„Ich bin zurecht hier!“ Marek Ulrich setzt Ausrufezeichen im Olympia-Halbfinale - Postschwimmverein Leipzig e.V.
Juli 26 2021

Es war keine einfache Saison für Marek Ulrich. Nachdem er im Frühjahr um Haaresbreite am direkten Ticket für Olympia vorbeigeschrammt war, musste der hoch gewachsene Schwimmer von der SSG Leipzig viel Geduld aufbringen und trotz der Ungewissheit, ob er nicht vielleicht doch noch für Tokio nominiert wird, im Training weiterhin voll durchziehen. Erst Anfang Juli stand fest: Der 24-Jährige wird für Tokio nachnominiert.

Die richtige Entscheidung, wie er am Montag unter Beweis stellte. Es gelang Ulrich nicht nur, sich für das Halbfinale zu qualifizieren, sondern hier auch in 53,54 Sekunden eine bärenstarke neue persönliche Bestzeit zu schwimmen. „Es war mir wichtig zu zeigen, dass ich mehr draufhabe und zurecht hier bin“, berichtet uns der mehrfache Deutsche Meister nach seinem fulminanten Rennen. Zwei Zehntel steigerte er sich im Vergleich zum Vorlauf. „Ich bin noch besser aus der Wand gekommen und habe mich am Ende richtig gequält, um das Maximum rauszuholen.“ Ihm sei klar gewesen, dass das Finale wohl nur schwer zu erreichen sein würde. „Deswegen war ich aber im Kopf total frei und konnte alles geben, ohne mir irgendetwas aufzusparen.“

So weit weg waren die Top Acht am Ende gar nicht. Auf dem 13. Platz fehlten Ulrich letztlich nur 3,4 Zehntel fürs Finale. Ein Fingerzeig, dass der SSG-Schwimmer nah dran ist an der Weltspitze. Auch daheim wurde das Rennen des gebürtigen Dessauers aufmerksam verfolgt. „Mein Handy explodiert gerade, ich hab mehr als 400 Mitteilungen bekommen und es werden immer mehr“, freut sich Marek über das positive Feedback.
„Mein Traum war es immer, es zu Olympia zu schaffen. Das das nun in Erfüllung gegangen ist, ist eigentlich schon Wahnsinn. Ich habe das sehr genossen und versucht, mich nicht von großen Namen beeindrucken zu lassen“, erzählt er mit Rückblick auf die Gefühle, mit denen er ins Becken gegangen ist. Und: Noch sind die Olympischen Spiele für ihn nicht beendet. Dank seiner heutigen Leistung winken noch Einsätze in der 4x100m Lagenstaffel der Herren und vielleicht auch der Mixed-Staffel. Mit dem Männerquartett könnte er am Sonntag die Beckenwettbewerbe für die deutschen Schwimmer beenden. Vorausgesetzt, das Team schafft es in den Endlauf. „Es wäre natürlich geil, in ein Olympisches Finale zu kommen“, so Marek. Sollte das gelingen, wird er sich wohl tatsächlich ein neues Handy zulegen müssen.

Bildnachweis: SSG Leipzig
SSG_Marek_Ulrich

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