbstbewusstsein war nach der verpassten WM im Keller. Ihren EM-Coup wollte er nicht zu hoch jubeln. In London sind die 100 m Lagen nicht olympisch. Ihr Sport spielt auch in Michalaks Privatleben die entscheidende Rolle. Sie kommt aus einer Schwimmer-Familie und ist die Freundin von Embachers Sohn, dem Schmetterling-Meister Toni. Die Familien fahren auch zusammen in Urlaub.
Die Lagen-Staffel der Frauen wurde disqualifiziert. Jenny Mensing, Dorothea Brandt, Doris Eichhorn und Britta Steffen schlugen zwar als Dritte an, doch es wurde ein Wechselfehler von Eichhorn moniert – sie hatte es beim Start zwei Hundertstelsekunden zu eilig.
Besser lief es für das 4×50-m-Freistil-Quartett der Männer mit dem Leipziger Stefan Herbst. Hinter den Italien, Russland und Belgien schlugen die DSV-Krauler als Vierte an. Herbst war in 21,51 s hinter Steffen Deibler der zweitschnellste deutsche Kraulsprinter. Alle drei Wechsel waren solide, aber ohne zu großes Risiko. Am Ende verpasste die Staffel das Treppchen recht deutlich um sieben Zehntelsekunden. „Wir sind aber auch nicht in Bestbesetzung geschwommen“, sagte der Leipziger: „Von den besten Vier der deutschen Meisterschaften fehlten zwei.“ Unterm Strich bringt der 33-Jährige Bronze mit der Lagenstaffel nach Hause. Und über 50 m Rücken schlug er im Finale als Achter an. Nun gilt es für den dreifachen Olympiateilnehmer bis zur London-Qualifikation im Mai, sich wieder an die 100 und 200 m Freistil heranzupirschen.
LVZ2011-12-13
Schwimmer gut in Form unterm TannenbaumDer Weihnachtsmann schaute vom Beckenrand zu: Zum traditionellen „Schwimmfest unterm Tannenbaum“ wetteiferten die Nachwuchshoffnungen in der Uni-Schwimmhalle. Die Leipziger überzeugten vor allem am dritten Advent. Immerhin siebenmal schafften es die jungen Athleten in den Gesamtwertungen unter die ersten Drei.
Einmal mehr überzeugte der Chemnitzer Justin Speer, der die Gesamtwertung im Jahrgang 1999 mit großem Vorsprung gewann. Mit viermal Gold und einmal Silber wurde Michelle Zehmisch vom Post SV die erfolgreichste Sportlerin der Veranstaltung. Bester Lokalmatador wurde mit zweimal Gold und zweimal Silber Colin Jeremy Pfeiffer von Lok Mitte. In den Einzelwertungen erreichten die Leipziger Vereine insgesamt 16 Mal Gold, 18 Mal Silber und 15 Mal Bronze. „Wir können mit den Leistungen sehr zu- frieden sein“, resümierte Stützpunkttrainerin Kathleen Saborowski.
Die Ersten in der Gesamtwertung qualifizierten sich für ein Trainingslager in den Osterferien. Dort bereiten sich die Schwimmer auf den jeweiligen Saison-Höhepunkt vor. Dieser ist für die Sportlerinnen und Sportler im Jahrgang 1999 der Deutsche Jugendmehrkampf beziehungsweise für die Altersklassen 2000 und 2001 der Süddeutsche Jugendmehrkampf.
Bei der Ehrung der Talentstützpunkte des Jahres waren die Leipziger Vereine gut im Bilde: Der SSV Leutzsch und der Post SV kamen hinter dem siegreichen SC Chemnitz auf die Plätze zwei und drei.LVZ2011-12-13
Herbst vergrößert Medaillensammlung – Leipziger holt Staffel-Bronze, Britta Steffen gewinnt 100 und 4×50 m FreistilMit der Titelverteidigung hat es (erwartungsgemäß) nicht ganz geklappt. Dennoch konnte Stefan Herbst seine Medaillensammlung bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Stettin weiter aufstocken. Der Leipziger war Schluss-Schwimmer der 4×50-m-Lagenstaffel. Und als der 33-Jährige für die 50 m Freistil ins Wasser sprang, lagen die ersten vier Teams noch dicht beieinander. Den überragenden Italiener Orsi konnte er nicht halten, auch der Russe Fessikow zog noch knapp vorbei. Aber immerhin verteidigte der Freistilspezialist aus Sachsen mit 21,22 Sekunden gegen die fliegenden Holländer den Medaillenrang. Das DSV-Quartett war eine Sekunde langsamer als beim Gold-Rennen vor Jahresfrist in Eindhoven. Doch die damalige Zeit hätte auch diesmal „nur“ zu Silber gereicht.
Gestern erreichte Stefan Herbst sogar das Einzelfinale über 50 m Rücken, wo er starker Achter wurde „Der zehnte Platz im Halbfinale war schon super. Dass ich mich noch einmal steigern konnte, ist umso schöner“, sagte der Chef der Leipziger Startgemeinschaft SSG, der mit 23,99 Sekunden eine neue Bestzeit für die Ära nach den Hightech-Schwimmanzügen aufstellte. Der deutsche Meister Christian Diener aus Cottbus schrammte als Vierter knapp am Podest vorbei. Am morgigen Sonntag hat Sportsoldat Herbst eine weitere Medaillenchance mit der Freistil-Sprintstaffel.
Einen Tag nach dem 400-m-Titel ihres Freundes Paul Biedermann triumphierte gestern auch Britta Steffen über 100 m Freistil. Für die Doppel-Olympiasiegerin war es der erste internationale Titel seit ihrem WM-Doppeltriumph 2009 in Rom. Die Berlinerin gewann in 51,94 s und blieb damit noch einmal sechs Hundertstel unter ihrer bisherigen Weltjahresbestzeit von den deutschen Meisterschaften vor zwei Wochen in Wuppertal. Silber ging an die Dänin Jeanette Ottesen (52,05), Bronze sicherte sich die Britin Amy Smith (52,77). Daniela Schreiber aus Halle wurde Achte (53,82).
„Wir sind auf dem richtigen Weg. Ich wusste, dass es gegen Jeanette knapp wird, aber es ist auch mal schön, den Finger vorn zu haben“, sagte die Berlinerin. Eine Stunde später errangen Britta Steffen und Daniela Schreiber gemeinsam mit Dorothea Brandt (Berlin) und Paulina Schmiedel (Essen) das dritte Gold für die deutsche Mannschaft in Stettin.LVZ2011-12-10
Mit den Staffeln aufs Podest – Für seine zwölfte Kurzbahn-EM ist Stefan Herbst so motiviert wie eh und jeDiese Bilanz macht ihm so schnell keiner nach: Stefan Herbst reist heute zum zwölften Mal in seiner Karriere zu einer Kurzbahn-Europameisterschaft. Der Schwimmer von der SSG Leipzig hat wie immer hohe Ziele: Er will in Stettin mit der Lagen- und Freistilstaffel aufs Podest.
Bei seiner zwölften EM hat Herbst die kürzeste Anreise. Denn die schlappen 140 Kilometer von Berlin nach Stettin legt das deutsche Team heute in knapp zwei Stunden mit dem Bus zurück. Es hätte nicht viel gefehlt, und der 33-Jährige wäre sogar auf 15 Kurzbahn-Europameisterschaften gekommen. Doch 1997, als er erstmals deutscher Meister über 50 m Freistil wurde, fiel die EM wegen der im Januar in Australien stattfindenden WM aus. Ein Jahr später absolvierte er bei der DM zehn Starts, so dass in den Finals die Frische fehlte: Um neun Hundertstel verpasste er die Norm für Sheffield. Und 2005 schaffte er über 200 m Freistil die EM-Richtzeit, wurde als Drittplatzierter aber nicht mit nach Triest genommen.
Diesmal konzentrierte er sich ganz auf die 50 m Freistil. Und das Konzept ging auf. Der vierte Platz reichte für die Kraul-Sprintstaffel und war zugleich der „Türöffner" für weitere Starts in Polen, so im Einzel über 50 m Rücken. Gestern arbeitete er mit Athletik-Coach Hagen Pietrek noch einmal an der Schnellkraft, gleich zum EM-Auftakt will Stefan Herbst am Donnerstag fit sein und über 4×50 m Lagen seinen Titel verteidigen.
„Es wäre witzig, wenn ich diesmal Schmetterling schwimmen würde. Als Rücken- und Kraulschwimmer habe ich mit der Lagenstaffel ja schon einmal gewonnen." Doch ob die Teamleitung ihm diesen Gefallen tut, ist unklar. Denn taktisch wäre es gewiss von Vorteil, wenn Weltrekordhalter Steffen Deibler als „Mr. Butterfly" einen Vorsprung herausholt, damit die Staffel nicht in die Wellen der Konkurrenz gerät. Dann wäre Herbst der abschließende Krauler. Theoretisch könnten beide auch die Positionen tauschen, denn in beiden Stilarten sind sie die aktuelle Nummer eins und zwei im EM-Team.
Auf dem Weg zu seiner vierten Olympia-Teilnahme im Sommer nutzt Herbst die EM als zusätzliche Motivation. Doch eine Bedeutung für die London-Qualifikation hat die Kurzbahn nicht, zumal sich einige DSV-Asse auf der 25-m-Bahn nur sporadisch blicken lassen und auf Stettin verzichten.LVZ2011-12-06
DM-Silber für SSG-MädchenTrainer Oliver Trieb sprach von einem tollen Wettkampf für den Schwimm-Nachwuchs. Und er bescheinigte den beiden Leipziger SSG-Teams beim Finale um die deutsche Junioren-Mannschaftsmeisterschaft in Bonn einen unbändigen Kampfgeist. Für die A-Jugend-Mädchen der SSG Leipzig zahlte sich dieser mit Silber aus, während die Jungen am Ende ein wenig geknickt wirkten. Sie hatten alles gegeben, verpassten aber als Viertplatzierte nach 2000 Metern eine Medaille um winzige 16 Hundertstelsekunden.
Die Mädchen mussten kurzfristig auf Patricia Burkhardt verzichten, die im Sportunterricht einen Ball ins Auge bekommen hatte und vom Arzt Startverbot erhielt. So fehlte eine Auswechslerin – ein Quartett bestritt alle fünf 4×100-m-Staffeln. Angeführt wurde das Team von der stark formverbesserten Juliane Reinhold, die als Schluss-Schwimmerin über 100 m Schmetterling beachtliche 1:00,7 min erreichte. Damit schrammte das Quartett im nur hauchdünn am Sieg in dieser Disziplin vorbei. Den Erfolg holten sie aber in der abschließenden Lagenstaffel nach. In der Endabrechnung musste die SSG nur den Wuppertalerinnen den Vortritt lassen.
Bei der männlichen Jugend A gewann Erlangen vor Mainz. Im Kampf um Bronze hatte Köln knapp vor den Leipzigern das bessere Ende für sich. Die SSG-Jungs starteten mit zwei sechsten Plätzen, wobei sie vor allem im Brustschwimmen viel Boden verloren. Diesen Rückstand konnten sie bei der furiosen Aufholjagd nicht mehr wettmachen, obwohl sie die 4×100 m Schmetterling sogar gewannen. Philipp Sikatzki schaffte mit 55,06 s über 100 m Rücken die beste Einzelleistung des Quintetts.
SSG Leipzig: Caroline Pohle, Alisa Fatum, Marie Pietruschka, Juliane Reinhold, Robert Sikatzki, Christian Brox, Daniel Weiß, Max Wehenkel, Philipp Sikatzki.LVZ2011-12-06
Nachwuchs schwimmt um Team-MedaillenBonn. Mit den beiden A-Jugend-Mannschaften der Mädchen und Jungen startet die SSG Leipzig an diesem Wochenende aussichtsreich bei der Endrunde um die deutsche Mannschafts-Meisterschaft der Schwimmer in Bonn. Dabei handelt es sich um einen Staffel-Mehrkampf in allen Lagen. Vom SSG-Team gehörten Juliane Reinhold, Patricia Burkhardt und Philipp Sikatzki bereits in der Vorwoche in Wuppertal zu den toplatzierten SSG-Staffeln bei der Kurzbahn-DM der Erwachsenen, Sikatzki holte sogar Bronze. Andere SSG-Talente wie Tommi Wolst, Robert Sikatzki, Alisa Fatum und Stine Gabrysiak trumpften zur gleichen Zeit bei den offenen Sachsen-Anhalt-Meisterschaften in Bitterfeld auf.LVZ2011-12-03
Stefan macht das Dutzend voll – SSG-Schwimmer Herbst qualifiziert sich zum zwölften Mal für die Kurzbahn-EuropameisterschaftenSechs Medaillen – dreimal Silber und dreimal Bronze – brachten die Männer der SSG Leipzig von den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften der Schwimmer aus Wuppertal mit. Teamchef Stefan Herbst führte beide Staffeln aufs Podest und errang solistisch zweimal Edelmetall auf den Sprintstrecken. Doch am wichtigsten war ihm sein keineswegs undankbarer vierter Platz über 50 m Freistil: In diesem letzten Rennen am Sonntag machte er das Dutzend voll: Der 33-Jährige qualifizierte sich zum zwölften Mal seit 1999 für die Kurzbahn-Europameisterschaften, die Mitte Dezember im polnischen Stettin stattfinden.
Dabei begannen die Titelkämpfe in der Schwimmoper für die SSG Leipzig mit einer Hiobsbotschaft, Trainerin Eva Herbst sprach sogar von einem Schock: Rückenspezialistin Lisa Graf, die voller Hoffnungen, aber mit einem Kratzen im Hals an die Wupper gefahren war, konnte nicht teilnehmen. Als Teamarzt Sascha Pietruschka nach dem Einschwimmen die vereiterten Mandeln der 19-Jährigen sah, sprach der Doc ihr ein striktes Startverbot aus. Dabei hatte die Sportgymnasiastin ihren ebenso erwartungsfrohen Eltern gerade Dauerkarten fürs Wochenende gekauft – das Trio trat am Freitag schweren Herzens die Heimreise an.
Damit waren die Leipziger Frauen stark geschwächt, zumal Juliane Reinhold aufgrund ihrer Ausbildung bei der Polizei erwartungsgemäß noch nicht wieder in der Spitze mitmischen konnte. Zwar schafften Sprinterin Saskia Donath den Sprung in die Finals und beide Staffeln Rang fünf. Für Edelmetall mussten die Herren sorgen. In den Männer-Quartetts setzte sich der Generationswechsel fort. Diesmal holten Tobias Feigl (18) und Philipp Sikatzki (17) ihre ersten Medaillen bei den Erwachsenen. Letzterer zeigte mehrere tolle Rennen, stand über 50 m Rücken erstmals im A-Finale und zahlte als Startschwimmer der Lagenstaffel Lehrgeld. Er rutschte beim Start von der Beckenwand ab und verlor fast eine Sekunde.
Da zudem Brustschwimmer Tony Wiegmann den Wechsel verschlief, schwammen die als Gold-Kandidat gehandelten Messestädter hinterher. „Ich hatte nicht mehr an eine Medaille geglaubt", sagte Eva Herbst: „Aber das war kämpferisch ganz stark, was unsere beiden Schlussschwimmer gezeigt haben." Damit meinte sie neben Sohn Stefan vor allem Serghei Golban. Der 18-Jährige führte das Quartett noch auf den Bronzerang und holte tags darauf über 100 m Rücken – hier war er sogar Vorlauf-Schnellster – als Dritter seine erste Einzelmedaille, wobei er das Fehlen einiger Favoriten nutzte. Dennoch war Golban nicht zufrieden: „Ich wollte noch schneller schwimmen. Leider habe ich über 50 m Schmetterling Wende und Anschlag nicht gut erwischt." Da sich seine Einbürgerung weiter verzögert, peilt er nun Olympia für sein Heimatland Moldawien an. Aufgrund seines Trainingsrückstandes wegen einer Verletzung im Sommer verzichtet er auf den Start in Stettin: „Ich will lieber trainieren – das ist mir wichtiger."
Bei aller Verjüngung: Eine SSG-Staffel ohne Stefan Herbst ist nach wie vor nicht vorstellbar. Seit 1997 gehört er zur deutschen Spitze. Mit dem Teamgeist der SSG-Schwimmer war er sehr zufrieden. Dass Sikatzki und Wiegmann im Lagen-Quartett Fehler machten, nimmt er ihnen nicht krumm: „Es ist besser, sie machen diese Erfahrungen im Verein, als später mal in der Nationalmannschaft," Apropos: Zwei weitere Nominierungen wurden gestern bekannt: Tobias Horn reist im Dezember mit den DSV-Junioren nach Portland in die USA, Philipp Sikatzki ins slowenische Maribor. Seine Ausgangsposition für die Junioren-EM im Sommer hat sich damit weiter verbessert.LVZ2011-11-29