27.06.2009 – Leipziger Frauen holen bei deutschen Meisterschaften zweimal Bronze
Leipziger Frauen holen bei deutschen Meisterschaften zweimal BronzeFür die Schwimmstartgemeinschaft Leipzig war der dritte DM-Tag in Berlin der erfolgreichste. Die 16-jährige Lisa Graf verteidigte ihren dritten Platz aus dem Vorlauf über 50 m Schmetterling und sicherte sich ihre erste Einzelmedaille bei den Erwachsenen. Außerdem unterbot sie ihren deutschen Altersklassenrekord noch einmal um acht Hundertstel auf 27,32 s. „Lisa hat sich in Berlin um sechs Zehntel gesteigert. Im Finale hat sie schön durchgezogen. Der Anschlag hat gepasst“, sagte ein zufriedener Trainer Oliver Trieb, der fürs kommende Jahr noch Steigerungsmöglichkeiten sieht: „Vor allem in der Sprungkraft hat sie Reserven.“ Wenige Minuten zuvor hatte die Sportgymnasiastin im Finale über 50 m Rücken (Rang acht) gestanden. Die Doppelbelastung steckte die vom SSV Leutzsch stammende Sprinterin gut weg. Die Trainingslager in Teneriffa und Südtirol haben sich ausgezahlt. Die Freistilstaffel der Frauen errang über 4×100 m eine weitere Bronzemedaille. 24 Stunden nach dem dritten Platz über 4×200 m wuchsen Stefanie Meyer, Carolin Sperling, Tina Abendroth und Juliane Reinhold über sich hinaus. In einem spannenden Rennen pendelte die SSG mehrfach zwischen den Plätzen vier und zwei. Auf der letzten Bahn verdrängte die diesjährige Junioren-EM-Teilnehmerin Juliane Reinhold das Team aus Erlangen noch vom Bronzeplatz. Die ersten drei Leipzigerinnen schwammen gut 57 Sekunden, Reinhold eine 56er Zeit.LVZ2009-06-27
Leipziger Staffel gewinnt BronzeRiesenfreude herrschte bei den Leipziger SSG-Schwimmerinnen: Die 4×200-m-Freistilstaffel der Frauen (Stefanie Meyer, Patricia Köhler, Carolin Sperling, Juliane Reinhold) errang Bronze, nachdem es auf der Kurzbahn drei Staffelmedaillen gegeben hatte. Über 4×100 m Freistil ist heute womöglich noch mehr drin. „Die SSG ist die beste Erfindung, die es geben konnte“, jubelte Physiotherapeutin Kristina Sperling, die sich dieser Tage zerteilen muss: Tochter Caro schwimmt in Berlin um DM-Edelmetall, Sohn Robert Nuck paddelt in Brandenburg um EM-Medaillen. Pech hatte Riccardo Prietzsch. Der verpasste in 26,50 s über 50 m Rücken um fünf Hundertstel seinen zweiten Juniorentitel und den Einzug ins A-Finale. „Der Reißverschluss meines Schwimmanzuges ist gerissen, das ist total ärgerlich.“ Dagegen erreichte Lisa Graf (alle SSG) in 29,83 s über 50 m Rücken ihren dritten A-Endlauf. Nach zweimal Gold gab es diesmal Bronze bei den Juniorinnen.LVZ2009-06-26
Schwimmen Fest mit Kabarett und Live-MusikDer Postschwimmverein lädt am Sonnabend zwischen 14 und 23 Uhr zu seinem 6. Sommerfest an die Schwimmhalle Mariannenpark (Schönefelder Allee) ein. Neben Mitgliedern des 550 Sportlern zählenden Vereins sind Schwimmer der SSG Leipzig sowie Sponsoren und Unterstützer des Vereins dabei. Nach Vereins-Schwimmfest um 14 Uhr geht die Party ab 16 Uhr vor der Schwimmhalle mit Live-Musik des Titanic-Orchesters sowie mit einem Auftritt des Kabarettisten Meigl Hoffmann weiter.LVZ2009-06-26
Traum vom Aufschwung Brustschwimmer Johannes Neumann viel versprechend Berlin.Als die deutschen Olympia-Schwimmer in Peking – bis auf wenige Ausnahmen – kurz vor dem Ertrinken waren, machte der Witz die Runde: „Warum sind die Deutschen so schlecht? Weil sie sich auf die nächsten deutschen Meisterschaften vorbereiten.“Diese Titelkämpfe finden seit gestern in Berlin statt. Und gleich zum Auftakt wurden die DSV-Asse ihrem Ruf gerecht, national und noch dazu im schnellen Becken in der Hauptstadt besser zu sein als im direkten Vergleich mit der Weltelite. Schon in den Vorläufen blieben gestern der Frankfurter Helge Meeuw über 100 m Rücken und der Riesaer Johannes Neumann über 100 m Brust nur zwei Zehntel über ihrem deutschen Rekord. Beide sahen noch jede Menge Reserven für die Finals am Wochenende. „Ich finde den Zeitplan gut, kann mich problemlos anpassen“, sagte Johannes Neumann, der gestern 80 m lang auf Kurs lag, als erster Deutscher über 100 m Brust die Minutengrenze zu unterbieten. „Auf den letzten 20 Metern habe ich die technische Linie verlassen. Aber dafür ist ja der Vorlauf da, dass man auch mal Fehler machen darf.“ Diesmal fehlten noch sieben Zehntel zur Schallmauer, am Sonnabend soll sie fallen. Der 23-Jährige ist im 50-m-Becken nach dem Krankheitsausfall von Stefan Herbst die einzige sächsische Hoffnung für die WM in Rom, nachdem die Springer und Synchronschwimmerinnen schon vier Tickets gelöst haben. Für den WM-Start auf einer der Bruststrecken muss Neumann deutschen Rekord schwimmen. „Ich glaube, das WM-Team wird gar nicht so klein, wie viele befürchten.“ Mit anderen Worten: Der angehende Polizist erwartet in Berlin und Rom einen deutlichen Aufwärtstrend bei den DSV-Assen. Schon gestern gab es einen deutschen Rekord über 400 m Lagen durch Yannick Lebherz (Darmstadt), der die 20 Jahre alte Bestmarke des DDR-Schwimmers Jens-Peter Berndt auslöschte. Zum Aufschwung soll die Freigabe der Schwimmanzüge beitragen, nachdem in Peking noch der vertragliche Zwang bestand, in Adidas zu starten. Erst vor wenigen Tagen hatte der Weltverband die umstrittenen, weil Neopren ähnlichen Wunderanzüge wieder zugelassen. Im italienischen Fabrikat Jaked will Neumann am Sonnabend auftrumpfen: „Meine Olympia-Teilnahme wurde mir nur durch die blöden Anzüge vermasselt. Noch einmal lasse ich das nicht zu.“ Meeuw schwimmt in Berlin im neuen und ebenfalls schnellen Adidas-Anzug. Wenn Johannes Neumann Anfang Juli die Aufnahmeprüfung bei der Polizei besteht, wird der gebürtige Leipziger Sachsen verlassen und nach Wiesbaden wechseln: „Nur dort gibt es eine Sportfördergruppe mit Ausbildung zum gehobenen Dienst.“ Also muss Sachsen noch stärker auf den Nachwuchs setzen. Gestern wirkten die Bundesstützpunkttrainer Eva Herbst und Oliver Trieb entspannt. Mit Tina Abendroth (200 m Lagen), Lisa Graf und Riccardo Prietzsch (100 m Rücken) stellte die SSG Leipzig drei Juniorenmeister. Graf (5.) und Prietzsch (6.) zogen in die Finals der offenen Klasse ein und sind am Sonntag in der Fernseh-Live-Übertragung zu sehen. Lisa Graf glänzte mit einem überraschenden Altersklassenrekord über 50 m Schmetterling (27,40 s), dem zweiten Titel und Platz drei im Vorlauf der Frauen.LVZ2009-06-25
Flossis zünden für 50 Euro den TurboFür den Höhepunkt der Landesjugendspiele sorgten die Finswimmer, die das erste Mal mit 77 Athleten gemeinsam mit den Schwimmern antraten, was gut ankam. Landestrainer Dirk Franke gönnte den Plauenern den Sieg im Medaillenspiegel. Dafür konzentrierten sich die besten DHfK-Flossis samt ihrer fünf Junioren-EM-Teilnehmer auf Nebenstrecken – und die abschließende Staffel. Dort erzielten Ex-Wasserspringer Maximilian Walther, Nick Riedel, Vincent Stoye und der überragende Schluss-Schwimmer Florian Kritzler (SC DHfK) über 4×100 m Flossenschwimmen einen deutschen Jugendrekord für Vereinsstaffeln. Im dritten Anlauf steigerten die 16- und 17-Jährigen die Bestmarke des TSC Rostock um 1,6 Sekunden. Zum Abschluss der Jugend-DM hatte ihnen vor einigen Wochen die Kraft gefehlt. Und bei den offenen Titelkämpfen war das Jugend-Quartett in die Wellen der Männer hineingeraten. Bundesstützpunktleiter Jörg Melitzer bestätigte das Gerücht, er habe die Athleten kurz vor dem Start noch einmal besonders motiviert. Vielleicht mit einem Eisbecher? „Nein, den essen sie extra noch“, musste „Meli“ lachen. Nein, er hatte aus eigenem Portmonee jedem der Staffelteilnehmer 50 Euro – sozusagen „Cash in die Täsch“ – für den Rekord versprochen. „Für einen Schein schwimmen die nun mal schneller“, meint der 60-Jährige: „Das sind ja keine Sozialisten mehr, sie sind alle im Kapitalismus geboren.“ Schwimmer fit für Berlin Bei den Schwimmern testeten Alenka Crustewitz (SV Handwerk), Tommi Wolst (Post SV/je fünf Siege) und Marius Schäffner (VfK Blau-Weiß/zwei Erfolge) für ihren ersten großen Auftritt: Denn ab Mittwoch kämpfen in Berlin nicht nur Britta Steffen und Paul Biedermann um die WM-Tickets, sondern die 12-jährigen Mädchen und 13-jährigen Jungen um die deutsche Mehrkampf-Bestenermittlung. „Das Wochenende hat gezeigt, dass alle drei fit sind. Vielleicht kommen sie in Deutschland unter die Top Ten, das wäre eine super Sache“, sagte Andreas Bobrzik, Fachwart der Leipziger Schwimmer. In Berlin werden auch Gleiten, Delfinbewegung und Dreierhop gefordert. Nach den Erfolgen bei den Jugend-Titelkämpfen in Hamburg sieht Bobrzik auch bei den Jüngsten Potenzial: „Wir haben fast in jedem Jahrgang ein echtes Talent.“ Gleich sechsmal Gold gewann die deutsche Jahrgangsmeisterin Stine Gabrysiak (SSG Leipzig), die ebenfalls in Berlin antritt – jedoch bei den Großen.LVZ2009-06-22
Saison-Aus für Herbst, zwei Leipziger zur WMLeipzig. Saison-Aus für Stefan Herbst: Eigentlich wollte der Leipziger Spitzenschwimmer in der kommenden Woche nach langem Krankheitsausfall bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin sein Comeback geben, sich für die Militär-WM in Montreal qualifizieren und den Leipziger SSG-Staffeln zu einer Top-Platzierung verhelfen. Doch das Ärzteteam am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) setzte nun ein Stoppzeichen. Herbst hatte lange mit den Nachwirkungen einer Grippe vom Januar zu kämpfen. Der 31-Jährige konnte zwar im Mai vier Wochen durchtrainieren, musste danach jedoch wieder wegen einer Bronchitis pausieren. „Die Blutwerte sind noch nicht in Ordnung, ich muss nun erneut 20 Tage lang Antibiotika nehmen“, sagte der dreifache Olympiateilnehmer. Damit sind Leipziger Top-Platzierungen diese Woche bei der Freiwasser-DM in Lindau sowie kommende Woche im Berliner Becken schwer zu erreichen, da auch Langstreckler Toni Franz (Praktikum in der Schweiz) und Top-Schmetterling Christoph Lubenau (Studium in den USA) fehlen. Stefan Herbst ist nicht so niedergeschlagen wie zu Jahresbeginn: „Mittlerweile habe ich gelernt, mit der Situation umzugehen. Dennoch ist meine Motivation immer noch groß, ich würde am liebsten sofort anfangen zu trainieren.“ Der Kraulspezialist denkt, dass die Leipziger Frauen-Staffeln in Berlin um die Medaillen mitschwimmen können. In Lindau kämpft Lydia Winkler (SSG) um ein Ticket zur Junioren-EM. Derweil steht fest, dass zwei andere Leipziger Schwimmer den Sprung zur WM im Juli nach Rom geschafft haben: Aleksandre Bakhtiarov für Zypern und Serghei Golban für Moldawien. Beide trainieren in der Stützpunktgruppe bei Eva Herbst, haben einen großen Leistungssprung hingelegt. Bakhtiarov ist angehender Medizinstudent, hofft auf einen Studienplatz in Leipzig. Der 22-Jährige triumphierte Anfang des Monats bei den Spielen der Kleinstaaten (bis eine Million Einwohner), stellte über 50 (24,44), 100 (54,80) und 200 m Schmetterling (2:03,50) Landesrekorde auf. Der 16-jährige Golban wurde im April in Puerto Rico mit dem Team des Sportgymnasiums Schüler-Weltmeister.LVZ2009-06-17
Bestmarke mit der Badehose vom WühltischJürgen Zimmermann (70) und Jens Lutschin (45) schwimmen Europa- und Weltrekord über 50 m Brust
Kein Regisseur hätte dieses Drehbuch so schön schreiben können wie das Leben: An seinem 70. Geburtstag erzielte der Schwimmer und Leichtathlet Jürgen Zimmermann vom VfK Blau-Weiß am Sonntag den ersten Europarekord seiner Karriere. Und mal wieder galt das Sprichwort: Unverhofft kommt oft! „An einen Rekord hatte ich nicht einen Gedanken verschwendet. Als mir der alte Rekordhalter gratulierte, sagte ich: Du musst mich verwechseln.“ Doch die 38,12 s über 50 m Brust, mit denen der Lößniger bei den deutschen Meisterschaften in Magdeburg triumphierte, hatte noch kein europäischer Schwimmer seines Alters erreicht. Zimmermann happy: „So schnell bin ich seit vier Jahren nicht gewesen.“ Tags zuvor hatte er die 100 m Brust in 1:29,09 min für sich entschieden. Auch wenn die Kräfte nachließen, rettete er 0,05 s Vorsprung ins Ziel. „Wenn es um Hundertstel geht, hatte ich bisher immer die Nase vorn“, weiß der Senior, der darin keinen Zufall sieht: Er misst sich regelmä- ßig mit den sächsischen Leichtathleten auf den Sprintstrecken. Und wenn er alle zwei Tage seine Runde am Silbersee dreht, baut er ein paar Zwischenspurts ein. „Das schult Reaktion und Schnelligkeit – beides lässt im Alter zuerst nach.“ Da er zudem dreimal die Woche Schwimmen und zweimal ins Fitness-Studio geht, fühlt sich Jürgen Zimmermann fit wie ein Turnschuh. Auf eines legt der Jubilar besonde- ren Wert: Auf einen Hightech-Schwimmanzug verzichtet er. „Den kann und will ich mir gar nicht leisten. Ich ärgere mich, dass so ein Firlefanz in unserer Sportart Einzug gehalten hat.“ Als er bei der Rekordanmeldung nach seinem Ausrüster gefragt wurde, antwortete er: „Das ist `ne Badehose für 3,99 Euro vom Wühltisch bei Aldi.“ Mit modernem Blueseventy-Anzug erzielten die Post-Schwimmer ihre sieben Gold-, neun Silber- und neun Bronzemedaillen. „Ich wäre aber auch in Dreiecksbadehose geschwommen“, sagte Jens Lutschin, der in der AK 45 beide Bruststrecken gewann, mit der Lagen-Mixedstaffel triumphierte und das Wochenende mit einem Weltrekord krönte: 30,31 s über 50 m Brust. Hinzu kam ein Europarekord über die doppelte Distanz (1:09,32). Er hatte sich die Bestmarken vorgenommen, obwohl er nicht regelmäßig trainieren konnte, weil der Kranfahrer im Harz arbeitet. „Abends fahre ich ab und zu zum öffentlichen Schwimmen nach Goslar. Aber das Wichtigste ist die Motivation.“ Selbst eine Fußverletzung könne er im Wettkampf völlig ausblenden. Magdeburg war für die Masters nur Zwischenstation: Im September geht`s zur EM nach Cadiz. Dann haben Zimmermann und Lutschin wieder gute Karten – auch in Badehose.
Weitere Sieger: Tanja Starke, Heike Händel, Jörg Färber, Gregor Spengler (alle Post) sowie Staffeln von Post SV und SSV Leutzsch.
fsLVZ2009-06-16
Prietzsch holt vier Sachsentitel SchwimmenBei den Sachsenmeisterschaften der Schwimmer in Riesa überzeugte Riccardo Prietzsch von der SSG Leipzig mit vier Titeln. In Abwesenheit seines erneut erkrankten Teamkollegens Stefan Herbst avancierte der Rücken- spezialist zum erfolgreichsten Athle-ten der Titelkämpfe. Der letztjährige Teilnehmer an den Jugend-Europameisterschaften schlug über die 50 (26,85 s), 100 (59,35 s) und 200 m Rücken (2:12,11 min) souverän als Erster an. Damit zeigte der Schützling von Trainerin Eva Herbst zweieinhalb Wochen vor den Deutschen Meisterschaften in Berlin ansteigende Form und unterstrich seine Finalambitionen. Mit seinem Erfolg über 100 m Freistil (52,05 s) machte er seine Disqualifikation über die halbe Distanz vergessen. Dort wurde er wegen des Tragens zweier Badehosen aus dem Rennen genommen – dies gilt als Auftriebshilfe. Peter Dittrich gewann über 50 (25,55 s) und 100 m Schmetterling (56,93 s) deutlich. Die 14-jährige Marie Pietruschka (alle SSG), zweifache Medaillengewinnerin der deutschen Jugendmeisterschaften, steigerte sich über 200 m Brust gegenüber Hamburg noch einmal um mehr als zwei Sekunden und gewann in starken 2:41,78 min. Insgesamt holten die Leipziger in der offenen Klasse 17 Titel. In den Jahrgängen waren Alenka Crustewitz (SV Handwerk) und Tommi Wolst (Post) mit sieben sowie sechs Goldmedaillen die fleißigsten Titelsammler.LVZ2009-06-09
Stefan Herbst muss Comeback verschiebenWegen eines erneuten gesundheitlichen Rückschlages hat der dreifache Olympiateilnehmer Stefan Herbst von der SSG Leipzig seinen Start bei den Sachsenmeisterschaften an diesem Wochenende in Riesa abgesagt. In der Elbestadt wollte der 31-Jährige eigentlich seinen ersten Wettkampf seit der Kurzbahn-EM im Dezember in Rijeka bestreiten. Doch wegen eines Infektes nimmt der Freistilspezialist erneut Antibiotika. Herbst hatte von Januar bis April wegen einer schweren Grippe pausieren müssen. Er hofft weiter auf seine Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften Ende Juni in Berlin. In Riesa fehlen auch Langstreckler Toni Franz sowie die für die internationale Saisonhöhepunkte nominierten SSG-Talente Juliane Reinhold und Patricia Burkhardt.LVZ2009-06-06
Trend stimmt optimistischVier Sachsen schaffen Sprung zur JEM der Schwimmer
„Mit diesen Leistungen kann man einfach nur zufrieden sein“, meint Wolfram Sperling. Der Präsident des Sächsischen Schwimm-Verbandes hatte in den vergangenen Jahren kein leichtes Amt, wegen rückläufiger Leistungen steckte sein Verband einige Prügel ein. Doch der Bundesstützpunkt-Nachwuchs konnte in Leipzig gehalten werden. Und die aktuellen Ergebnisse der deutschen Jahrgangsmeisterschaften von Hamburg (16 Titel, 40 Medaillen) stimmen den Olympiastarter von 1972 für 2012 und 2016 optimistisch.
Vier Junioren-EM-Teilnehmer hatten die sächsischen Schwimmer seit über einem Jahrzehnt nicht mehr zu bieten. Sperling registrierte mit Freude, dass neben den Leipziger Assen um die sechsfache Medaillengewinnerin Juliane Reinhold auch die Stützpunkte in Chemnitz und Dresden sowie der SC Riesa an der Ausbeute beteiligt sind. Vor allem Juliane Reinholds Altersklassenrekord über 400 m Lagen sorgte für Aufsehen. Die 15-Jährige unterbot eine Bestmarke aus DDR-Zeiten. Die Schülerin der Sportmittelschule wurde sogar zum Siegerinterview gebeten. Auf die Frage, welche Lage sie denn am liebsten schwimmt, zählte die Allrounderin alle auf – bis auf Brust. Wegen des harten Zeitplanes hatte sie auf ihre geliebten Schmetterlingstrecken verzichtet.
Trainer Oliver Trieb, der ebenfalls ins Junioren-EM-Team berufen wurde, war vom Höhenflug überrascht: „Wir hatten dieses Jahr gar nicht so gute Bedingungen, weil die Uni-Halle lange geschlossen war. Außerdem waren Jule und viele andere sehr oft krank.“ Doch beim Höhepunkt stellten sich die meisten topfit vor. Auch der dreifache Titelträger Karl-Richard Hennebach, der erstmals neben dem Sprint auch über 100 m Rücken überzeugte. Nur bei seiner ersten Doping-Kontrolle am Sonntagabend war er noch nicht der Schnellste…LVZ2009-05-26