18.10.2002 – Meisterschafts-Entscheidung geht in die Verlängerung

Meisterschafts-Entscheidung geht in die VerlängerungFrankfurt/M./Trier. Zu einer Hängepartie mit zweimaliger Verlängerung gestaltete sich gestern die mit Spannung erwartete Entscheidung des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) über den Austragungsort der 115. Deutschen Meisterschaften (DM) vom 13. bis 17. Mai 2003. Das DSV-Präsidium beriet den Fall in Frankfurt/Main, fällte aber noch keine Entscheidung. Gestern Abend (nach Redaktionsschluss) und heute befasst sich auch der Fachausschuss Schwimmen in Trier mit dem Thema. Eine gemeinsame Entscheidung des Präsidiums und Fachausschusses wurde für heute avisiert.
Nie zuvor hat eine DM-Vergabe so viel Interesse hervorgerufen wie diese. Schließlich steht sie in unmittelbarem Zusammenhang mit der bevorstehenden Wahl des deutschen Olympiakandidaten 2012. Der zwischenzeitliche Verzicht des Sächsischen Schwimm-Verbandes (SSV) wegen finanzieller Hürden hatte in der vergangenen Woche für Schlagzeilen gesorgt. Schon einen Tag später war mit dem Postschwimmverein Leipzig ein neuer potenzieller Ausrichter zur Stelle, der nun jedoch den starken Gegenkandidaten Hamburg aus dem Feld schlagen muss.
In der "regulären Spielzeit" des Kandidaten-Krimis konnte Leipzig gestern offenbar nicht punkten. Nach unserer Zeitung vorliegenden Informationen sprach sich das DSV-Präsidium für Hamburg aus, wollte den Fachausschuss aber nicht übergehen. Bereits in den letzten Wochen und Monaten war eine eher ablehnende Haltung des DSV-Präsidiums gegen den sächsischen Kandidaten durchgesickert. Dafür gilt Fachsparten-Leiter Winfried Leopold (Beucha) als Befürworter der Leipziger Bewerbung. Eine Abstimmung im Fachausschuss gilt als völlig offen.
Gegen Leipzig spricht, dass Präsidentin Christa Thiel (Wiesbaden) und Sportdirektor Ralf Beckmann (Wuppertal) 1999 noch nicht im Amt waren und die damals erfolgreichen Titelkämpfe in Leipzig selbst nicht miterlebten. Die Uni-Schwimmhalle ist im Vergleich zur Hamburger Alsterhalle für Vermarktungszwecke und den zu erwartenden Medienrummel um Franziska van Almsick recht klein. Außerdem gilt es in DSV-Kreisen als unglücklich, wenn nach der Kurzbahn-EM im Dezember in Riesa mit der DM ein weiterer Höhepunkt im sächsischen Bewerbergebiet ausgetragen wird. Für Leipzig spricht neben der erfolgreichen Organisation vor gut drei Jahren auch die weit vorangeschrittenen Vorbereitungen. Das Orgbüro arbeitet seit Monaten, finanzielle Engpässe nach der Flutkatastrophe konnten in den letzten Tagen beseitigt werden.
Frank SchoberLVZ2002-10-18

Entscheidung vertagt – DHfK – Schwimmer in Landesliga zunächst vor dem Post SVNur bei den Frauen herrschte Klarheit: Der SC Riesa verteidigte in der Schwimm-Landesliga in Leipzig seinen Titel vor dem Dresdner SC und dem jungen Team des SSV Leutzsch II. Bei den Männern muss die bevorstehende Erste Bundesliga über Sieg oder Niederlage des SC DHfK II entscheiden. Denn Alexander Helmeke schwamm für das DHfK – Landesligateam und steht gleichzeitig im Aufgebot für die erste Mannschaft. Sollte der 17-Jährige auch zum Einsatz kommen, werden seine Landesliga-Punkte aberkannt. In dem Fall würde der Post SV Leipzig noch an den DHfK – Jungs vorbei ziehen und den Vorjahressieg wiederholen.

Ärgern wird sich in jedem Fall der eine oder andere DHfK – Nachwuchsschwimmer. Denn bei jeder Niederlage gegen einen Schwimmer des SSV Leutzsch oder des Post SV waren in der Schwimmhalle Kirschbergstraße zwei Euro für die Gruppenkasse fällig. Scherzhaft wurde diese auf "Kriegskasse" getauft und das Thema war immer gut für die eine oder andere Frotzelei. Auf die Art kamen immerhin rund 30 Euro zusammen.

Neben dem Erstligareifen Helmeke glänzten vor allem Post-Schwimmer Jan Schnabel (100 m Brust/1:07,40) und DHfK – Athlet Stefan Kriegel (200 m Freistil/1:58,44). Bei den Leipziger Frauen setzte sich die Jugend (SSV Leutzsch) gegen die Erfahrung (Post SV) durch. Die wertvollste Zeit gelang der 20-jährigen Vanessa Ferrabone (Post), die über 100 m Freistil in 59,84 s die begehrte Minuten-Grenze unterbot.

Bei den 36 Starts pro Verein gab es auch interessante Comebacks: Beispielsweise bestritt der 26-jährige Postschwimmer Jörg Färber seinen ersten ernsthaften Start seit seinem Sachsenmeistertitel 1994. Auf Anhieb erzielte er die schnellste 100-m-Freistilzeit. Sein in Offenbach lebende Bruder Ralph Färber ehemaliger Deutscher Meister hatte extra noch Instruktionen via Handy durchgegeben.Jarno WittigLVZ2002-01-29

Leutzscher Schwimmer feiern Masters – GoldstaffelEine weitere Goldmedaille gab es für die Leipziger Master – Schwimmer bei den Europameisterschaften auf Mallorca. Die Senioren des SSV Leutzsch schafften den angestrebten Titel in der 4×50-m-Lagenstaffel ab 280 Jahre. Startschwimmer des Gold – Quartetts war der 82-jährige (!) Werner Ullrich, mit ihm schwammen Jochen Herold (69), Wolfgang Sieber (64) und Walter Lex (66). Das Leutzscher Quartett der AK 240 sicherte sich Bronze. Die Frauen und Männer des Post SV verfehlten jeweils in der AK 120-159 als Vierte knapp eine Medaille.Frank SchoberLVZ2001-07-06

Leipziger Talente glänzen – Deutsche Jahrgangsmeisterschaften der SchwimmerEinen absoluten Aufwärtstrend dokumentierten die Leipziger Nachwuchs-Schwimmer bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin. Nach den Titeln von Isabell Fischer (HSG DHfK) und Marius Rauschel (SSV Leutzsch) schlug am Wochenende die Leutzscherin Franziska Gröppel (Jahrgang 88) zu: Der Schützling von Eva Herbst gewann am Sonnabend über 50 m Rücken in deutschem Jahrgangsrekord mit wenigen Hundertstel vor Fischer und setzte sich gestern auch über 200 m Rücken durch.

Über insgesamt drei Silbermedaillen freute sich Brust-Spezialistin Juliane Maiwald (Post SV), die über 50, 100 und 200 m Gold nur hauchdünn verpasste und jeweils einer anderen Kontrahentin den Vortritt lassen musste. Trainerin Katrin Seitz sagte anerkennend: "Jule hat sich enorm gesteigert und ist jedes Mal Bundeskadernorm geschwommen."

Weitere Bronzemedaillen sicherten sich am Wochenende Ricarda Schellenberg (Leutzsch), Isabell Fischer, Stefanie Drechsel (Lok Mitte), Marius Rauschel und Marco Schmidt (SC DHfK), der das Schwimm-Abc einst beim SV Automation erlernte. In der Vereinswertung sicherten sich die Leutzscher Mädchen Rang zwei hinter dem SC Magdeburg, im weiblichen Bereich dominierten insgesamt die Leipziger Vereine deutlich. Bei den Jungen war der SC Chemnitz tonangebend. Entsprechend glücklich war Landestrainer Jens Graumnitz: "Wir waren oft sogar mit vier Schwimmern in den Finals vertreten. Ebenso wichtig wie die Medaillen sind die vielen Bundeskadernormen unserer Talente."Frank SchoberLVZ2001-07-02

Trauer um Hans-Georg Weiß
Trainer der Post-Schwimmer verstorben
Mit einer spontanen Schweigeminute gedachten die Schwimmer des Postsportvereins Leipzig am Mittwoch beim Training ihres wenige Stunden zuvor nach schwerer Krankheit verstorbenen Cheftrainers Hans-Georg Weiß. Der Coach, der im April der 66. Lebensjahr vollendet hätte, war in seiner Jugend als Fußballtorwart sportlich aktiv.
Seine Liebe zum Schwimmsport entdeckte Hans-Georg Weiß Anfang der 70er Jahre, als seine Tochter bei der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Post Leipzig mit Schwimmen begann. Zunächst half er am Beckenrand, nach kurzer Zeit übernahm er selbst die sportlichen Geschicke. So wurden die Schwimmhalle Nordost und das Schwimmstadion zu seiner zweiten Heimat. Unter seiner Führung entwickelte sich der Post SV zu einer der stärksten Schwimm-Abteilungen der Stadt mit über 500 Mitgliedern sowie den meisten Kampfrichtern und anderen Helfern.
Neben seinem Organisationstalent und Engagement bestach er mit dem besonderen Vermögen, die Jugend zu begeistern. Dies betraf insbesondere Sportler, die nach Beendigung ihrer leistungssportlichen Laufbahn bei den Post-Schwimmern um Hans-Georg Weiß "aufgefangen" wurden. Auch wenn es für sie nicht mehr um olympische Ziele ging, motivierte sie sich nun im Kampf um die FDGB-, Jugend- und DSSV – Pokale der DDR, nach der Wende bei den Bundespostmeisterschaften. Bei diesen Wettbewerben avancierte Post Leipzig 20 Jahre lang zum Seriensieger. Dabei schwammen ehemalige Leipziger Olympiateilnehmer und Weltrekordler wie Silke Hörner, Petra Priemer, Anne-Katrin Schott, Frank Kühne oder Dietmar Göring unter den Fittichen von Hans-Georg Weiß.
Frank SchoberLVZ2001-03-09

Schwimm-Küken mit Löwenanteil – Frühjahrswettkampf des SC DHfK lockte über 200 Aktive in die Uni-SchwimmhalleDas Frühjahrsschwimmfest des SC DHfK in der Schwimmhalle Kirschbergstraße, also auf der "kurzen" Bahn, war viele Jahre lang nicht aus dem Wettkampfkalender der Leipziger Schwimmer wegzudenken. Am Wochenende zogen jedoch über 200 Aktive aus 14 Vereinen erstmals in die Uni-Schwimmhalle um und testeten ihre Form somit auf der "langen" 50-Meter-Bahn.

"Wir haben auch die 200-Meter-Strecken ins Programm aufgenommen", erklärt Grit Fischer, die sportliche Leiterin der Schwimmabteilung, eine weitere Veränderung. Der Anspruch des Wettkampfs, vor allem dem Nachwuchs einen Wettkampfhöhepunkt zu schaffen, sei hingegen der gleiche geblieben.

So hatten die Schwimm-Küken ab Jahrgang 1994 unter den insgesamt 858 Einzelstarts am Wochenende auch den Löwenanteil. Tommy Wolst vom SC DHfK bildete dennoch eine Ausnahme. Mit seinen fünf Jahren war er nämlich mit Abstand der Jüngste und ist schneller geschwommen, als viele Ältere. "Bei ihm liegt das in der Familie. Sein Bruder schwimmt auch schon bei uns", so Grit Fischer.

In der Wertung um die punktbesten Einzelleistungen hatte der Nachwuchs indes naturgemäß das Nachsehen. Denn mit Stefan Herbst, Sven Guske, Toni Franz und beispielsweise Nadine Kutschke ließen es sich auch eine Hand voll ältere Leipziger Athleten nicht nehmen, bei der Veranstaltung mitzumachen. So erhielt Stefan Herbst mit 810 Punkten über 100 Freistil (51,72 s) am Ende knapp vor Sven Guske (806 Punkte; 50 Freistil, 23,44s) die Auszeichnung bei den Männern. Vereinskameradin Nadine Kutschke vom SSV Leutzsch holte sich punktbeste Leistung bei den Frauen. Über 50 m Schmetterling schwamm sie 30,42 und war damit die Schnellste. Für die Gastgeber hatten indes andere Leistungen oberste Priorität. "Uns war wichtig, dass wir vor allem im Nachwuchsbereich wieder vorn dabei sind und unsere Arbeit erste Früchte trägt", so Grit Fischer. Darüber hinaus war das Schwimmfest ein letzter organisatorischer Test vor dem großen internationalen Wettkampf im Oktober. Denn dort will der SC DHfK wieder an alte Traditionen anknüpfen und hunderte Schwimmer in die Messestadt locken.Jarno WittigLVZ2001-03-06

Leipziger Talente und Senioren erfolgreichParallel zu den Deutschen Meisterschaften waren auch Leipzigs jüngste und älteste Leistungsschwimmer in Aktion. Bei der Talentiade in Dresden gingen 18 der 60 Siege an den Nachwuchs der Region. Landestrainer Jens Graumnitz lobte vor allem den neunjährigen Florian Kritzler vom SSV Leutzsch, der tolle Zeiten in der Beinbewegung erzielte. Insgesamt beteiligten sich 1200 Schwimmer aus 27 Vereinen, wobei die Tendenz wegen der geburtenschwachen Jahrgänge leicht rückläufig war.

Das 41. Seniorenschwimmfest in der Leipziger Kirschbergstraße stand ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die Europameisterschaften im Juli auf Mallorca. Gudrun Vollstädt, Gisela Schöbel – Grass (beide MoGoNo), Wolfgang Sieber, Martin Klink, Walter Lex (alle Leutzsch), und die Postschwimmer um Heike Händel, Andreas Köpping und Jan Schnabel gehörten zu den Seriensiegern ihrer Altersklassen. Insgesamt nahmen Masters aus 16 Vereinen teil.Frank SchoberLVZ2001-02-22

Sven Guske feiert EM-Premiere mit 27 Jahren
Drei Leipziger schwimmen ab morgen in Valencia um Kurzbahn-Medaillen
Leipzig/Valencia. Doppelte Premiere morgen bei der Kurzbahn-EM der Schwimmer in Valencia: Sven Guske hat nach vielen Anläufen endlich den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft. Er startet über 4×50 m Freistil und sorgt zugleich dafür, dass erstmals ein Schwimmer des Post SV Leipzig an einer großen internationalen Meisterschaft teilnimmt.
Das 19-köpfige Team des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) gilt als "blutjunge Teenie – Truppe". Doch Neuling Guske hebt mit seinen 27 Lenzen das Durchschnittsalter (21,2) an. Eigentlich könnte der bei einer Krankenversicherung angestellte Schwimmer locker und leicht Titel in der Seniorenklasse ab 25 sammeln. Doch noch immer sucht der aus Pirna stammende Zwei-Meter-Mann die echte Herausforderung: "Als ich 1995 nach fünfjähriger Pause wieder anfing, wollte ich unbedingt einmal für die Nationalmannschaft starten. Ob der Höhepunkt Valencia für mich auch der Schlusspunkt wird, darüber mache ich mir über Weihnachten Gedanken." Dass Guske 1999 bei einem Meeting in Rom bereits für den DSV im Einsatz war, zählt er nicht mit: "Das war nur ein Trostpflaster. Eigentlich wollte ich zur EM nach Istanbul. Doch da war ich als einziger deutscher Meister nur als Tourist dabei."

Eigentlich bildet Guske mit dem Olympia-Neunten Jirka Letzin (SC DHfK) eine (Mini-) Gruppe bei Göran Sell. Doch beide Schwimmer sind grundverschieden, vor und nach Sydney hätte Guske ohnehin allein trainieren müssen. So entwickelte Maren Witt vom Institut für Angewandte Trainingswissenschaften (IAT) im Sommer einen speziellen Plan für den Sprinter mit Schwerpunkt Krafttraining. Das Konzept ging auf. Mit freiem Kopf ("Den habe ich, seit Schwimmen nicht mehr das wichtigste ist in meinem Leben") und etwas Glück (Favorit Carsten Dehmlow wurde wegen Fehlstarts disqualifiziert) qualifizierte sich der Post-Schwimmer als Vierter für die EM-Staffel, obwohl ihn zwei Wochen vor den nationalen Kurzbahn-Titelkämpfen mal wieder ein Infekt erwischte. Doch mit Wehwehchen weiß er umzugehen. Dass ihm nun vier Tage vor dem Abflug nach Valencia ein vereiterter Backenzahn gezogen und die Wunde genäht werden musste, wird er ebenfalls wegstecken.

Guske und seine 18 DSV-Kollegen betreiben in Spanien die erste Wiedergutmachung für Olympia. Zum Sydney-Abschneiden sagt der Leipziger: "Es gab viele Fehler, jeder soll sich da an die eigene Nase fassen. Das grundsätzliche Problem des deutschen Sports ist, dass mit wenig Aufwand das Maximale erreicht werden soll." Als Fehler des DSV betrachtet er, dass der Nachwuchs kaum motiviert wird. So könne er nicht verstehen, dass René Kolonko als deutscher Vizemeister im Sommer nicht zur EM durfte, dass Sindy Buckmann (beide SSV Leutzsch) trotz erfüllter Norm aus dem Bundeskader flog. Was auch immer in Valencia heraus kommt es wird schon bald vergessen und als "nur kurze Bahn" abgetan sein. Auch das findet Guske nicht okay: "Schwimmen findet nicht nur alle vier Jahre statt. Nur über die Meisterschaften dazwischen können wir uns hoch arbeiten, um bei Olympia zu bestehen."Frank SchoberLVZ2000-12-13

Schwimmer sprinten in der "Grünauer Welle"Leipziger für Sächsische Kurzbahnmeisterschaft gerüstet
Peter Stephanie (Post SV; Jg. 87), Wiebke Schwelnus (SC DHfK; Jg. 89) und Franziska Gröppel (SSV Leutzsch; Jg. 88) waren bei der jüngsten Leipziger Bezirkssprintmeisterschaft die herausragenden Schwimmer. Denn die drei Sportler schafften das Kunststück, in ihren Jahrgängen jeweils alle vier 50-m-Strecken zu gewinnen.

Erneut für Aufsehen sorgte auch "Quereinsteigerin" Teresa Köpping (Post SV). Denn die 15-jährige Synchronschwimmerinnen stellte ihre Schwimmkünste eindrucksvoll unter Beweis und konnte die 50 Freistil und 50 Rücken im Jahrgang 84/85 gewinnen. Ihre 50-m-Freistilzeit von 27,95 reichte in der offenen Wertung sogar aus, sich zwischen Vanessa Ferrabone (Post, 1. Platz) und vor Sabine Klenz (SSV Leutzsch) zu schwimmen.

Der Traditionswettkampf des Leipziger Schwimmsportverbandes wurde von Lok Mitte ausgetragen und war gleichzeitig der letzte Test für die Leipziger Sprinter. Denn bereits am Wochenende werden in der Schwimmhalle "Grünauer Welle" die sächsischen Kurzbahnmeisterschaften ausgetragen. Die Grünauer Schwimmhalle bleibt daher für die Öffentlichkeit an diesem Wochenende geschlossen.Jarno WittigLVZ2000-11-17

Leutzscher vorn, doch Post schwimmt zum Pokal – Verschiedene Ziele beim nationalen Team-Wettbewerb.
Doppelsieg beim Landesfinale des Deutschen Mannschaftswettbewerbs, doch die Freude bei den Schwimmern aus Leutzsch hielt sich stark in Grenzen. Das zweite Damen- und Herrenteam des SSV waren am Wochenende in der Schwimmhalle Kirschbergstraße nicht zu stoppen. Zumindest der Herren-Pokal wird jedoch nächstes Wochenende (wieder) zum Titelverteidiger und Gastgeber Post SV Leipzig wandern, der in beiden Konkurrenzen Rang zwei erreichte.
In Leutzsch ist niemand traurig darüber, denn hier haben diese Titel den gleichen Wert wie eine goldene Ananas. Die Zähler, die ein Schwimmer bei den Landesfinals für das zweite Team erkämpft, werden wieder gelöscht, wenn der Aktive ein Wochenende später für die erste Mannschaft in der Bundesliga auf den Startblock steigt. Konkretes Beispiel: Sebastian Halgasch holte über 200 m Schmetterling und 200 m Freistil insgesamt 1456 Punkte. Diese werden den Leutzschern abgezogen, wenn Halgasch in den nächsten Tagen für die erste Mannschaft des SSV im Einsatz ist. Ob auch das Frauenteam von Punktabzügen betroffen ist, war noch nicht abzuschätzen.
Dies wussten die Leutzscher aber im Vorfeld und sie nahmen den bevorstehenden Titelverlust äußerst gelassen hin. "Unsere größte Aufgabe ist der Klassenerhalt der ersten Mannschaft", erklärte Andreas Knauf, Übungsleiter der "Reserve". Dieser Mannschafts-Wettbewerb sei ideal, um jene Schwimmer zu testen, die vor dem Sprung in den A-Kader stehen. "Wir probieren auch viel auf Nebenstrecken aus", machte Knauf klar.
Der SV Lok Leipzig-Mitte schickte nach dreijähriger Abstinenz wieder ein Team ins Rennen, doch der Gesamtsieg war nicht das geforderte Ziel. Die Standortbestimmung sei viel wichtiger, betonten die Lok-Verantwortlichen. "Wir legen ein höheren Wert auf Einzelmeisterschaften, und es sind viele persönliche Bestzeiten erzielt worden", freute sich Trainer Hubertus Frömter.
Richtig auf den Teamwettbewerb vorbereitet haben sich indes die Schwimmer des Post SV. "Für uns gehört diese Veranstaltung zu den wichtigsten des Jahres", meinte Kapitän Uwe Bodusch. "Von jung bis alt ist alles dabei. Geschwommen wird für die Mannschaft und nicht für sich", meinte er anschließend. Deswegen sind alle Post-Schwimmer nun in der Rolle des "lachenden Zweiten", wenn auch der Titel noch in Leutzsch ist. Dass der Post SV aber den Pokal wieder erhält und somit einen lupenreinen Hattrick schafft, daran zweifelt keiner mehr.
Jeroen van der HoefJeroen van der Hoef2000-01-24