SSGeht nach Tokio – Teil 6: Mit vollen Koffern zum leeren Stadion | mit Marie Pietruschka - Postschwimmverein Leipzig e.V.
Juli 13 2021

Das deutsche Team hat sich auf die Reise gemacht und in diesen Stunden dürften sich die SchwimmerInnen bereits im japanischen Vorbereitungscamp in Kumamoto einquartieren. So auch Marie Pietruschka, die uns in der letzten Podcast-Folge vor den Spielen berichtet von ihrer turbulenten Woche und den Herausforderungen, die den Teilnehmenden vor Olympia begegnen. Sie berichtet von der Einkleidung des Olympia-Teams, dem Formular-Stress wegen Corona und was sie davon hält, dass auf der einen Insel 60.000 Menschen ins Stadion dürfen und auf der anderen Insel nun vor leeren Rängen geschwommen wird. Da die erfahrende Freistilschwimmerin aber schon so einiges erlebt hat in ihrer Karriere, muss sie dabei ihr Lächeln nie ganz ablegen. 

Der Sponsor der neusten Ausgabe ist das Sanitätshaus Wolf, Ihr Experte für Orthopädie- und Rehatechnik. Erholungs- jedoch Gott sei Dank nicht reha-bedürftig war unsere Leipzigerin Marie Pietruschka nach einer sehr zehrenden Woche und einem zeitweilig hitzigen Gespräch zusammen mit unserem Podcast-Moderator. „Der Vergleich zwischen Japanern und Engländern ist das einzige, was mich wirklich zur Wutbürgerin macht.“ Als unser Moderator Thomas die 25-jährige auf die jüngste Entscheidung der Japanischen Regierung, Zuschauer von den Wettbewerben auszuschließen, anspricht, war klar, dass die Antwort nicht frei von Emotionen sein würde. Nach den jüngsten Feier-Szenen aus Wembley und Co., wirkt die Entscheidung nun bei den Spielen in Tokio gar keine Gäste zuzulassen sehr hart. Für Marie ist sie dennoch verständlich: „Natürlich ist das absolut verantwortungslos, was die UEFA da macht, aber das soll und darf uns nicht beeinflussen.“ Die Entscheidung des IOC und der japanischen Regierung findet Marie nachvollziehbar und in diesem Fall richtig. Schlimmer wäre es für die meisten Sportler eher, wenn die Spiele überhaupt nicht stattfänden. Insofern sieht Marie die Situation eher pragmatisch: „Es ist leider die traurige Wahrheit, aber wir deutschen Schwimmer sind es gewohnt vor leeren Rängen zu performen. Und das liegt nicht an Corona“, so Pietruschka. 

image001.jpgPassend zur Einstellung, die Marie bereits in den vergangenen Folgen hervorgehoben hat, blickt sie trotz aller Einschränkungen sportlich auf die anstehenden Herausforderungen. Sie hat bereits einige packende internationale Rennen erleben können und weiß, wie es ist, wenn tausende Fans einem auf dem Zielsprint zujubeln. Besonders das 4x200m-Finale bei der Kurzbahn-WM 2018 in Hangzhou blieb ihr in Erinnerung. Dort schwamm das deutsche Staffelquartett direkt neben den Lokalmatadorinnen aus China. Die tosende Menge auf den Rängen war dabei so laut, dass man das Dröhnen sogar im Wasser merken konnte. „Sowas habe ich seitdem nicht mehr erlebt – nicht einmal beim Fußball oder Handball“, berichtet Marie mit leuchtenden Augen. In Japan dagegen werden wohl lediglich die Teamkameraden für Stimmung sorgen können während den Rennen. Laut Bestimmungen des Veranstalters ist dabei zudem nur das Klatschen, nicht aber Jubel oder Rufe erlaubt. Den Ruf für die stimmungsvollsten Olympischen Spiele wird Japan also nicht erhalten. Trotzdem kann Marie rein sportlich sehr optimistisch auf die Wettbewerbe blicken. Im Training beginnt derzeit so langsam die „Taper-Phase“, in der die Kilometer und die Gesamtbelastungen weniger werden. Ihre Leistungen im Wasser deuten an, dass sie in Tokio in Top-Form auf die Blöcke steigen wird. Zudem erfreut sie sich eines großen Rückhalts in ihrem Freundes- und Familienkreis aber auch bei Bechtle, der Firma, in der sie nebenher als Werkstudentin arbeitet. Sie erhielt zahlreiche Grüße von Mitarbeitenden und sogar der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Thomas Olemotz, ließ es sich nicht nehmen, ihr persönlich viel Erfolg für die Spiele zu wünschen. Nach der unmittelbaren Vorbereitung in Kumamoto geht es am 21. Juli für das Nationalteam zur Wettkampfstätte nach Tokio, wo es ab dem 24. Juli dann ernst wird für unser Olympia-Trio. 

Nun lassen wir die Leipziger Schwimmerinnen und Schwimmer erstmal ein wenig in Ruhe. Die nächsten Folgen des Podcasts sind für die Zeit nach den Spielen geplant. Dort werden die Drei dann ausführlich von ihren Erlebnissen berichten. Bis dahin halten wir euch über die üblichen Kanäle auf dem Laufenden. 

Die komplette neue Folge kann hier gehört werden:

Über den Sponsor – Das Sanitätshaus Wolf 

Mit seinem Netz von insgesamt zwölf Filialen und vier Klinik-Stützpunkten steht der Name Wolf für das führende Sanitätshaus in Leipzig und der Region. Mit über 100 Mitarbeitern bildet das Unternehmen das gesamte Leistungsspektrum der Orthopädie- und Rehatechnik ab und verbürgt sich für höchste Qualität. Es werden die Bereiche Rehatechnik, Orthopädie, Schuhtechnik, Homecare und Podologie versorgt.

Bilder Marie Pietruschka: Jo Kleidl

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