Juliane Reinhold schwimmt voll auf Angriff - und wird mit Bronze belohnt - Postschwimmverein Leipzig e.V.
April 11 2017

Juliane Reinhold schwimmt voll auf Angriff – und wird mit Bronze belohntBerlin. Die Emotionen mussten raus: Nach ihrem beherzten Finalrennen über 400 m Lagen ließ Juliane Reinhold ihren Tränen erst einmal freien Lauf. Nicht aus Ärger, weil sie auf der letzten Bahn vom ersten auf den dritten Platz zurückgefallen war. Sondern, weil ihre Mühen belohnt wurden und sie sich nach fünf schweren Jahren eindrucksvoll in der deutschen Spitze zurückgemeldet hat.
Die Bronzemedaille der 21-Jährigen von der SSG Leipzig über 400 m Lagen zum DM-Auftakt beeindruckte viele in der Berliner Halle, zumal sich diese Leistung am Morgen noch nicht angedeutet hatte. „Da war ich sehr aufgeregt. In Brust und Freistil lief es noch nicht so gut. Aber vor dem Finale sagte ich mir: Du hast nichts zu verlieren."
Zum ersten Mal seit ihrem Überraschungstitel von 2010 schwamm die angehende Landespolizistin am späten Nachmittag wieder befreit auf. Auf den beiden Schmetterling-Bahnen hielt sie sich taktisch klug noch ein wenig zurück, doch auf der Rückenstrecke ging Jule in die Offensive: Ihre Attacke katapultierte sie vom dritten auf den ersten Platz, sie hielt die Spitze bis zur letzten Wende mit mehr als einer Sekunde Vorsprung, ehe die Arme schwer wurden. Dennoch steigerte sich Juliane Reinhold gegenüber dem Vorlauf um fast fünf Sekunden.
Dass sie noch von zwei Kontrahentinnen abgefangen wurde und die verschiedenen WM-Normen um fünf Zehntel im Vorlauf sowie rund eine Sekunde im Finale verpasste, spielte für Trainer Dirk Franke keine Rolle: „Das ist mir im Moment völlig egal. Entscheidend ist die Zeit und die Medaille, die sie sich redlich verdient hat." Denn in 4:43,75 Minuten kam Jule Reinhold bis auf wenige Hundertstel an ihre Bestzeit von 2010 heran. In den Jahren 2011 bis 2014 hätte ihre gestrige Zeit stets zu Gold gereicht, diesmal zu Bronze. Siegerin Franziska Hentke aus Magdeburg unterbot in 4:42,73 knapp die WM-Norm.
90 Minuten später gab es noch mal Bronze für die SSG Leipzig: In der Freistil-Mixed-Staffel schlugen Tommi Wolst, Marie Pietruschka, Jule Reinhold und Tobias Horn hinter den Teams aus Dortmund und München an.
Frank Schober
Frank SchoberLVZ2015-04-10

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