01.11.2008 – Gelungene Prämiere für SSG
Gelungene Prämiere für SSGIm Vorkampf der zweiten Bundesliga Süd der Schwimmer hat die SSG Leipzig
einen guten Eindruck hinter lassen. Bei der Premiere der SSG belegte die
Frauen-Mannschaft in Bayreuth mit hinter 22 619 Zählern den zweiten Rang
hinter Rheinhessen-Mainz mit 23 366 Punkten. Die Männer kamen ohne Olympia-
Teilnehmer Stefan Herbst (SSV Leutzsch) und Langstreckenschwimmer Toni
Franz (SC DHfK) auf den vierten Rang (22 803). Die Messestädter lagen
hinter den Teams aus Sindelfingen (25 035), Bayreuth (23 601) und Darmstadt
(23 280). Im Fernduell mit den Staffel Nord und West belegten die Damen den
zweiten und die Männer den siebten Rang. Die besten Leipziger waren Juliane
Reinhold (Post SV) und Riccardo Prietzsch (Lok Mitte). Reinhold überzeugte
mit ihren Leistungen über die 400m Lagen 4:55,64 und 200m Freistil 2:03,57.
JEM-Teilnehmer Prietzsch schwamm in 56,40 s über die 100m Rücken
persönliche Bestzeit.LVZ2008-11-01
SSG besteht FeuertaufeFranz und Herbst fehlen / Post und Leutzsch siegen in Landesliga
Die neuformierte SSG Leipzig hat in Bayreuth ihren ersten Einsatz in der
zweiten Schwimm-Bundesliga erfolgreich bestanden. Die Frauen der Schwimm
und Startgemeinschaft belegten mit 22 619 Zählern in der Staffel Süd den
zweiten Rang hinter SG EWR Rheinhessen-Mainz (23 366) „Im Fernduell mit den
Staffeln West und Nord landen wir auf dem vierten Rang“, sagte Trainerin
Eva Herbst und fügte hinzu: „Ich bin sicher das wir in der entscheidenden
Aufstiegsrunde nächste Woche im Vergleich zum Vorkampf noch eine Schippe
drauf legen können.“ Die Männer kamen dagegen ohne ihre Aushängeschilder
Stefan Herbst (SSV Leutzsch) und Toni Franz (SC DHFK) mit 22 803 Punkten
hinter Sindelfingen (25 035), Bayreuth (23 601) und Darmstadt (23 280) auf
den vierten Platz. Im Deutschland-weiten Vergleich kam der Verbund der
Leipziger Vereine, bei dem Sportler von LOK, Leutzsch, Post und DHfK am
Start waren, auf den siebten Platz. Herbst fehlte wegen eines
Bundeswehrlehrgangs und Franz musste aus Universitärengründen auf die
Teilnahme verzichten. „Wenn Stefan und Toni wieder an Bord sind, dann
können wir mindestens 1500 Punkte mehr holen, dennoch wird es ganz
schwer, nächste Woche um den Aufstieg mit zu schwimmen“, weiß Herbst, die
beim Finale ganz auf den Teamgeist der Mannschaft setzt. „In dieser Woche
kam das Gefühl der neuen Mannschaft noch nicht so zum tragen, zum einen
fehlten Sportler und zum anderen lag es an der Regelung des DSV, durch die
der Vorkampf an Bedeutung verloren hatte. Dazu kam noch die schlechte
Wettkampforganisation in Bayreuth, bei der man dachte, dass die
Schwimmwettkämpfe zum ersten Mal veranstalten“, erklärte die
Bundesstützpunktrainerin. Laut Herbst kam es zu zahlreichen Zeiten- und
Platzierungsvertauschungen, die Proteste von mehr als fünf Vereinen nach
sich zogen. Trotz der ungünstigen äußern Umstände konnten Juliane Reinhold
(Post) und Riccardo Prietzsch (LOK) überzeugen. Reinhold sammelte mit ihren
Leistungen über die 400m Lagen in 4:55,64 min und die 200m Freistil in
2:03,57 min jeweils mehr als 800 Punkte. Der Junioren-EM-Teilnehmer
Prietzsch errang mit seinen Leistungen über die 50m Rücken (26,45 s) und
der persönlichen Bestzeit über die 100m Rücken (56,40 s) bei den Herren die
meisten Zähler. „Es war für mich echt etwas besonderes, ich konnte durch
die SSG zum ersten Mal bei der Deutsche Mannschaftsmeisterschaft dabei
sein. Ich war echt super motiviert und es hat gleich mit einer Bestzeit
geklappt. In dieser Woche lief es noch nicht bei allen rund, aber ich bin
überzeugt, dass wir mit Stefan und Toni vorne mit dabei sind“, freute sich
Prietzsch nach dem Wettkampf.
In der sächsischen Landesliga konnten die Frauen von SSV Leutzsch und die
Männer vom Post SV überzeugen. Die Leutzscher setzten sich mit 19 343
Punkten deutlich gegen Dresden (17 573) und Chemnitz (17 113) durch. Die
Altmeister vom Post SV ließen mit 20 926 Zählern Dresden (19 714) und
Hainsberg (19 172) hinter sich und holten damit die vierte
Landesmeisterschaft. Höhepunkt in der Schwimmhalle Grünauer Welle war das
Duell der Deutschen Meister Johannes Neumann aus Riesa (Jg. 1985) und des
Post-Schwimmers Jens Lutschin Leipzig (Jg. 1964) über die 50m Brust. Der
44-jährige Lutschin musste sich in 30,19s nur knapp Neumann (29,63 s)
geschlagen geben. „Jens konnte Hannes ein bisschen ärgern, doch für einen
Sieg hat es nicht ganz gereicht. Wir freuen uns, dass wir unseren Titel
verteidigen konnten“, sagte Mannschaftskapitän Uwe Bodusch und fügte fair
hinzu: „Aber jetzt drücken wir der SSG die Daumen, damit sie am nächsten
Wochenende den Sprung in die erste Liga schafft.“LVZ2008-11-01
LSB-Chef legt sich mit Schwimmern anAue. Hat sich der Landessportbund-Chef im Ton vergriffen? Hat er einen Ehrenamtlichen beleidigt? Oder wollte er sich im Beisein des Fraktionsvorsitzenden Steffen Flath und Kultusministers Roland Wöller (beide CDU) profilieren? Eberhard Werner, seit 2005 Präsident des Landessportbundes (LSB) Sachsen, lieferte sich beim Sportpolitischen Forum der CDU in Aue ein heftiges Wortgefecht mit dem Leipziger Rainer Wittner, Vizepräsident des Sächsischen Schwimm-Verbandes (SSV). Viele Augenzeugen waren verwundert, hatten sie den LSB-Präsidenten doch bislang als eher ruhigen Zeitgenossen erlebt. Hintergrund des Disputs ist die Neueinstufung der Sportarten, die am 15. November vom LSB-Präsidium beschlossen wird. Dabei drohen den Schwimmern starke finanzielle Einschnitte. Dagegen hatte sich Wittner gewandt, zudem berief er sich auf Kanzlerin Angela Merkel, die nach dem schwachen Olympia-Abschneiden der Leichtathleten und Schwimmer erklärte, beide Sportarten nicht fallen zu lassen. Im Gegensatz zum Bund erfolgt die sächsische Sportförderung weiter nach dem Belohnungssystem.
Werner war verärgert, dass Wittner das LSB-Sportfördersystem in Frage stellte. Vor rund 200 Gästen bezeichnete der LSB-Chef den Zustand des SSV als desolat. Daraufhin fühlte sich Wittner vom LSB-Präsidenten beleidigt, „zumal ich als unverbrauchter Vizepräsident erst seit sechs Monaten imAmt bin“. Moderator Thomas Colditz, Landtagsabgeordneter und bildungspolitischer Sprecher der CDU, meinte: „Die Diskussion verlief sehr emotional. Ich würde nicht direkt sagen, dass sich Herr Werner im Ton vergriffen hat. Er hat wohl den Leistungsstand der Schwimmer etwas zu negativ gesehen.“ Colditz vermittelte zwischen beiden Seiten.
Auf Anfrage dieser Zeitung sagte Eberhard Werner, er habe nicht das Ehrenamt als desolat bezeichnet, sondern hauptamtliche Trainer und Mitarbeiter gemeint. Dies verwundert insofern, als in den vergangenen eineinhalb Jahren mit Winfried Leopold ein Ex-Auswahltrainer beim SSV die leistungssportlichen Geschicke leitete, was beim LSB auf ein positives Echo stieß. Werner gibt zu, sich nicht diplomatisch verhalten zu haben: „Ich wollte mit meinen drastischen Worten endlich zum Nachdenken anregen.“ SSV-Präsident Wolfram Sperling, inAue selbst nicht anwesend, wundert sich: „Wir denken seit Jahren über unsere Konzepte nach, haben schon einiges bewegt. Entweder ist Eberhard Werner nicht auf der Höhe seiner Aufgaben – oder er hat die falschen Berater.“ Am Telefon verabredete er einen baldigen Termin mit dem Kesselsdorfer. Der LSB-Chef gab zu, seit Jahren nicht mit SSV-Vertretern gesprochen zu haben. Er lasse sich von seinen Amtsvorgängern sowie dem hauptamtlichen LSB-Apparat informieren.
Eine bessere Lobby als im Freistaat hat der sächsische Schwimmsport momentan beim Spitzenverband. Von den DSV-Spitzengremien wurde amSonnabend ein Konzept des Sportdirektors Lutz Buschkow bestätigt. Dieses sieht Leipzig als leitenden Bundesstützpunkt vor.LVZ2008-10-15
Vier Herbst-Siege in BayreuthBayreuth/Leipzig. Trotz seines derzeitigen Bundeswehr-Lehrganges in Sonthofen startete Schwimmer Stefan Herbst beim internationalen Meeting in Bayreuth mit vier Siegen und insgesamt acht Podestplätzen in die Saison. Unter anderem erzielte der 30-Jährige vom SSV Leutzsch über 100 m Rücken gute 54,33 s. Die 14-jährige Juliane Reinhold (Post SV) kam zweimal auf Platz eins, hinzu kamen vier Mal Silber und einmal Bronze. Dritte Plätze gingen an Carolin Sperling (SC DHfK) und Lisa Graf (Leutzsch).
Riccardo Prietzsch (Lok Mitte) hat beim internationalen Schwimmfest des SC DHfK den Sprint-Cup gewonnen. Der Junioren-EM-Teilnehmer siegte in der Ausscheidung über die 4×50 m Freistil im Finale in 25,52 s gegen Florian Ottenberg (SSV Leutzsch). Bei den Frauen gab es im Sportbad an der Elster einen Vierfach-Triumph für Leutzsch. Tina Abendroth bezwang im Endkampf Katrin Altmann. Insgesamt waren die Starterfelder klein. „Wir mussten wegen der neuen Halle die Jahrgänge teilen, damit wir die Obergrenze von 300 Sportlern nicht überschreiten“, sagte DHfK-Schwimmchef Sven Kürschner: „Wir standen in Konkurrenz mit Bayreuth und Riesa.“ Im nächsten Jahr will er wieder mehr Teilnehmer in die bis dahin sanierte Uni-Schwimmhalle locken.
Beim Double-Pool-Meeting in Riesa erwischten die Leipziger Nachwuchsschwimmer einen starken Start in die neue Saison. Insgesamt sicherten sie sich die Siege in acht Mehrkampfwertungen. Stine Gabrysiak (SSV Leutzsch) und Olivia Zacharias (beide Jg. 96/Post SV) gewannen zweimal, bei den Erwachsenen setzten sich Lisa Geißler (Leutzsch) und Norman Schmidt (Grimma) durch.LVZ2008-10-15
Pokale für Färber und Post-SchwimmerDie Masters des Postschwimmvereins Leipzig haben ihre Siegesserie beim Kulmbacher Eku-Cup fortgesetzt. Zum elften Mal in Folge gewannen sie den kleinen Mannschaftspokal für Vereine mit bis zu 30 Starts. Im großen Mannschaftspokal kam der SSV Leutzsch auf Platz vier. Beide Leipziger Klubs gewannen zahlreiche Staffeln. Bester Einzelschwimmer war Jörg Färber (Post SV). Der 33-Jährige setzte sich in der Mehrkampfwertung aller Altersklassen über 4×50 Meter durch.LVZ2008-10-02
„Ehre, für Leipzig zu schwimmen“ Fünf Schwimm-Vereine bündeln die Kräfte und gründen eine StartgemeinschaftGenau zwölf Jahre nach der Vereinigung der stärksten Leipziger Leichtathletikvereine unter dem Dach des LAZ gehen die Schwimmer der Stadt einen ähnlichen Weg. Die Vereine SC DHfK, SSV Leutzsch, SV Handwerk, Lok Mitte und Postschwimmverein beschlossen die Bildung einer Schwimm-Start-Gemeinschaft (SSG).
Der Prozess, die Kräfte im Schwimmen zu bündeln, gleicht einer langen und schweren Geburt. Gespräche gab es in den letzten zehn Jahren hin und wieder, meist steckte der Teufel im Detail. „Wir haben es immer wieder mit dem SC DHfK probiert. Aber da hat es nicht funktioniert“, erinnert sich die vom SSV Leutzsch stammende Stützpunkttrainerin Eva Herbst: „Wirklich neue Hoffnung hatte ich seit Weihnachten, als wir Trainer vom Förderverein Vesch eingeladen waren. Das sind junge, unvoreingenommene Leute, denen es um die Sache und nicht um persönliche Befindlichkeiten geht.“
Besagter Vesch e.V. sitzt als sechster Verein – wenngleich ohne Sportler – mit im SSG-Boot. „Ich denke, dass es ohne uns keine Startgemeinschaft gäbe“, sagt der Vesch-Vorsitzende Thomas Buchmann: „Ich bin froh, dass der Schulterschluss gelungen ist. Und ich bin optimistisch, dass die Sache ins Laufen kommt, wobei die Arbeit jetzt erst richtig anfängt.“
Die Einigung wurde vergangene Woche erzielt, Lok Mitte trat der SSG diesen Montag bei. Buchmann bedankte sich besonders bei zwei Klubs: „Wenn der SSVLeutzsch nicht so positiv und vehement nach vorn gedrängt hätte, wäre der Durchbruch nicht gelungen.“ Zudem lobte er die Rolle des SV Handwerk. Dessen Abteilungsleiter Andreas Bobrzik meinte: „Wir bringen zwar im Moment keine Top-Kader ein, aber wir unterstützen das Projekt total. Denn wir haben guten Nachwuchs und sehen die SSG als Investition in die Zukunft.“
Im geschäftsführenden SSG-Vorstand sitzt mit den deutschen Meistern Sven Guske (35) und Stefan Herbst (30) sowie Tim Scheland (37/Deutsche Bank) sportliche und wirtschaftliche Kompetenz. Der dreifache Olympiateilnehmer Herbst hat sich als Athletenvertreter und Sportlicher Leiter den ersten gemeinsamen Start Anfang November auf die Fahne geschrieben: Die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft (DMS), wo die SSG den Startplatz des SSV Leutzsch in der 2. Bundesliga übernehmen und um den Aufstieg in die erste Liga kämpfen soll. Er betonte: „Ich bin immer stolz, wenn ich für Deutschland starten darf. Eine Ebene tiefer wäre es toll, wenn wir es als Ehre empfinden, für Leipzig zu schwimmen.“
Buchmann hofft, dass Schwimmen in der Region für die Wirtschaft interessanter wird. Als Vorbild sieht er die im Vorjahr gegründete SG Stadtwerke München, die ihren Hauptsponsor im Namen integriert hat. „Es ist ein Unterschied, ob ein Verein mit 500 Mitgliedern und sieben Kadern an eine Firma herantritt oder die SSG 1700 Schwimmer und 35 Kader vertritt. Aber die SSG ist auch ein Signal, dass wir nicht nur die Hand aufhalten, sondern unsere eigenen Ressourcen erweitern.“
Der mehrfache deutsche Meister Sebastian Halgasch (Dresden), der selbst von 1998 bis 2006 beim SSV Leutzsch und beim SC DHfK aktiv war, zeigte sich angenehm überrascht. Vor zwei Jahren hatte er sich als Aktivensprecher vor den gemeinsamen Karren gespannt, war aber gescheitert. Nun meinte er: „Das ist eine tolle Sache. Ich war wohl meiner Zeit voraus.“ Michael Luda, Vizepräsident Leistungssport des SC DHfK, sagte: „Wenn die Startgemeinschaft hilft, bestehende Gräben zu überwinden und den Leipziger Schwimmsport wieder zu einer Hochburg in Deutschland zu machen, finde ich die Idee gut.“ Erste Signale gibt es auch aus dem Rathaus. Sportamtsleiterin KerstinKirmes erklärte auf Anfrage: „Das ist eine gute Bündelung der Kräfte und Talente. Dadurch wird es möglich, dass Leipzig – quasi als Marke – in der Bundesliga viel erkennbarer mitschwimmt. Die Gründung befördert also Wahrnehmung.“ Das A und O bleibe aber die Leistung.
Frank Schober
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Kommentar zur SSG-Gründung
Funktionäre springen über ihren Schatten
Warum ging es nicht schon früher, die Kräfte der Leipziger Schwimmer zu bündeln? Es dauerte sehr lange, ehe bei den Schwimm-Funktionären eine solche Einsicht reifte. Nun sprangen sie endlich über ihren Schatten, trafen eine Entscheidung für die Aktiven. Die Schwimmer verspürten schon lange den Wunsch, nicht nur gemeinsam zu trainieren, sondern zusammen zu starten. Bestes Beispiel sind die zahlreichen Medaillen des Sportgymnasiums bei Jugend trainiert für Olympia. Nun können die Athleten auch außerhalb der Schule gemeinsam antreten. Lieber spät, als nie.
Der Abwärtstrend bei den Erwachsenen war sicher ein Grund, dass sich die Vereine annäherten. 2002 schwammen noch drei Teams des SSV Leutzsch und SC DHfK in der Bundesliga. Seit 2005 fehlt die Messestadt in der obersten Liga, gibt es immer weniger Bundeskader. Nun hat der starke Nachwuchs die Chance auf gemeinsame Erfolge, die unter den neuen Umständen die Außenwirkung sicher nicht verfehlen.LVZ2008-10-01
Toni Franz im Freiwasser zu HauseMeistertitel und EM-Ticket für DHfK-Schwimmer über 10 km / erfolgreicher Umstieg vom Becken zurück in den See
Zwei Stunden Schwimmen liegen ihm einfach mehr als zwei Minuten. Acht Wochen nach seiner gescheiterten Olympia-Qualifikation war Langstreckenschwimmer Toni Franz gestern wieder voll und ganz in seinem Element. „Im Freiwasser komme ich einfach besser zurecht als im Becken. Es macht auch viel mehr Spaß“, sagte der DHfK-Mann nach seinem deutschen Meistertitel im Chiemsee auf der olympischen 10-km-Distanz. Nach 1:57:57 Stunden schlug Franz mit drei Sekunden Vorsprung auf den mexikanischen Olympiateilnehmer Luis Escobar an und sicherte sich souverän das Ticket zur Europameisterschaft im September in Kroatien. Die besten nationalen Kontrahenten lagen 20 Sekunden und mehr zurück.
Peking-Starter Thomas Lurz aus Würzburg verzichtete ebenso wie Christian Hein (Mainz) als letztjährige Nummer zwei. Doch auf diese beiden trifft Toni Franz am Sonntag über 5 Kilometer. „Mein Ziel ist es, vor Hein anzukommen. Und natürlich will ich auch versuchen, ,Thomsen‘ zu schlagen. Das wird natürlich sehr schwer“, erklärte der Medizinstudent aus Leipzig.
Zwei Monate hatte Toni Franz Zeit, sich von der 200- auf die 2000-Meter-Strecke umzustellen. Im Becken hatte er sich eine Mini-Chance auf die deutsche Peking-Staffel ausgerechnet. Während sein Trainingskollege Stefan Herbst vom SSV Leutzsch als Vierter den Sprung ins olympische Quartett schaffte, scheiterte Franz bei den Becken-Meisterschaften in Berlin deutlich. Sein gestriger Sieg poliert jedoch die diesjährige Meisterschafts-Bilanz der Leipziger Schwimmer deutlich auf. Denn während der Nachwuchs mit 37 Mal Edelmetall glänzte, waren die Erwachsenen im Becken medaillenlos geblieben. Gestern beglückte Toni Franz vor allem Trainerin Eva Herbst. „Das ist mein schönstes Geburtstagsgeschenk“, sagte sie an ihrem 57. Ehrentag bestens gelaunt.
Franz war gestern selbstbewusst ins 19 Grad kühle Wasser des Chiemsees gesprungen. „Die Temperatur hatte zwar seit Mittwoch ein Grad abgenommen. Aber es lief gut, während des Rennens habe ich nicht gefroren. Und auch danach brauchte ich nicht unbedingt gleich einen heißen Tee.“ Allerdings hatte der Messestädter auf den ersten sieben von insgesamt acht Runden keine Chance, eine Vorentscheidung zu erzwingen. „Da waren einige dabei, die haben ständig an meinen Füßen gelutscht. Vor allem der Mexikaner hatte die Aufgabe, für den Würzburger Jan Wolfgarten immer wieder die Lücken zuzuschwimmen. Aber am Ende hatten die anderen nicht viel zuzusetzen“, so der deutsche Meister, der auf den letzten 400 Metern davonzog.
„Respekt vor den 10-Kilometer-Schwimmern. Ich hatte schon auf meinen 2,5 Kilometern eiskalte Hände und Füße“, sagte Post-Schwimmer Uwe Bodusch, der in der Altersklasse 30 Bronze holte. Martin Kühn (AK 20/SSV Leutzsch) wurde Fünfter. Toni Franz konzentriert sich nun auf den „Sprint“ über 5 Kilometer. Denn dieser findet als Einzelzeitschwimmen mit Abständen von 30 Sekunden statt: „Dann können die ganzen Lutscher mal nicht lutschen.“LVZ2008-07-19
Massen-Andrang beim 44. SundschwimmenRiesenandrang bei Deutschlands größtem Freiwasser-Schwimmwettbewerb: Beim diesjährigen Sundschwimmen querten 945 Sportler aus ganz Europa den Stralsund. Dabei gab es einen Doppelerfolg der Rostocker Freiwasserspezialisten. Bei den Männern gewann Vincent Kirsten mit neuem Streckenrekord die 2315 Meter von Altefähr nach Stralsund. Bei den Frauen Antje Mahn. Bei sehr guten Bedingungen schlugen sich auch die Leipziger Teilnehmer sehr achtbar. In der Gesamtwertung erreichten Uwe Bodusch (8.), Henry Zacharias (9.), Jörg Färber (10.), Stefan Fuchs (15.) und Paralympics-Teilnehmer Daniel Clausner (30.) als Beste das Ziel. In der Altersklassenwertung konnten sich Bodusch (Silber), sowie Zacharias und Fuchs über Bronze freuen.LVZ2008-07-16
16 Siege auch ohne HerbstSachsenmeisterschaften der Schwimmer in Chemnitz
Zwei Olympiakandidaten, die den Sprung nach Peking verpasst haben, sorgten bei den Sachsenmeisterschaften der Schwimmer in Chemnitz für die besten Leistungen. Der zweifache deutsche Meister Johannes Neumann (SC Riesa) erzielte in 29,17 s über 50 m Brust die wertvollste Zeit. In der Punktwertung knapp dahinter lag Lokalmatador und Altmeister Stev Theloke, der die 50 m Rücken in 27,02 s gewann. Olympiastarter Stefan Herbst (SSV Leutzsch) und Junioren-EM-Teilnehmer Riccardo Prietzsch (Lok Mitte) befinden sich derzeit im Trainingslager, Toni Franz (SC DHfK) bereitet sich auf die Freiwasser-DM vor. Trotz teilweisen Dauerregens gab es in der Freiluftanlage des Sportforums einige gute Zeiten – und 16 Leipziger Erfolge. Unter anderem durch Erik Brettschneider (Lok Mitte), der hinter Neumann und Theloke der drittbeste Mann war und in 25,77 s über 50 m Schmetterling diesmal acht Hundertstel vor seinem Trainingskollegen Peter Dittrich anschlug. Dittrich hatte bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften vier Wochen zuvor in Berlin in diesem internen Wettkampf noch die Nase vorn. Die beste Leistung der Frauen ging auf das Konto von Lisa Graf (16/SSV Leutzsch), die sich ein spannendes Duell mit der zwei Jahre jüngeren Juliane Reinhold (Post SV) lieferte. Die 14-Jährige geriet über 50 m Rücken wegen fehlender Orientierung in die Leine. Die Leutzscherin zog vorbei und gewann in 31,14 s. Dafür glänzte Reinhold mit 26,95 s über 50 m Freistil.LVZ2008-07-15
Medaillenflut bei den MastersBei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften der Masters im Schwimmen gab es für die Schwimmer der Leipziger Vereine Post SV, SSV Leutzsch und VFK Blau Weiß eine regelrechte Medaillenflut. Die Masters kehrten mit insgesamt sieben mal Gold, 17 mal Silber und vier mal Bronze aus Sindelfingen zurück. Zu den herausragenden Leistungen gehöhrten die Deutschen Rekorde der beiden Postschwimmer Gregor Spengler und Jens Lutschin. Spengler (AK 45) gewann Gold und Rekord über 100m Rücken, Lutschin (AK 40) über 100m Brust. Zudem erzielten sie mit der 4x50m Lagen Mix Staffel (AK 160-199) zusammen mit Heike Händel und Antje Wippich einen neuen Deutschen Rekord. Man kann somit vom besten Leipziger Abschneiden aller Zeiten sprechen. Weitere Goldmedaillen erzielten: Klink, Schubert, Sieber, Strenge vom SSV Leutzsch über 4x50m Lagen (AK 280-329). Mit 86 Jahren war der Leutzscher Harald Müller einer der ältesten Teilnehmer der Veranstaltung und gewann dabei zweimal Silber.LVZ2008-07-14